Panxeon-Bluttest, Bauchspeicheldrüsenkrebs

Panxeon-Bluttest: Bauchspeicheldrüsenkrebs in frühen Stadien zu 87 Prozent erkannt

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschungsteams prüfen neue Immuntherapieansätze, während Zulassungen und digitale Verfahren Behandlung und Tumordiagnostik erweitern.

Krebsmedizin: Neue Immuntherapien, Diagnosetests und KI-Modelle
Ein steriles, modernes biomedizinisches Labor mit gläsernen Gefäßen auf einer Edelstahloberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Studien untersuchen zentrale Herausforderungen der Krebsmedizin, darunter Versagensgründe bei Prostatatherapien, veränderte Protokolle für Strahlentherapien bei metastasiertem Krebs sowie angepasste Intervalle für Kontrollkoloskopien bei Hoch-Risiko-Adenomen.

Parallel zu diesen klinischen Fragestellungen verzeichnen Forschungseinrichtungen und Behörden methodische Fortschritte in der Immunonkologie, bei Zulassungsverfahren sowie im Bereich datengestützter Diagnoseverfahren.

Neue Zielstrukturen und zelluläre Ansätze in der Immuntherapie

In der präklinischen Onkologie untersuchen Heidelberger und DKFZ-Forschende das Oberflächenprotein MPZL1. In Untersuchungen von 2.200 Tumorproben verschiedener Krebsarten sowie Proben gesunder Gewebe zeigte sich, dass MPZL1 bei diversen soliden Tumoren häufig vervielfältigt vorkommt und von Tumorzellen vermehrt an der Oberfläche getragen wird.

Im Labor attackierten speziell entwickelte MPZL1-spezifische CAR-T-Zellen Zelllinien von Leber-, Brust-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Glioblastomen und zerstörten die veränderten Zellen.

In zwei Mausmodellen führte eine einmalige Gabe zu einem starken Rückgang MPZL1-positiver Tumoren. Wirksamkeit und Sicherheit beim Menschen sind bislang nicht belegt, weshalb mögliche Nebenwirkungen weiter analysiert werden müssen.

Einen alternativen Weg zur zellulären Reprogrammierung verfolgen das DKFZ und das Universitätsklinikum Heidelberg. Dort sollen Lipid-Nanopartikel künftig Boten-RNA (mRNA) und das Gen-Editing-Werkzeug CRISPR-Cas9 direkt im menschlichen Körper in Immunzellen einschleusen, um diese gegen Blutkrebs umzuprogrammieren.

Dieser Ansatz befindet sich in Phase-1-Studien zur Sicherheitsüberprüfung; erste Behandlungen von Patientinnen und Patienten sind für Anfang 2027 vorgesehen. Das Vorhaben wird mit 6 Mio. Euro aus dem Netzwerk der Nationalen Zentren für Tumorerkrankungen unterstützt.

Erweiterte Optionen bei medikamentösen Behandlungen

Auf regulatorischer Ebene hat die Europäische Kommission die Kombination aus Lurbinectedin und Atezolizumab als Erhaltungstherapie für Erwachsene mit kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC) zugelassen, sofern die Erkrankung nach einer einleitenden Behandlung mit Carboplatin, Etoposid und Atezolizumab nicht weiter fortgeschritten ist.

Für Patientinnen mit fortgeschrittenem HR+/HER2?-Mammakarzinom ermöglicht die Zulassung des selektiven Östrogenrezeptor-Degraders Camizestrant ein verändertes Vorgehen.

Laut Berichten von journalonko.de kann während einer endokrin-basierten Erstlinientherapie zirkulierende Tumor-DNA auf Mutationen im ESR1-Gen überwacht werden. Werden entsprechende Mutationen nachgewiesen, erfolgt der Wechsel auf Camizestrant, was in der Erstlinie das progressionsfreie Überleben signifikant verlängere.

