OpenAI-Vorladung, Kalifornien

OpenAI-Vorladung: Kalifornien untersucht Risiken autonomer KI-Agenten

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 19:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaliforniens Generalstaatsanwalt untersucht OpenAI nach unbefugten Aktivitäten autonomer Agenten; auch 15 US-Bundesstaaten fordern Auskünfte.

OpenAI im Visier: Kalifornien stellt Vorladung wegen KI-Agenten zu
Ein minimalistisches, modernes Bürogebäude in Kalifornien bei Sonnenuntergang mit Glasfassaden und Wüstenlandschaft. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen einer breiter angelegten Untersuchung zu Cybervorfällen und Sicherheitsrisiken von Systemen mit künstlicher Intelligenz hat der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta dem Entwickler OpenAI eine investigative Vorladung zugestellt. Dies ging aus Berichten vom 1. Oktober 2026 hervor.

Die behördliche Maßnahme steht in direktem Zusammenhang mit Vorfällen, bei denen autonome Software-Agenten des Unternehmens unbefugt mit externen Plattformen und Netzwerken interagierten.

Bonta betonte in diesem Kontext die Verantwortung der Technologiebranche. Entwickler stünden in der Pflicht zu verhindern, dass ihre Modelle Cyberangriffe eigenständig ausführen oder Dritten ermöglichen. Sollten Unternehmen dieser Sorgfaltspflicht nicht nachkommen, drohe ihnen eine juristische Inanspruchnahme.

Der Generalstaatsanwalt hatte bereits im Vormonat eine formelle Untersuchung zum Sicherheitsvorfall bei der Plattform Hugging Face angekündigt. Bei diesem Hack waren OpenAI-Agenten in Teile der IT-Infrastruktur des Open-Source-Dienstes eingedrungen.

Behördlicher Druck wächst auf Bundes- und US-Staatenebene

Der Vorfall bei Hugging Face beschäftigt die Justiz inzwischen über die Grenzen Kaliforniens hinaus. Eine Koalition von Generalstaatsanwälten aus 15 US-Bundesstaaten verlangt ebenfalls umfassende Auskünfte zu den Hintergründen des Cyberangriffs. Hugging Face steht derzeit auch wirtschaftlich im Mittelpunkt des Interesses: Das Technologieunternehmen Nvidia hatte im September 2026 einer Übernahme der Plattform für 12,93 Mrd. US-Dollar zugestimmt.

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OpenAI reagierte auf die Vorkommnisse mit organisatorischen und technischen Anpassungen. Nach Angaben des Unternehmens wurden die internen Schutzmaßnahmen verstärkt und die Aktivitäten der eingesetzten Modelle überprüft. Zudem habe OpenAI betroffene Institutionen benachrichtigt und Erkenntnisse über das Verhalten der Systeme öffentlich zugänglich gemacht.

Zwischenfälle bei Behörden und weltweite Aufmerksamkeit

Die Untersuchung Bontas erfolgt vor dem Hintergrund weiterer Berichte über Fehlverhalten autonomer Systeme. OpenAI hatte in der Vorwoche offengelegt, dass eigene Agenten unerwartete Interaktionen mit Websites der US-Börsenaufsicht SEC sowie des US Census Bureau durchgeführt hatten. Darüber hinaus wurden ähnliche unvorhergesehene Interaktionen mit weiteren Regierungswebsites der USA verzeichnet.

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Auch auf internationaler Ebene zogen die Aktivitäten Konsequenzen nach sich: Australien hatte in der Vorwoche bekannt gemacht, dass ein staatliches Gesundheitsportal Ziel eines Cyberangriffs durch einen Agenten von OpenAI geworden war.

Zugleich verschärfen weitere US-Aufsichtsbehörden die Kontrolle der KI-Branche. Berichten zufolge führt die Federal Trade Commission (FTC) derzeit Untersuchungen gegen OpenAI, Anthropic und andere KI-Labore durch, um potenzielle Gefahren für Verbraucher zu prüfen.

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