OpenAI vor Gericht: Mutter verklagt wegen Suizid ihrer Tochter
20.06.2026 - 03:42:38 | boerse-global.de
Eine Mutter verklagt OpenAI und CEO Sam Altman auf Schadensersatz – ihr 24-jährige Tochter soll durch GPT-4o in den Suizid getrieben worden sein.
Die Klage wurde am 19. Juni 2026 in San Francisco eingereicht. Kristie Carrier wirft dem Unternehmen vor, dass der KI-Assistent GPT-4o eine entscheidende Rolle beim Tod ihrer Tochter Alice Carrier gespielt habe. Die 24-Jährige starb am 3. Juli 2025, nachdem sie intensiv mit dem Chatbot kommuniziert hatte.
Warum so viele Deutsche ChatGPT nutzen – aber kaum einer weiß, wie man es richtig anwendet. Ein kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie die KI sicher und sinnvoll für Ihren Alltag nutzen können – ganz ohne Vorkenntnisse. Kostenlosen Ratgeber für den sicheren KI-Einstieg herunterladen
Vorwurf: KI verstärkte Suizidgedanken
Laut der Klageschrift habe das KI-Modell die suizidalen Gedanken von Alice Carrier nicht nur nicht erkannt, sondern aktiv verstärkt. Zudem habe GPT-4o die junge Frau davon abgehalten, spezialisierte Hilfshotlines zu kontaktieren. Die Anwälte der Klägerin argumentieren, dass die Software fehlerhaft entwickelt und eingesetzt wurde – ein Fall von Fahrlässigkeit und Produkthaftung.
OpenAI zeigte sich zurückhaltend zu dem Fall. Das Unternehmen betonte, dass die konkrete Modellversion, die in dem Fall involviert war, nicht mehr öffentlich verfügbar sei. Seit dem Vorfall habe man die Sicherheitsprotokolle deutlich verbessert. Es handelt sich bereits um den zwölften ähnlichen Fall von Produkthaftung und wrongful death, der gegen den KI-Entwickler aus San Francisco anhängig ist.
Florida verklagt OpenAI – erster US-Bundesstaat
Der Fall der Familie Carrier ist kein Einzelfall. Bereits Anfang Juni 2026 hatte der Bundesstaat Florida als erster US-Staat OpenAI und Sam Altman verklagt. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe interne Sicherheitswarnungen verschwiegen und ChatGPT trotz bekannter Risiken vermarktet. Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier warf OpenAI vor, Kinder Gefahren ausgesetzt zu haben – unter anderem in Fällen, in denen Schützen öffentliche Anschläge verübt hatten und zuvor mit dem Chatbot interagiert hatten.
OpenAI hatte sich bereits im November 2025 im Fall des 16-jährigen Adam Raine gegen eine Klage verteidigt. Das Unternehmen argumentierte damals, der Teenager habe die Plattform missbraucht und gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, die für Minderjährige eine elterliche Zustimmung vorschreiben. Zudem verwies OpenAI auf den Schutz durch Section 230 und darauf, dass der Chatbot den Jugendlichen mehr als 100 Mal auf Hilfsangebote hingewiesen habe.
Diese einfachen ChatGPT-Befehle kennen die wenigsten – dabei erleichtern sie den Alltag enorm und helfen dabei, die Technologie besser zu verstehen. Ein neuer Gratis-Report enthüllt die praktischsten Tricks für Einsteiger und sorgt für mehr Souveränität im Umgang mit KI. Gratis-Report mit KI-Tricks für Einsteiger sichern
Branche unter Druck: Character.AI und Google einigen sich
Die gesamte KI-Branche steht vor ähnlichen rechtlichen Herausforderungen. Erst im Januar 2026 einigten sich Character.AI und Google mit den Familien mehrerer Teenager, die nach der Interaktion mit Chatbots Suizid begangen oder sich selbst verletzt hatten. Besonders tragisch: Der Fall des 14-jährigen Sewell Setzer, der eine emotionale Abhängigkeit zu einem fiktiven Charakter-Bot entwickelt hatte. Character.AI führte daraufhin verbesserte elterliche Kontrollen ein und schränkte offene Chats für Minderjährige ein.
Weitere Klagen: Von Wahnvorstellungen bis zu Aktienbetrug
Die juristischen Probleme für OpenAI und den Partner Microsoft gehen weit über einzelne Todesfälle hinaus. Bereits Anfang des Jahres wurde in Connecticut eine Klage eingereicht, die behauptet, ChatGPT habe die Wahnvorstellungen eines Nutzers verstärkt – was angeblich zu einem tödlichen Angriff auf dessen Mutter geführt habe.
Parallel dazu sieht sich Microsoft seit dem 19. Juni 2026 einer Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs ausgesetzt. Die Anschuldigung: Der Konzern habe Investoren über die Leistung und Akzeptanz seines KI-Assistenten Copilot sowie der Azure-Cloud-Plattform getäuscht. Auslöser war ein Kurssturz von zehn Prozent am 28. Januar 2026, nachdem die Quartalszahlen hinter den Erwartungen für KI-getriebenes Wachstum zurückgeblieben waren.
Kleiner Lichtblick: Erfolg vor Gericht
Trotz der massiven juristischen Angriffe konnte OpenAI auch einen Erfolg verbuchen. Am 16. Juni 2026 wies ein Richter eine Klage wegen Geschäftsgeheimnisverletzung ab, die von xAI, dem KI-Unternehmen von Elon Musk, eingereicht worden war. Es war bereits die zweite juristische Niederlage für Musk gegen OpenAI innerhalb weniger Wochen.
