Optimus-Chips: AI6 soll statt 216 nur noch 144 GB LPDDR6 erhalten
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tesla-CEO Elon Musk hat am 1. Oktober 2026 auf der Plattform X angekündigt, die Speicherausstattung der kommenden Chipgenerationen für den humanoiden Roboter Optimus anzupassen. Um das Produktionsvolumen abzusichern und Kosten zu senken, sollte die Ausstattung des AI5-Chips zunächst von 144 GB auf 72 GB LP5 halbiert werden. Für die nachfolgende Generation AI6 kündigte Musk eine Kürzung um ein Drittel von 216 GB auf 144 GB LPDDR6 an.
Technische Abwägungen zwischen Kapazität und Bandbreite
Musk begründete die Schritte damit, dass ausreichend DRAM für die Fertigung des Optimus gesichert werden müsse. Den Einfluss auf die Rechenleistung stufte er als vernachlässigbar ein, da vor allem die Speicherbandbreite und weniger die reine Speicherkapazität der begrenzende Leistungsfaktor sei.
Am 2. Oktober 2026 soll Musk die Konfiguration für AI5 jedoch wieder auf 96 GB LPDDR5 korrigiert haben, um eine minimale LP5-Speichervariante zu vermeiden.
Tesla selbst hat diese Spezifikationen laut Berichten bislang nicht offiziell bestätigt. Die gemeldeten Anpassungen verdeutlichen jedoch die technische Gratwanderung zwischen der Hardware-Ausstattung pro Einheit und den angestrebten Stückzahlen. Die Volumenproduktion des AI5-Chips wird für 2027 erwartet, während der AI6-Chip für 2028 vorgesehen ist.
Skalierungspläne treffen auf weltweite Halbleiterkapazitäten
Die Debatte um den Speicherbedarf humanoider Roboter betrifft die gesamte Halbleiterbranche. So hatte Micron-CEO Sanjay Mehrotra am 30. September 2026 erklärt, dass humanoide Roboter je Einheit mehr als 200 GB Speicher sowie mehrere Terabyte Speicherplatz benötigen könnten.
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Bei einem theoretischen Bestand von 10 Milliarden Robotern ergäbe sich laut einer Berechnung eines Nutzers auf X ein Bedarf von 2 Billionen GB RAM, während die weltweite DRAM-Produktion derzeit bei rund 45 Milliarden GB jährlich liegt.
Tesla verfolgt ambitionierte Ausbaupläne für Optimus. Berichten zufolge bestellte das Unternehmen Komponenten für rund 5.000 Roboter, peilt langfristig jedoch eine Produktion von einer Million Einheiten jährlich an.
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Standortbezogen sehen die Zielmarken eine Million Einheiten pro Jahr in Fremont sowie zehn Millionen Einheiten in Texas vor, wo der Start für 2027 geplant ist. Zuletzt produzierte Tesla laut Berichten mehrere hunderte Einheiten pro Woche für interne Einsatzzwecke; Musks Vorgabe liegt bei 20.000 Einheiten wöchentlich.
Eigene Chipstrategie und Fabrikpläne in Texas
Gegenüber dem Investor Ron Baron erklärte Musk, dass Teslas AI5-Inferenzchip für Fahrzeuge und Roboter zwei- bis dreimal leistungsfähiger als Angebote von Nvidia und nur ein Zehntel so teuer sein solle. AI5 wird gegenwärtig von TSMC und Samsung gefertigt. TSMC habe Musk zufolge mitgeteilt, dass der Bau einer neuen Fertigungsstätte fünf Jahre in Anspruch nehme – eine Zeitspanne, die Musk als zu lang bezeichnete.
Musk stimmte auf X zudem dem Tesla-Ingenieur Yun-Ta Tsai zu, der aktuelle Rechenengpässe bei künstlicher Intelligenz als Spitze des Eisbergs einstufte. Um den langfristigen Chipbedarf für Optimus zu decken, hält Musk sogenannte Terafabs für erforderlich. Die geplante Entwicklungsfabrik in Austin soll laut Tesla rund 3 Milliarden US-Dollar kosten.
