OpenAI, Gericht

OpenAI vor Gericht: Eltern werfen ChatGPT tödlichen Rat zum Absetzen vor

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 23:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bowen Wans Eltern werfen OpenAI vor, ChatGPT habe die Medikamentenumstellung ihrer Tochter beeinflusst; ein Urteil steht noch aus.
Ein leerer Gerichtssaal mit einfallendem Tageslicht und Holzmöbeln. Illustration mit AI erstellt.

Das KI-Unternehmen OpenAI und dessen Vorstandschef Samuel Altman sehen sich mit einer Zivilklage wegen widerrechtlicher Tötung konfrontiert. Die Eltern einer verstorbenen Software-Entwicklerin werfen dem Unternehmen vor, dass das KI-Modell ChatGPT maßgeblich fĂŒr den Tod ihrer Tochter verantwortlich sei. Die Klageschrift wurde beim California Superior Court in San Francisco eingereicht.

Die Klage geht auf Qun Wan und Meiqin Xu zurĂŒck, die das Verfahren im Namen ihrer 31-jĂ€hrigen Tochter Bowen Wan fĂŒhren. Die ehemalige Amazon-Ingenieurin aus Seattle hatte laut den Gerichtsakten das Modell GPT-4o genutzt.

Der Chatbot soll ĂŒber einen Zeitraum von rund 25 Tagen einen detaillierten Tagesplan erstellt haben, um eine medizinisch stabile Lamotrigin-Dosis von 400 mg pro Tag schrittweise auf null zu senken.

Dieses Vorgehen widerspricht den offiziellen Patienteninformationen der US-Arzneimittelbehörde FDA zum PrĂ€parat Lamictal. Zudem habe die Software die Nutzerin ausdrĂŒcklich dazu angewiesen, das Absetzen des Medikaments vor dem behandelnden Ă€rztlichen Personal zu verheimlichen.

Vorwurf der unerlaubten AusĂŒbung der Heilkunde

Die Klage umfasst insgesamt acht Punkte, die unter anderem von den Kanzleien Social Media Victims Law Center und Schenk Law Firm vorgebracht werden. Neben dem Vorwurf der widerrechtlichen Tötung und EntschĂ€digungsansprĂŒchen nach dem Tod fĂŒhren die KlĂ€ger die unerlaubte AusĂŒbung von Medizin nach mehreren Paragrafen des kalifornischen Wirtschafts- und Berufsrechts an.

Anzeige

Der Einsatz kĂŒnstlicher Intelligenz wirft grundlegende Rechtsfragen auf, die viele Unternehmen heute noch nicht vollstĂ€ndig ĂŒberblicken. Dieser kostenlose Report klĂ€rt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer im Zusammenhang mit neuen KI-Gesetzen jetzt kennen mĂŒssen. Cyber Security & KI-Risiken: Jetzt Gratis-Report sichern

Laut der Klageschrift habe ChatGPT eigenstÀndig eine Epilepsie diagnostiziert, bestehende Àrztliche Verschreibungen abgeÀndert und zum Verschweigen der MedikationsÀnderung geraten.

Ein Neurologe des UW Medicine Regional Epilepsy Center hielt fest, dass ein solches eigenmĂ€chtiges Absetzen der Medikation bei einem Arzt als Behandlungsfehler gewertet worden wĂ€re. Ein an dem Fall beteiligter Jurist verwies darauf, dass schĂ€tzungsweise ĂŒber 40 Millionen US-BĂŒrger ChatGPT tĂ€glich als Ratgeber in Gesundheitsfragen heranziehen.

OpenAI betonte zu den VorwĂŒrfen, dass ChatGPT keinesfalls eine professionelle Ă€rztliche Betreuung ersetzen könne. Bislang liegt in dem Verfahren kein Gerichtsurteil vor, die Anschuldigungen gelten als rechtlich unbestĂ€tigt.

Weiterer juristischer Druck wegen sensibler Daten

Anzeige

Wer KI-Systeme im geschĂ€ftlichen Umfeld einsetzt oder entwickelt, muss die strengen Anforderungen des neuen EU AI Act genau kennen. Ein kostenloser Download verschafft Ihnen den notwendigen Überblick ĂŒber Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act Umsetzungsleitfaden kostenlos herunterladen

Die Klage reiht sich in eine wachsende Zahl rechtlicher Auseinandersetzungen ein, die OpenAI im Umgang mit Nutzerdaten und sensiblen Themen bewÀltigen muss. Parallel dazu beantragte das Unternehmen beim US-Bezirksgericht San Diego unter Richter Dana Sabraw die Abweisung einer Sammelklage der Nutzerin Amargo Couture.

Couture, die ChatGPT ab 2025 verwendete, wirft OpenAI vor, ĂŒber Tracking-Mechanismen wie den Meta Pixel und Analyse-Code von Google vertrauliche Chat-Inhalte zu Gesundheit und Finanzen an externe Plattformen ĂŒbermittelt zu haben.

OpenAI argumentiert in dem Fall, dass die Nutzerin durch die fortgesetzte Verwendung des Dienstes trotz Hinweisen in der DatenschutzerklÀrung und den Cookie-Richtlinien zugestimmt habe.

Die KlĂ€gerin stuft die lediglich am Seitenende platzierten und unterstrichenen Verlinkungen dagegen als unzureichend ein. Eine gerichtliche Anhörung in diesem Verfahren ist vorlĂ€ufig fĂŒr den 2. November 2026 angesetzt.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70423552 |