Pacibekitug: Neuer Antikörper senkt Entzündungen um bis zu 89%
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Phase-II-Studie zu dem Entzündungshemmer Pacibekitug liefert neue Erkenntnisse zur Behandlung von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD). Der Antikörper, der gegen das entzündungsfördernde Protein Interleukin-6 (IL-6) gerichtet ist, senkte in der Untersuchung den Entzündungsmarker hs-CRP deutlich und dosisabhängig. Die Ergebnisse der von Tourmaline Bio gesponserten TRANQUILITY-Studie wurden beim ESC Congress 2026 vorgestellt.
Deutliche Reduktion der Entzündungswerte
An der Studie nahmen 143 Patienten mit chronischer Nierenerkrankung teil. Je nach Dosierung und Behandlungsdauer zeigte sich eine Senkung des hs-CRP-Werts gegenüber Placebo um bis zu 89 Prozent.
Konkret sank der Wert bei einer Dosis von 25 Milligramm über 90 Tage um 76 Prozent, bei 50 Milligramm über denselben Zeitraum um 85 Prozent und bei 15 Milligramm über 30 Tage um 89 Prozent. In der Placebogruppe stieg der Wert dagegen um 7 Prozent. Die statistische Signifikanz der Ergebnisse wird mit einem p-Wert von unter 0,0001 angegeben.
Nach Angaben von Tourmaline Bio hielt die entzündungshemmende Wirkung über einen Zeitraum von 180 Tagen an. Damit deutet die Studie auf einen dauerhaften Effekt hin, der über die unmittelbare Behandlungsphase hinausreicht. Patienten mit chronischer Nierenerkrankung weisen häufig erhöhte Entzündungswerte auf, die mit einem größeren Risiko für Folgeerkrankungen in Verbindung gebracht werden.
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Verträglichkeit ohne neue Sicherheitssignale
Tourmaline Bio zufolge wurde die Behandlung mit Pacibekitug von den Studienteilnehmern gut vertragen. Neue Sicherheitssignale seien im Rahmen der Untersuchung nicht aufgetreten. Diese Einschätzung wurde in mehreren Berichten zur Studie übereinstimmend wiedergegeben.
Offene Fragen zum kardiovaskulären Nutzen
Trotz der positiven Signale bei den Entzündungswerten bleibt der klinische Nutzen von Pacibekitug für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bislang unbelegt. Kardiovaskuläre Endpunkte wurden in der aktuellen Studie nicht untersucht, weshalb Fachbeobachter größere Outcome-Studien für notwendig halten, um den tatsächlichen Effekt auf Herzerkrankungen zu belegen.
Erhöhte Entzündungsmarker gelten in der Forschung als möglicher Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse, ein direkter Nachweis, dass deren Senkung auch das Risiko für Herzerkrankungen reduziert, steht jedoch noch aus.
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Nächste Schritte
Tourmaline Bio kündigte an, als nächsten Entwicklungsschritt eine Phase-III-Studie zu planen, die den Nachweis erbringen soll, dass Pacibekitug tatsächlich zu einer Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse führt.
Zudem sollen laut Unternehmensangaben weitere Untersuchungen zur Nierenfunktion und zu kardiovaskulären Endpunkten folgen. Damit soll geklärt werden, ob sich die in der TRANQUILITY-Studie beobachtete Senkung der Entzündungsmarker auch in konkreten klinischen Vorteilen für Patienten niederschlägt.
Tourmaline Bio steht im Zusammenhang mit dem Pharmakonzern Novartis. Die Novartis-Aktie notierte zuletzt bei 153,81 US-Dollar, ein Rückgang von 0,54 Prozent.
Für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, bei denen erhöhte Entzündungswerte ein bekanntes Risiko darstellen, könnten die Studienergebnisse mittelfristig neue Behandlungsoptionen eröffnen. Bis zur Zulassung eines solchen Wirkstoffs sind jedoch weitere, größer angelegte klinische Prüfungen erforderlich, insbesondere im Hinblick auf harte kardiovaskuläre Endpunkte.
