OpenAI, Druck

OpenAI unter Druck: 42 US-Generalstaatsanwälte leiten Untersuchung ein

22.06.2026 - 16:32:54 | boerse-global.de

Massive US-Ermittlungen zu Datenpraktiken und Werbeversprechen belasten OpenAI vor dem geplanten Börsengang.

OpenAI: 42 US-Generalstaatsanwälte starten Großermittlung
OpenAI - Abstrakte Darstellung von rechtlichem Druck auf ein Technologieunternehmen, mit verschwommenen Anzugträgern in einem Serverraum. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Zentrum stehen der Umgang mit sensiblen Daten und die Werbepraktiken des KI-Konzerns.

Die Behörden fordern mit Vorladungen interne Dokumente an. Geprüft werden der Verbraucherschutz, die Privatsphäre gefährdeter Gruppen und die Transparenz der Marketingversprechen. Die gebündelte Aktion zeigt, wie ernst die Lage für das Unternehmen aus San Francisco ist.

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Schutz von Minderjährigen und Senioren im Fokus

Die Ermittler interessieren sich brennend dafür, wie OpenAI mit persönlichen Daten umgeht – besonders mit sensiblen Gesundheitsdaten und den Informationen von Minderjährigen und Senioren. Die Algorithmen, die Nutzer bei der Stange halten sollen, werden auf ihre Vereinbarkeit mit geltenden Verbraucherschutzgesetzen geprüft.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Werbeaussagen des Unternehmens. OpenAI baut sein Werbegeschäft rasant aus. Eine neue Plattform erzielte innerhalb von sechs Wochen einen annualisierten Umsatz von rund 92 Millionen Euro. Die Frage ist, ob die Werbeversprechen mit den tatsächlichen Fähigkeiten und der Sicherheit der KI-Modelle übereinstimmen.

Welle von Klagen und Sicherheitsbedenken

Die Untersuchung ist nur die Spitze des Eisbergs. In Kanada wurde OpenAI verklagt, weil ein Chatbot angeblich eine Rolle bei einem Selbstmord gespielt haben soll. In Florida wiederum wird die Technologie mit mutmaßlichen Schützen in Verbindung gebracht. OpenAI betont stets, mit den Strafverfolgungsbehörden zu kooperieren und die Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich zu verbessern.

Die regulatorische Zange schließt sich in einem Moment, in dem die Gesetzgebung zu Künstlicher Intelligenz weltweit Fahrt aufnimmt. Erst Anfang Juni wurde der „Great American AI Act of 2026“ eingebracht, der die Regulierung von Spitzen-KI auf nationaler Ebene vereinheitlichen soll. Auf Ebene der Bundesstaaten liegen derzeit mehr als 1.500 KI-bezogene Gesetzesentwürfe vor.

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Milliarden-Verluste vor dem Börsengang

Die Untersuchung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. OpenAI bereitet sich auf einen Börsengang im kommenden Jahr vor. Die Finanzzahlen zeigen ein Unternehmen im Spannungsfeld zwischen rasantem Wachstum und enormen Kosten.

Ende März 2026 schloss OpenAI eine Finanzierungsrunde über 112 Milliarden Euro ab. Die Bewertung des Unternehmens liegt nun bei 783 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete OpenAI zwar 5,2 Milliarden Euro Umsatz, verbrannte aber gleichzeitig 3,4 Milliarden Euro. Derzeit liegt der monatliche Umsatz bei etwa 1,8 Milliarden Euro, getragen von mehr als 900 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern. Unternehmenskunden steuern inzwischen 40 Prozent des Gesamtumsatzes bei.

Wettbewerber unter Druck – und ein neuer Star-Architekt

OpenAI ist nicht allein im regulatorischen Fadenkreuz. Mitte Juni ordnete die Trump-Administration an, dass Anthropic seine Modelle „Mythos“ und „Fable 5“ vom Markt nehmen muss – angeblich wegen nationaler Sicherheitsrisiken durch einen sogenannten „Model Jailbreak“. Zwar deutete die Regierung später an, dass Verhandlungen Fortschritte machten, doch der Vorfall offenbarte das Fehlen eines transparenten Regulierungsrahmens für Spitzen-KI.

Microsoft-CEO Satya Nadella äußerte sich kürzlich zu den Herausforderungen dominanter KI-Firmen. Die Fixierung auf die Vorherrschaft bei Modellen sei womöglich nicht nachhaltig, so Nadella. Technologiegiganten müssten sich ihre gesellschaftliche Betriebserlaubnis verdienen – eine Aussage, die den wachsenden Forderungen der US-Behörden nach mehr Transparenz entspricht.

Um seine technische Führung zu sichern, hat OpenAI Noam Shazeer abgeworben, einen der prominentesten Architekten von Google. Er soll die Entwicklung der nächsten Modellgeneration leiten. Parallel erweitert das Unternehmen seine Funktionen: Kürzlich startete es einen klinisch gesteuerten Diagnose-Workflow für seltene Krankheiten und eine Integration persönlicher Finanzen für Premium-Abonnenten.

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