Outlook: Microsoft stellt umstrittene Copilot-Suche ein
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 12:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern Microsoft hat die umstrittene Copilot-Suche in Outlook offiziell eingestellt. Die Entscheidung vom heutigen Dienstag ist eine bemerkenswerte Kehrtwende in der aggressiven KI-Strategie des Unternehmens.
Rückzug nach heftiger Kritik
Die Copilot-Suche war erst im April 2026 eingeführt worden. Sie sollte Outlook-Nutzern KI-generierte Vorschläge direkt in den Suchergebnissen anzeigen. Doch die Funktion stieß sofort auf massive Ablehnung. Nun zieht Microsoft die Notbremse und entfernt die umstrittene Integration vollständig.
Der Rückzug ist Teil einer größeren Neuausrichtung. Zeitgleich berichten Insider, dass Microsoft auch in mehreren anderen Windows-11-Anwendungen die Copilot-Buttons entfernt. Ziel ist es, die Benutzeroberfläche zu verschlanken und überflüssige Funktionen zu streichen.
KI-Integration: Vom Turbo zum Bremsmanöver
Noch im Frühjahr hatte Microsoft aufs Tempo gedrückt. Mit dem Wave-2-Update am 26. April 2026 wollte der Konzern KI systemweit verankern. Geplant waren personalisierte Speicherfunktionen, Workflow-Agenten und eine plattformübergreifende Suche über Dienste wie Slack, Google Drive und Jira.
Doch die Nutzer zeigten sich unbeeindruckt. Immer wieder kritisierten sie, dass grundlegende Funktionen vernachlässigt würden. Hinzu kamen anhaltende Datenschutzbedenken. Der Hype um die KI-Integration verpuffte zusehends.
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Der Copilot-Key: Ein Hardware-Flop
Ein besonders deutliches Zeichen für das Scheitern liefert die Tastatur. Erst 2024 hatte Microsoft mit der Copilot-Taste die erste große Tastaturneuerung seit der Start-Taste von 1994 eingeführt. Doch die Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Seit gestern testet das Unternehmen nun einen „Kill Switch" für die umstrittene Taste. Nutzer können sie entweder komplett deaktivieren oder wieder auf die traditionelle rechte Strg-Funktion umlegen. Der Grund: niedrige Akzeptanzraten und massive Frustration über die fehlende Anpassbarkeit.
Juristische und finanzielle Schieflage
Der Zeitpunkt der Kehrtwende ist kein Zufall. Seit gestern läuft eine Sammelklage gegen Microsoft wegen Wertpapierbetrugs. Die Kläger werfen dem Konzern vor, Anleger über die Performance von Copilot und der Azure-Cloud-Plattform getäuscht zu haben.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nach den Quartalszahlen vom Januar 2026 brach die Microsoft-Aktie um zehn Prozent ein. Grund war die enttäuschende Zahl von nur 15 Millionen Premium-Kunden für Microsoft 365 Copilot. Die Erwartungen des Marktes waren deutlich höher gewesen. Die Frist für die Benennung eines Hauptklägers endet am 11. August 2026.
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Eigene KI statt OpenAI
Parallel dazu baut Microsoft seine Abhängigkeit von OpenAI ab. Seit gestern ist bekannt, dass der Konzern mehrere OpenAI-Modelle durch eigene Technologien ersetzt. Das hauseigene MAI-Image-2.5-Modell treibt bereits den Bing Image Creator an. In PowerPoint sollen die Kosten für die Bilderzeugung um rund 85 Prozent gesunken sein.
Interne Daten zeigen: Microsofts eigene Modelle stecken inzwischen in über der Hälfte aller Produkte des Konzerns. In Excel erreicht das MAI-Modell ein mit GPT-5.6 vergleichbares Niveau – allerdings zu deutlich geringeren Betriebskosten. Die Partnerschaft mit OpenAI besteht zwar weiter, doch die Exklusivität ist Geschichte. Microsoft setzt zunehmend auf die eigene technologische Infrastruktur.
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