Osteoporose in Bayern: Bad Kissingen liegt mit 6,4 Prozent an der Spitze
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Auswertung der AOK Bayern anlÀsslich des Welt-Osteoporose-Tages verdeutlicht erhebliche regionale Unterschiede bei der HÀufigkeit von Knochenschwund im Freistaat. Die Daten zeigen, dass die ErkrankungshÀufigkeit unter den bayerischen Landkreisen stark variiert. WÀhrend einige Regionen vergleichsweise niedrige Erkrankungsraten verzeichnen, liegt der Anteil Betroffener in anderen Landstrichen mehr als doppelt so hoch.
AusprÀgung und regionale Spreizung im Freistaat
Im Jahr 2024 waren in ganz Bayern rund 324.700 Menschen ab einem Alter von 35 Jahren von Osteoporose betroffen, was einer landesweiten PrÀvalenz von 3,91 Prozent entspricht.
Auf Landkreisebene ergaben sich dabei teils deutliche Abweichungen: Den bayernweit niedrigsten Anteil bei den Ăber-35-JĂ€hrigen wies der Landkreis Freising mit 2,9 Prozent auf. Der Spitzenwert wurde hingegen im Landkreis Bad Kissingen verzeichnet, wo die Quote bei 6,4 Prozent lag.
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Auch andere Regionen weisen unterschiedliche Betroffenheitszahlen auf. Im Landkreis Augsburg lebten im Jahr 2024 rund 5.400 erkrankte Personen ab 35 Jahren, was einer Quote von 3,22 Prozent entsprach. Im OstallgÀu waren es circa 3.700 Betroffene mit einer PrÀvalenz von 4,11 Prozent, wÀhrend die Stadt Kaufbeuren rund 1.200 Erkrankte ab 35 Jahren und eine Quote von 4,28 Prozent verzeichnete.
Den Höhepunkt erreicht die ErkrankungshÀufigkeit in Bayern ab einem Alter von 90 Jahren: In dieser Altersgruppe sind 29,6 Prozent der Frauen und 7,9 Prozent der MÀnner betroffen. Zur strukturierten Betreuung bietet die Krankenkasse ein Disease-Management-Programm (DMP) an, an dem Frauen sowie Personen mit diversem Geschlecht ab 50 Jahren und MÀnner ab 60 Jahren teilnehmen können.
Bundesweite Dimensionen und Risikofaktoren
Osteoporose bleibt nicht auf einzelne Regionen beschrĂ€nkt. Nach Angaben von ZDFheute sind in Deutschland insgesamt rund 6 Millionen Menschen von Knochenschwund betroffen, wobei Frauen deutlich hĂ€ufiger erkranken. In Nordrhein-Westfalen belĂ€uft sich die Zahl der Betroffenen laut RTL auf rund 435.600 Personen. Statistiken zufolge entwickeln etwa 20 bis 25 Prozent der Frauen und rund fĂŒnf Prozent der MĂ€nner im Laufe ihres Lebens die Erkrankung.
Da der Knochenschwund hĂ€ufig jahrelang unbemerkt verlĂ€uft und keine typischen FrĂŒhwarnzeichen auftreten, raten Mediziner der Klinik fĂŒr Altersmedizin Reutlingen sowie Ărzte des Klinikums Senftenberg zu einer rechtzeitigen und lebenslangen Vorsorge.
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Als maĂgebliche Risikofaktoren gelten der sinkende Ăstrogenspiegel in den Wechseljahren, unausgewogene ErnĂ€hrung, Bewegungsmangel, Untergewicht, Rauchen, hoher Alkoholkonsum sowie eine lĂ€ngerfristige Kortisonbehandlung.
Die maximale Knochenmasse wird bereits bis etwa zum 30. Lebensjahr aufgebaut. FĂŒr Erwachsene liegt der tĂ€gliche Kalziumbedarf bei rund 1.000 mg, wĂ€hrend Jugendliche etwas mehr benötigen.
Diagnostik und Versorgungsstrukturen
Zur Absicherung der Diagnose dient als Standard nach Vorgaben des Dachverbands Osteologie die sogenannte DXA-Messung. Entsprechend der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation gilt ein T-Wert bis -1 als normal. Ein Wert zwischen -1 und -2,5 zeigt eine Osteopenie an, wÀhrend ab einem Wert von -2,5 eine Osteoporose vorliegt.
Als reine FrĂŒherkennungsmaĂnahme ohne vorliegende Frakturen gilt die Untersuchung als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Bei eingetretenen Folgeverletzungen kommt unter anderem spezieller Knochenzement zum Einsatz.
Die Basistherapie besteht aus körperlicher Bewegung in Kombination mit Kalzium, Eiweià und Vitamin D. Liegt ein erhöhtes Frakturrisiko vor, werden antiresorptive Substanzen wie Bisphosphonate oder osteoanabole Medikamente eingesetzt.
Laut der Ărzte Zeitung plĂ€dieren Experten bei hohem Frakturrisiko vermehrt fĂŒr einen vorrangigen Einsatz osteoanaboler Therapien, um bestehende VersorgungslĂŒcken zu schlieĂen. ErgĂ€nzend zur medizinischen Behandlung bieten regionale Anlaufstellen UnterstĂŒtzung: Im Landkreis Sonneberg bestehen fĂŒnf Selbsthilfegruppen, deren Vermittlung ĂŒber die Kontakt- und Informationsstelle KISS Sonneberg erfolgt.
