OpenAI, Gericht

OpenAI vor Gericht: Millionenklage wegen Datenweitergabe

20.05.2026 - 12:54:43 | boerse-global.de

Sammelklage wirft OpenAI unerlaubte Datenweitergabe vor, während der Konzern eine neue Bankkonten-Funktion startet.

OpenAI vor Gericht: Millionenklage wegen Datenweitergabe - Foto: über boerse-global.de
OpenAI vor Gericht: Millionenklage wegen Datenweitergabe - Foto: über boerse-global.de

Der rasante Vormarsch der Künstlichen Intelligenz in den Finanz- und Privatsektor stößt auf ein massives rechtliches Hindernis. Eine Sammelklage wirft OpenAI vor, sensible Nutzerdaten unrechtmäßig an Dritte weitergegeben zu haben – just in dem Moment, in dem der ChatGPT-Entwickler den Zugriff auf Bankkonten freischaltet.

Datenleck oder Geschäftsmodell? Der Fall Couture v. OpenAI

Am 13. Mai 2026 reichten Kläger in Kalifornien eine Sammelklage gegen OpenAI ein. Der Vorwurf wiegt schwer: Das Unternehmen soll Nutzerdaten – darunter Chatverläufe und E-Mail-Adressen – über Tracking-Technologien wie Facebook Pixel und Google Analytics an Meta und Google übermittelt haben. Die Klage beruft sich auf den US-amerikanischen Electronic Communications Privacy Act, ein Gesetz zum Schutz der elektronischen Kommunikation.

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Der Zeitpunkt ist brisant. Nur zwei Tage später, am 15. Mai, startete OpenAI die neue ChatGPT-Bankkonten-Funktion. Für umgerechnet rund 185 Euro monatlich können Pro-Abonnenten künftig ihre Finanzdaten direkt über die Plattform verwalten lassen. Die Verbindung läuft über den Dienstleister Plaid, der das KI-Modell GPT-5.5 mit persönlichen Bankkonten verknüpft.

Das Problem: OpenAI unterliegt keiner treuhänderischen Pflicht. Anders als Bankberater ist das Unternehmen nicht gesetzlich verpflichtet, ausschließlich im finanziellen Interesse der Nutzer zu handeln. Datenschützer schlagen Alarm.

„Die Integration hochsensibler Bankdaten in ein Ökosystem, das bereits wegen unerlaubten Datentransfers unter Beschuss steht, ist fahrlässig", kommentieren Beobachter die Lage. Die Spannung zwischen Komfort und Sicherheit könnte kaum größer sein.

Wasserzeichen gegen die Flut: Google und OpenAI rücken zusammen

Während die Gerichte noch über die Klage beraten, zeigen die Tech-Giganten überraschende Einigkeit. Auf der Google-I/O-Konferenz am 19. Mai stellte der Suchmaschinenkonzern bedeutende Updates seiner SynthID-Wasserzeichen-Technologie vor. Das System bettet unsichtbare Marker in Bilder, Videos und Audio ein – und bleibt selbst nach Screenshots oder Bearbeitungen nachweisbar. Über 100 Milliarden Bilder und Videos wurden bereits markiert.

Noch am selben Tag zog OpenAI nach: Das Unternehmen verpflichtet sich zum offenen C2PA-Standard und übernimmt Googles SynthID für eigene generierte Bilder. Ein öffentliches Prüfportal soll Nutzern künftig erlauben, diese digitalen Signaturen zu überprüfen.

Hintergrund der Initiative: die zunehmende Vermischung von realen und KI-generierten Inhalten. Der jugendschutz.net-Bericht vom 19. Mai zeichnet ein düsteres Bild: Nur zwei Prozent der gemeldeten Fälle von KI-gestütztem Missbrauch oder schädlichen Inhalten werden derzeit gelöscht. Bots und KI-Influencer erschweren die Kontrolle massiv.

