Optimus Gen 3: Tesla startet Roboter-Fertigung ab Ende Juli
23.06.2026 - 00:39:10 | boerse-global.de
Los geht es zwischen Ende Juli und Anfang August im Werk Fremont in Kalifornien. Das bestätigte das Unternehmen nach Angaben aus dem ersten Quartalsbericht vom 20. Juni 2026.
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Deutlich mehr Bewegungsfreiheit und neue KI-Chips
Die dritte Generation des Roboters bringt entscheidende Verbesserungen mit. Jede Hand verfügt nun über 22 Freiheitsgrade – doppelt so viele wie beim Vorgänger. 25 Aktuatoren und ein seilzugähnlicher Antrieb sorgen für die nötige Präzision. Das erlaubt dem Roboter, empfindliche Gegenstände zu greifen und ein deutlich erweitertes Aufgabenspektrum zu bewältigen: von rund 500 auf über 3.000 mögliche Aktionen.
Auch die Rechenleistung hat Tesla aufgerüstet. Der neue AI5-Chip bietet die fünffache Datenbandbreite seines Vorgängers. Die Laufgeschwindigkeit liegt bei rund acht Kilometern pro Stunde. Die Steuerung basiert auf einer physikbasierten KI, ähnlich der Full-Self-Driving-Technologie des Unternehmens.
Bereits jetzt sind zwischen 300 und 1.000 Einheiten in den Werken Fremont und Texas im Einsatz – allerdings nur zur Datensammlung und zum maschinellen Lernen. Produktive Arbeit verrichten die Roboter bisher nicht, wie das Management einräumte.
Zulieferer aus Taiwan und ehrgeizige Stückzahlen
Für den Hochlauf der Produktion arbeitet Tesla mit spezialisierten Partnern zusammen, vor allem aus Taiwan. Mirle Automation liefert Untersetzungsgetriebe und Gelenkmodule, Asia Optical entwickelt Linsen für die Kamerasysteme. Mirle hat erst am 22. Juni 2026 die Führungsspitze neu besetzt: Lin Shih-Tung übernahm den Vorsitz, während das Unternehmen in Thailand gemeinsame Produktionsstätten aufbaut.
Die Produktionsplanung sieht einen niedrigen dreistelligen Ausstoß im Sommer 2026 vor. Bis Jahresende sollen über 50.000 Einheiten vom Band laufen. Die Massenproduktion startet voraussichtlich 2027 – zeitgleich mit der Eröffnung eines zweiten Roboterwerks in Austin, Texas. Erste Verkäufe an externe Geschäftskunden sind für Ende 2026 geplant.
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Milliardeninvestitionen und schwierige Marktbedingungen
Die Kosten für das Optimus-Programm sind gewaltig. Teslas Investitionsausgaben sollen 2026 bei über 25 Milliarden Euro liegen. Das Geld fließt in die neuen Fertigungslinien, aber auch in Chipfabriken und KI-Infrastruktur.
Die Herstellung eines einzelnen Roboters schlägt derzeit mit 50.000 bis 100.000 Euro zu Buche. Langfristig peilt Tesla einen Verkaufspreis von unter 20.000 bis 30.000 Euro an – ein ambitioniertes Ziel.
Doch die Hürden sind hoch. Das Unternehmen verfehlte bereits das Produktionsziel von 10.000 Einheiten für 2025. Rund 10.000 einzigartige technische Probleme müssen noch gelöst werden, vor allem bei der komplexen Montage.
Konkurrenz schläft nicht
Der Markt für humanoide Roboter wird zunehmend umkämpft. Der Wettbewerber Figure AI hat bereits über 1.200 Betriebsstunden in Automobilwerken absolviert. Der chinesische Hersteller Unitree lieferte 2025 rund 5.500 Einheiten aus.
Analysten warnen zudem vor Risiken in der Lieferkette. Die Branche ist stark abhängig von Spezialkomponenten und seltenen Erden, die überwiegend aus China stammen. Ob Tesla diese Herausforderungen meistert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
