Operation, Herakles

Operation Herakles: Ermittler schalten in drei Monaten 9.304 deutsche Nummern ab

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche und österreichische Ermittler schalteten Rufnummern und illegale Domains ab; Telekommunikationsanbieter müssen strengere Kontrollen umsetzen.

Operation Herakles: Behörden sperren Tausende Betrüger-Rufnummern
Ein dunkles, leeres Büro mit Blick auf eine verschwommene nächtliche Stadtlandschaft bei Regen. Illustration mit AI erstellt.

Deutsche und österreichische Behörden sind im Rahmen der länderübergreifenden „Operation Herakles“ gegen Cyber-Anlagebetrüger vorgegangen. Wie Medien am 25. September 2026 berichteten, wurden in den vergangenen drei Monaten fast 10.000 Rufnummern abgeschaltet, die von Betrügern für illegale Machenschaften genutzt worden waren. Allein auf deutsche Anschlüsse entfielen dabei in diesem Dreimonatszeitraum konkret 9.304 Deaktivierungen.

Die Maßnahmen sind Teil eines großangelegten Vorgehens gegen kriminelle Netzwerke, die Anleger mit betrügerischen Angeboten ködern. Seit dem Beginn der Operation Herakles schalteten Ermittler aus Baden-Württemberg und internationale Partner insgesamt 13.888 Rufnummern ab. Der überwiegende Teil davon – 13.397 Nummern – betraf deutsche Anschlüsse, während 491 Abschaltungen auf österreichische Rufnummern entfielen.

Vorgehen über Scheinfirmen und ausländische Callcenter

Die Vorgehensweise der Täter folgte nach Erkenntnissen der Ermittler einem festen Schema: Sie lockten Interessierte über gefälschte Trading- und Handelsplattformen an und bauten über gezielte Anrufe aus ausländischen Callcentern Vertrauen auf, um die Opfer zu finanziellen Einzahlungen zu bewegen. Das eingezahlte Geld wurde den Angaben zufolge jedoch zu keinem Zeitpunkt in echte Kapitalanlagen investiert.

Stattdessen transferierten die Täter die Beträge direkt auf Auslandskonten oder leiteten sie in Krypto-Wallets weiter. Für die betroffenen Anleger war das investierte Kapital in den meisten Fällen vollständig verloren.

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Neben den Telefonverbindungen standen auch die digitalen Plattformen der Täter im Fokus der Strafverfolger. In den vergangenen Monaten nahmen Ermittler gemeinsam mit Europol und weiteren internationalen Partnerbehörden weit über 2.000 illegale Domains vom Netz. Die Aktionen bauen auf früheren Erfolgen auf: Bereits im Jahr 2025 hatten Ermittler über 2.200 mutmaßlich betrügerische Domains und rund 3.500 Rufnummern außer Betrieb gesetzt.

Behördenkooperation und Auflagen für Provider

An der aktuellen Aktion war ein breites Bündnis aus Justiz- und Regulierungsbehörden beteiligt. Neben dem Cybercrime-Zentrum (CCZ) Karlsruhe und dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg wirkten das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die Bundesnetzagentur sowie das Bundeskriminalamt aus Österreich an den Maßnahmen mit.

Im Zuge der Ermittlungen veranlasste die Bundesnetzagentur zudem regulatorische Schritte gegen mehrere Telekommunikationsunternehmen. Neben den reinen Rufnummernabschaltungen wurden strengere Registrierungs- und Compliance-Kontrollen angeordnet.

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Für die Telekommunikationsunternehmen bedeutet dies die Pflicht, betroffene Rufnummern unverzüglich zu sperren, die Registrierungsprozesse anzupassen sowie die eigenen Vertriebspartner einer deutlich strengeren Prüfung zu unterziehen, um den Missbrauch von Telefonanschlüssen zu erschweren.

Die strafrechtlichen Ermittlungen richten sich unterdessen weiterhin gegen unbekannte Täter. Ihnen wird die Verabredung zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug zur Last gelegt. Angaben zu etwaigen Festnahmen machten die beteiligten Stellen bislang nicht. Auch zu Durchsuchungen, der Gesamtzahl der Geschädigten oder der genauen Schadenshöhe liegen vorerst keine behördlichen Angaben vor.

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