Osteopathie, Verbände

Osteopathie: Verbände fordern Neubewertung der Wirksamkeitsstudien

26.06.2026 - 11:54:42 | boerse-global.de

Osteopathie-Verbände drängen auf berufsgesetzliche Regelung und kritisieren die Methodik des IGeL-Monitors zur Wirksamkeit.

Osteopathie-Streit: Verbände fordern Neubewertung der Wirksamkeit
Osteopathie - Eine Hand hält ein Dokument mit der schemenhaften Abbildung einer Wirbelsäule vor verschwommenen Parlamentsgebäuden. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Berufsverbände drängen auf die Umsetzung des Koalitionsvertrags und werfen dem IGeL-Monitor methodische Mängel vor.

Koalitionsversprechen auf dem PrĂĽfstand

Die Osteopathie Allianz – ein Zusammenschluss des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD) und des Bundesverbandes Osteopathie (BVO) – mahnt die Regierung zur Eile. Im Koalitionsvertrag 2025 hatten sich die Fraktionen auf eine berufsgesetzliche Regelung verständigt. Ziel: einheitliche Ausbildungsstandards und klare rechtliche Grundlagen.

Bislang fehlt eine eigenständige rechtliche Regelung für Osteopathen. Das schafft Unsicherheit – bei Therapeuten wie Patienten. Die Verbände fordern nun staatlich anerkannte Qualifikationsprofile, um Patientensicherheit und Behandlungsqualität zu garantieren.

Methodenstreit um Wirksamkeitsstudien

Doch die Debatte hat eine zweite Front. Die Osteopathie Allianz kritisiert die Bewertung des IGeL-Monitors zu unspezifischen Kreuzschmerzen scharf. Eine Analyse der Internationalen Gesellschaft für Osteopathische Statistik (INIOST) zeigt demnach erhebliche methodische Schwächen.

Die INIOST beanstandet vor allem die Studienauswahl. Ein Leitreview von Autoren wie Dal Farra diene als Grundlage – und weise selbst methodische Defizite auf. Zudem fehlten osteopathiespezifische Datenbanken in der Suchstrategie. Das verzerre die Ergebnisse und zeichne ein unvollständiges Bild der tatsächlichen Studienlage.

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Verbände fordern Neubewertung

Die Vorsitzende des VOD, Prof. Marina Fuhrmann, und BVO-Chefin Christine Berek verlangen eine Neubewertung. Die aktuelle Beurteilung basiere auf einer falschen Definition osteopathischer Behandlung. Das beeinträchtige die Validität der Ergebnisse.

„Eine transparente Methodik muss den Besonderheiten der osteopathischen Medizin gerecht werden“, so die Verbände. Die Kritik der INIOST zeige: Eine fundierte berufsgesetzliche Regelung braucht eine verlässliche wissenschaftliche Basis. Lückenhafte Datenerhebungen dürften diese nicht gefährden.

Gesundheitspolitik im Spannungsfeld

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Die Osteopathie-Debatte fällt in eine Phase großer Reformen im Gesundheitswesen. Während die elektronische Patientenakte (ePA) bis zum 24. Juni bereits 130 Millionen Dokumente verzeichnet, stocken andere Projekte. Das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) wurde im Juni verschoben, ein neues Personalbemessungsinstrument für Ärzte lehnte die Regierung ab.

Zwischen Kostendruck und Qualitätsanspruch positioniert sich die Osteopathie Allianz für eine schnelle gesetzliche Verankerung. Die Verbände sehen darin nicht nur Anerkennung ihrer Arbeit, sondern einen Beitrag zur Entlastung des gesamten Gesundheitssystems.

de | wissenschaft | 69631830 |