Osteoporose-Medikamente: 16% weniger Alzheimer-Risiko im Alter
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 05:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung von Osteoporose könnte über die Knochengesundheit hinausgehende positive Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter haben. Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Hongkong, die in der Fachzeitschrift „Alzheimer's & Dementia“ publiziert wurden, legen einen statistischen Zusammenhang zwischen der Einnahme gängiger Osteoporose-Präparate und einer signifikanten Verringerung des Alzheimer-Risikos nahe.
Die Analyse basierte auf einer umfassenden Datengrundlage von 121.492 Erwachsenen im Alter von mindestens 60 Jahren. Alle untersuchten Personen litten unter Osteoporose oder hatten eine Fraktur erlitten, wiesen jedoch zum Startpunkt keine medikamentöse Vorbehandlung auf.
Die Forscher werteten Krankenakten aus Hongkong aus, die den Zeitraum von 2005 bis 2020 abdeckten. Im Fokus der Untersuchung standen stickstoffhaltige Bisphosphonate (NBP), eine Gruppe weit verbreiteter Wirkstoffe zur Stärkung der Knochensubstanz.
Signifikante Reduktion des Erkrankungsrisikos
Die Auswertung der Langzeitdaten verdeutlichte laut den Studienergebnissen einen messbaren Vorteil für Patienten unter Medikation. Die Anwendung von stickstoffhaltigen Bisphosphonaten ging demnach mit einem um 16% geringeren Risiko für die Entwicklung von Alzheimer oder anderen Demenzformen einher, verglichen mit Personen, die keine entsprechende Medikation erhielten.
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Ein noch deutlicherer Effekt zeigte sich im direkten Vergleich verschiedener Therapieformen: Gegenüber anderen Osteoporose-Medikamenten wiesen die stickstoffhaltigen Bisphosphonate ein um 24% geringeres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen auf. Die Auswertung der Krankenakten lässt darauf schließen, dass diese Medikamente die Knochen stärken und gleichzeitig den kognitiven Abbau bremsen könnten.
Zusätzlich zur relativen Risikosenkung lieferte die Studie eine Kennzahl zur klinischen Relevanz: Demnach entsprechen 48 behandelte Personen über einen Zeitraum von fünf Jahren statistisch einem vermiedenen Demenzfall.
Methodische Einordnung und Forschungsbedarf
Trotz der deutlichen statistischen Korrelationen weisen die Autoren um Ching-Lung Cheung von der Universität Hongkong auf die Limitationen der Untersuchung hin.
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Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, ist ein definitiver Kausalnachweis bisher nicht erbracht. Es sei zwar beobachtet worden, dass die Medikamente mit einem geringeren Risiko korrelieren, doch müssten klinische Tests folgen, um die Wirksamkeit zur Demenzprävention abschließend zu validieren.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Population der Probanden. Die vorliegenden Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf eine chinesische Bevölkerungsgruppe in Hongkong. Inwiefern die Resultate auf andere Ethnien oder globale Regionen übertragbar sind, bleibt Gegenstand künftiger Forschung. Berichte über die Studie und deren Ergebnisse wurden Mitte September 2026 veröffentlicht.