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Ein Bluttest hat Bauchspeicheldrüsenkrebs in frühen Stadien in knapp 87 Prozent der Fälle erkannt — ohne Gewebeprobe, ohne Eingriff. Noch ist er kein Ersatz für die Bildgebung, aber er zeigt, wohin die Früherkennung geht. Unser kostenloser Leitfaden ordnet ein, welche nicht-invasiven Tests heute verfügbar sind und was sie für Sie ab 50 bedeuten. Kostenlosen Früherkennungs-Leitfaden anfordern

Methoden zur Früherkennung und beschleunigten Gewebeanalysen

In der Diagnostik von Tumoren der Bauchspeicheldrüse prüft die Forschungseinrichtung City of Hope den nicht-invasiven Bluttest Panxeon. In einer multizentrischen Studie mit fast 1.800 Teilnehmenden aus den USA, Europa und Asien identifizierte das Verfahren, das zirkulierende microRNAs, Exosomen-microRNAs und den Tumormarker CA19-9 kombiniert, Bauchspeicheldrüsenkrebs in den Stadien 1 und 2 in knapp 87 % der Fälle.

Hochgradige Dysplasien wurden in mehr als 64 % der Fälle erkannt. Die Rate falsch-positiver Befunde lag bei rund 3 % in Niedrigrisikogruppen, trat in Hochrisikogruppen jedoch häufiger auf. Der Test stellt derzeit keinen Ersatz für bildgebende Verfahren dar; weitere Untersuchungen stehen an.

Um diagnostische Abläufe insgesamt zu beschleunigen, eröffnete das Berlin Institute of Health in der Charité eine Plattform, die 3D-Lichtmikroskopie, Genom- und Proteomanalysen mit automatisierter Auswertung verknüpft. Das System soll neben seltenen Erkrankungen und Immunreaktionen vor allem Krebserkrankungen untersuchen.

Diagnostikdaten und Therapieempfehlungen sollen dort innerhalb von Stunden generiert werden, während herkömmliche Abläufe ein bis drei Wochen beanspruchen. Der Aufbau erfolgt in fünf Phasen von 2026 bis 2029, wobei eine Pilotphase mit ersten Projekten ab 2028 vorgesehen ist.

Computergestützte Modelle in Befundung und Therapieplanung

Die computergestützte Analyse gewinnt bei der Differenzierung von Tumorgeweben an Bedeutung. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg und des Weizmann Institute of Science veröffentlichten am 30.09.2026 in der Fachzeitschrift Nature Methods das frei verfügbare Modell CytoVI. Das System ordnete in Einzelzelldaten von chronischer lymphatischer Leukämie typische Krebszellen in hoher Übereinstimmung mit manuellen Befunden zu.

Bei der Analyse von Daten von 63 Patientinnen mit B-Zell-Lymphomen identifizierte das Modell krankheitsbezogene T-Zell-Gruppen sowie eine bislang unbeschriebene seltene Zellpopulation. Sehr geringe Mengen verbleibender Krebszellen nach Therapien stellen für das System weiterhin eine methodische Hürde dar.

Ergänzend meldete die Universität Bonn ihre Mitwirkung am Verbundprojekt EUcanAI. An dem Vorhaben sind Forschende aus elf Institutionen in Deutschland, Österreich und Dänemark sowie die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) beteiligt.

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Die EU fördert das Projekt ab September 2026 über vier Jahre mit rund 3,9 Mio. Euro. Das Vorhaben zielt auf die Entwicklung von Assistenzsystemen zur Analyse von Arzt-Patienten-Gesprächen, Bilddaten und Gewebeproben bei Hirntumoren ab, wobei die finale Entscheidung über Therapien bei den Behandelnden verbleibt.

Laut einem Bericht der WELT könnten zudem digitale Zwillinge künftig Behandlungen an virtuellen Patientenabbildern simulieren und die Abwägung zwischen Operationen, Bestrahlungen und Medikamenten unterstützen. Konkrete Studienergebnisse hierzu liegen noch nicht vor.

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