Optimus-Produktion: Tesla bremst, China zieht mit 13.000 Bestellungen davon
06.07.2026 - 12:10:16 | boerse-global.de
Elon Musk bremst die Erwartungen: Die Fertigung des humanoiden Roboters Optimus startet nur schleppend. Grund sind die enorme technische Komplexität und tausende Einzelteile.
Der Tesla-Chef stellte am 1. Juli klar, dass die erste Produktionsphase extrem langsam verlaufen wird. Der Roboter besteht aus rund 10.000 einzigartigen Komponenten – eine Herausforderung, die selbst die Autoproduktion übertrifft. Anders als bei Fahrzeugen erfordert die Montage der Laufmaschinen völlig neue Integrationsprozesse.
Produktionsstart in Fremont, Massenfertigung erst 2027
Tesla hat eine ehemalige Model-S/X-Linie im Werk Fremont für den Optimus umgerüstet. Die Testproduktion soll Ende Juli oder August 2026 anlaufen. Die Massenfertigung ist jedoch erst für Sommer 2027 im Werk Giga Texas geplant.
Tesla-Vizepräsident Lars Moravy spricht langfristig von 40 Produktionslinien mit einer Jahreskapazität von einer Million Einheiten. Das Potenzial liegt sogar bei mehreren Millionen. Die Kosten pro Optimus Gen 2 werden auf 18.000 bis 27.000 Euro geschätzt. Die aktuelle Batterielaufzeit beträgt rund zwei Stunden, die Höchstgeschwindigkeit fünf km/h. Die offizielle Vorstellung des Optimus 3 soll ebenfalls im Juli/August erfolgen.
China zieht davon – 13.000 Bestellungen an einem Tag
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Während Tesla bremst, prescht die Konkurrenz vor. Am 30. Juni 2026 enthüllte der chinesische Hersteller UBTech in Shenzhen seinen humanoiden Roboter U1. Die Maschine erkennt Emotionen per KI und verfügt über spezielle Kunsthaut. Am ersten Tag gingen 13.000 Bestellungen ein. Die Auslieferungen beginnen im September 2026.
Die Dominanz Chinas ist enorm: 2025 entfielen 85 Prozent aller weltweiten Installationen humanoider Roboter auf das Reich der Mitte. Über 140 Unternehmen sind dort aktiv. Am 3. Juli schossen Aktien der chinesischen Roboter-Zulieferkette in die Höhe – ausgelöst durch Bilder der Optimus-Produktionslinie und Meldungen über Komponentenbestellungen bei Firmen wie Tuopu Group und Sanhua Intelligent Controls.
Interne Tests laufen – externer Verkaufsstart offen
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Tesla setzt den Optimus bereits in eigenen Fabriken ein, wie SEC-Unterlagen aus dem Jahr 2025 belegen. Preise und Verkaufsstart für externe Kunden bleiben jedoch unklar. Diese mangelnde Transparenz verunsichert Anleger.
Der Roboter ist Teil einer KI-Offensive: Tesla veranschlagt für 2026 Investitionen von 18 Milliarden Euro. Gleichzeitig verschärft der Konzern die Kostenkontrolle bei Drittanbieter-Technologie. Seit dem 6. Juli ist der wöchentliche Ausgabenrahmen für externe KI-Tools auf 185 Euro pro Mitarbeiter gedeckelt. Ein Zeichen dafür, dass selbst Tesla die steigenden Kosten der Automation im Blick behält.
