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Papst Leo XIV. zu KI-Risiken: Er fordert einen internationalen Dialog

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 00:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leo XIV. verlangt einen breiten Austausch über KI-Folgen und kritisiert Tech-Manager, die verbindliche Schutzregeln ablehnen.

Papst Leo XIV. fordert internationalen Dialog über KI-Risiken
Innenansicht einer Kathedrale mit hohen Gewölben und einfallendem Tageslicht, das Schatten auf den Marmorboden wirft. Illustration mit AI erstellt.

Papst Leo XIV. hat auf dem Rückflug von Frankreich nach Rom zu einem breit angelegten internationalen Dialog über die Risiken und ethischen Folgen künstlicher Intelligenz aufgerufen. Die Warnungen von Experten vor den Gefahren der Technologie müssten ernst genommen werden und seien keine Falschmeldungen.

Man könne sich angesichts der rasanten Entwicklungen nicht einfach zurücklehnen und so tun, als passiere nichts, erklärte das Kirchenoberhaupt am 28. September 2026.

Gleichzeitig betonte der Papst, er befinde sich nicht im Zustand der Panik, schlafe nachts ruhig und blicke verhältnismäßig optimistisch auf die Zukunft. Seine Stellungnahme gilt Beobachtern dennoch als deutliche Reaktion auf Äußerungen von US-Präsident Trump, der Risiken im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz in der Vorwoche vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen als Schwindel bezeichnet hatte.

Skepsis gegenüber Selbstregulierung der Tech-Konzerne

Leo XIV. übte deutliche Kritik an Spitzenmanagern der Technologiebranche, die verbindliche Schutzmaßnahmen ablehnen. Skepsis äußerte er namentlich gegenüber Jensen Huang, dem Vorstandsvorsitzenden des Chipherstellers Nvidia.

Huang hatte zwar Sicherheitsvorkehrungen gegen unkontrollierte Software-Agenten angekündigt, staatliche Regulierungen jedoch zurückgewiesen. Nvidia führte am 28. September 2026 eigene Kontrollmechanismen ein, nachdem das Unternehmen externe Vorgaben zuvor abgelehnt hatte.

Der Vatikan begleitet das Thema bereits über eine eigene Arbeitsgruppe im Austausch mit Experten, während eine päpstliche Kommission den Dialog weiter vertiefen soll.

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Bereits am 25. September 2026 hatte Leo XIV. vor 1.400 Teilnehmenden am Sitz der UNESCO in Paris gemahnt, künstliche Intelligenz müsse im Dienst des Menschen bleiben und dürfe nicht zu einem Werkzeug der Beherrschung und Ungerechtigkeit werden. Dabei warnte er vor Desinformation, einer rein an Effizienz ausgerichteten Bewertung von Individuen und forderte wirksame Schutzmechanismen für Kinder und Jugendliche im digitalen Raum.

Zwar könne die Technologie gewaltige Datenmengen korrelieren, Fragen nach dem Sinn des Lebens könne sie jedoch nicht beantworten; Information dürfe nicht mit Weisheit verwechselt werden.

Die Reise nach Paris markierte den ersten Besuch eines Papstes bei einer UN-Organisation außerhalb Italiens seit dem Auftritt von Johannes Paul II. am 2. Juni 1980 vor 46 Jahren.

Wachsende Dringlichkeit in Politik und Industrie

Auch abseits der kirchlichen Mahnungen mehren sich in Politik und Wirtschaft Stimmen, die vor den Gefahren unregulierter Systeme warnen. Dario Amodei, Chef des KI-Entwicklers Anthropic, wies darauf hin, dass Systeme innerhalb von sechs bis zwölf Monaten in Schwärmen agieren und erhebliche Teile des Internets unter ihre Kontrolle bringen könnten.

US-Präsident Trump plante vor diesem Hintergrund ein Abendessen mit Amodei und setzte für Dienstag ein Treffen mit Wirtschaftsführern im Weißen Haus an. Zu der Runde zählen neben Huang und Amodei auch Meta-Chef Mark Zuckerberg, Greg Brockman von OpenAI sowie möglicherweise Google-Chef Sundar Pichai und Elon Musk für SpaceXAI.

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Auf internationaler Ebene verhandeln Vertreter der Vereinigten Staaten und Chinas über einen Notfall-Kommunikationsmechanismus für sicherheitsrelevante Vorfälle. OpenAI verlangt unterdessen globale Standards für besonders fortschrittliche Modelle und verschob seinen geplanten Börsengang auf das nächste Jahr, um den Fokus auf Sicherheitsaspekte zu legen.

Flankierend forderte Kardinal Robert McElroy am 26. September 2026 bei einem Vortrag über die Enzyklika Magnifica Humanitas einen neuen gesellschaftlichen Konsens: Einen Sozialvertrag für die digitale Welt, der Arbeiterschaft, Unternehmen, Universitäten, Religionsgemeinschaften und staatliche Institutionen gleichermaßen einbindet.

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