Optimus-Training: Tesla braucht bis zu 20.000 Roboter fĂŒr Trainingsdaten
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Skalierung humanoider Roboter rĂŒckt die Frage nach den erforderlichen Hardwareressourcen in den Mittelpunkt der Technologiebranche. Am 26. Oktober 2026 löste Tesla-Chef Elon Musk auf der Plattform X eine Debatte ĂŒber die kĂŒnftige Dimensionierung von Arbeitsspeicher aus. Musk erklĂ€rte, der RAM-Bedarf von Robotern werde letztlich alles auf der Erde ĂŒbertreffen.
FĂŒr Systeme einer kĂŒnftigen Superintelligenz liege der Bedarf noch weit höher, wobei rund 100 Prozent dieser RechenkapazitĂ€t im Weltraum erbracht werden dĂŒrften. Musk reagierte damit ablehnend auf zurĂŒckhaltendere Branchenprognosen und verwies zugleich darauf, dass die RAM-Preise im vergangenen Jahr stark gestiegen seien, was auch Unternehmen in Indien belaste.
KontrĂ€re Prognosen zum kĂŒnftigen DRAM-Bedarf
Auslöser der Diskussion war ein Bericht des Marktforschungsunternehmens Counterpoint vom 11. Oktober 2026. Die Analysten prognostizierten, dass der weltweite DRAM-Bedarf fĂŒr humanoide Roboter von rund 8.300 Terabit (etwa 1,04 Millionen Gigabyte) im Jahr 2026 auf rund 172.000 Terabit (21,5 Millionen Gigabyte) im Jahr 2030 anwachsen werde. Dies entsprĂ€che einem 20,7-fachen Anstieg.
Pro Roboter bezifferte Counterpoint den durchschnittlichen Speicherbedarf auf einen Anstieg von 19 Gigabyte auf 39 Gigabyte. Musk bezeichnete diese Modellrechnung als unsinnig.
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Der X-Nutzer Zephyr rechnete vor, dass die von Counterpoint prognostizierten 172.000 Terabit fĂŒr das Jahr 2030 einer Jahresproduktion von rund 550.000 humanoiden Robotern mit jeweils 39 Gigabyte entsprĂ€chen. Dies ergebe ein Gesamtvolumen von 21,5 Petabyte (21,5 Millionen Gigabyte) und mache lediglich rund 0,04 Prozent der globalen DRAM-Produktion des Jahres 2026 von rund 48 Exabyte (48 Milliarden Gigabyte) aus.
Eine hypothetische Gegenrechnung stellte der Analyst Shay Boloor von Futurum Equities auf: Bei einer angenommenen Fertigung von 10 Millionen Optimus-Robotern pro Jahr mit einer Speicherausstattung von je 72 Gigabyte entstĂŒnde ein jĂ€hrlicher Bedarf von rund 720 Petabyte. Boloor stellte jedoch klar, dass dies keine offizielle Produktionsvorgabe von Tesla darstelle.
Halbleiterhersteller setzen auf Physical AI
Die Halbleiterindustrie kalkuliert derweil mit deutlich höheren KapazitÀten pro Einheit als Counterpoint. In einer Telefonkonferenz zu den GeschÀftszahlen erklÀrte Sanjay Mehrotra, Vorstandschef des Speicherherstellers Micron, dass autonome Fahrzeuge ab Level 4 mehr als 200 Gigabyte Arbeitsspeicher und mehrere Terabyte Massenspeicher benötigten.
FĂŒr humanoide Roboter erwarte Mehrotra ein Ă€hnlich hohes Niveau von mehr als 200 Gigabyte. Zum Vergleich verfĂŒgen herkömmliche Haushalts-Saugroboter ĂŒber maximal rund ein Gigabyte RAM.
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Micron positioniert humanoide Roboter neben autonomem Fahren als tragenden Kernmarkt fĂŒr physische kĂŒnstliche Intelligenz und greift dafĂŒr ohne separate Neuentwicklungen auf bestehende Produktlinien fĂŒr HBM- und GroĂspeicher zurĂŒck.
Bei Tesla fĂŒhrten BeschrĂ€nkungen der Lieferkette bereits zu Anpassungen: Am 1. Oktober 2026 hatte Musk mitgeteilt, dass der Speicher des hauseigenen AI5-Chips auf 72 Gigabyte halbiert und jener des AI6-Chips um ein Drittel auf 144 Gigabyte gekĂŒrzt worden sei. Dies sei der einzige Weg, um die fĂŒr Optimus anvisierten StĂŒckzahlen fertigen zu können.
Trainingsdaten und Herausforderungen bei der Serienfertigung
Neben dem Speicherbedarf bildet die Bereitstellung von Trainingsdaten ein zentrales Nadelöhr. Wie Musk am 21. Oktober 2026 in der Telefonkonferenz zum dritten Quartal von Tesla erlĂ€uterte, gleiche das Training von Optimus der Erziehung eines Kleinkinds durch Beobachtung und Ăbung.
Tesla benötige zwischen 10.000 und 20.000 Optimus-Roboter, um in einer internen Akademie Trainingsdaten durch Selbstversuche zu erzeugen. Das texanische Robotikunternehmen Apptronik setzt hierfĂŒr auf spezialisierte Datenfabriken.
Die Fertigung von Optimus im kalifornischen Werk Fremont ist angelaufen, verlaufe laut Tesla jedoch noch holprig. Auslieferungen an externe Kunden sind ab Ende 2027 vorgesehen.
Tesla rechnet damit, dass die Produktionslinie in Fremont mindestens ein Jahr benötigen wird, um eine Rate von 20.000 Einheiten pro Woche zu erreichen, was rechnerisch rund 1,04 Millionen Einheiten pro Jahr entsprĂ€che. Als zentrale technische Herausforderungen gelten weiterhin langlebige, feinfĂŒhlige RoboterhĂ€nde sowie KI-Modelle, die offene Aufgabenstellungen zuverlĂ€ssig bewĂ€ltigen können.