Billionen-Investitionen: Der Wettlauf um Rechenleistung

Die schieren Dimensionen des KI-Wettrennens werden in den jüngsten Finanzprognosen sichtbar. Alphabet hat seine Investitionsprognosen für 2026 auf 165 bis 175 Milliarden Euro nach oben korrigiert – das Sechsfache der Ausgaben von 2022. Google-CEO Sundar Pichai spricht von Engpässen auf ganzer Linie: Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteige das Angebot bei weitem.

OpenAI kontert mit einem neuen Angebot: Ab dem 19. Mai können Firmenkunden garantierte Rechenkapazitäten für bis zu drei Jahre buchen. CEO Sam Altman rechnet damit, dass die Welt „auf absehbare Zeit kapazitätsbeschränkt" bleibt. Die Gesamtausgaben für Rechenleistung bis 2030 beziffert das Unternehmen auf rund 550 Milliarden Euro. Bei einer aktuellen Bewertung von über 780 Milliarden Euro bereitet sich OpenAI offenbar auf den Börsengang vor.

Der Kampf um die besten Köpfe bleibt erbittert. Andrej Karpathy, OpenAI-Mitgründer und früherer Tesla-Entwicklungschef, wechselte am 19. Mai zu Anthropic. Er wird dort im Pre-Training-Team arbeiten, das für das Kernwissen der Claude-Modelle verantwortlich ist. Der Wechsel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Risikokapitalgeber Anthropic vor zu engen Partnerschaften mit Beratungsriesen wie PwC warnen.

Singapur setzt auf KI – Deutsche Bank plant Milliardeneinsparungen

Während US-Firmen die Schlagzeilen dominieren, sichert sich Singapur gezielt seinen Platz im KI-Zeitalter. Am 20. Mai schloss die Stadtstaat-Regierung separate Abkommen mit Google und OpenAI. Der Deal umfasst eine OpenAI-Verpflichtung von rund 215 Millionen Euro für das lokale Ökosystem sowie die Eröffnung des OpenAI Singapore Applied AI Lab – der ersten Niederlassung außerhalb der USA mit über 200 Arbeitsplätzen. Singapur selbst investiert umgerechnet rund 660 Millionen Euro in öffentliche KI-Forschung bis 2030.

Auch die traditionelle Wirtschaft beschleunigt ihre KI-Strategie. Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing kündigte für die bevorstehende Hauptversammlung Einsparungen von zwei Milliarden Euro durch KI an. Die Kreditprozesse für mittelständische Unternehmen seien bereits um bis zu 95 Prozent schneller geworden. Das Institut peilt bis 2028 einen Umsatz von 37 Milliarden Euro an – getrieben durch KI-Effizienz.

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Jeder Job mit KI: Die Prognose der Arbeitsministerin

Die Zukunft des Arbeitsmarktes zeichnet sich deutlich ab. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas prognostiziert, dass bis 2030 jeder Arbeitsplatz in Deutschland irgendeine Form von KI-Beteiligung haben wird. Der Wandel ist bereits im Bildungssystem sichtbar: 74 Prozent der Jugendlichen nutzen KI für Schulaufgaben – während die Mehrheit der Lehrkräfte sich unsicher im Umgang mit der Technologie zeigt.

Mit der Einführung fortschrittlicher KI-Assistenten wie Gemini Spark – einem rund um die Uhr verfügbaren Helfer für komplexe Aufgaben in Workspace und Drittanbieter-Apps – wird der Druck auf die Datensicherheit weiter steigen. Der Erfolg dieser „agentischen" Systeme wird davon abhängen, ob es gelingt, die rechtlichen Hürden zu überwinden und ein Vertrauensverhältnis zu schaffen, das sowohl Regulierungsbehörden als auch die breite Öffentlichkeit zufriedenstellt.

Spezialisierte Werkzeuge wie ChatCPR zeigen bereits heute, dass KI menschliche Notruf-Mitarbeiter bei medizinischen Anweisungen übertreffen kann. Die Verantwortung, diese Systeme sicher einzusetzen, war noch nie so groß.

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