Parkinson-Forschung, Marathons

Parkinson-Forschung: 100 Marathons gegen die Krankheit

09.05.2026 - 06:40:18 | boerse-global.de

Die Parkinson-Forschung erlebt 2026 einen Durchbruch mit personalisierten Therapien, Gentherapie und Milliarden-Investitionen.

Parkinson-Forschung: 100 Marathons gegen die Krankheit - Foto: über boerse-global.de
Parkinson-Forschung: 100 Marathons gegen die Krankheit - Foto: über boerse-global.de

Dr. Larry Grogin läuft 100 Marathons in 100 Tagen. Der 71-jährige Arzt hat selbst Parkinson – diagnostiziert 2019. Zwischen März und Juli 2026 will er mit dieser außergewöhnlichen Aktion das Bewusstsein für die Erkrankung schärfen und Forschungsprojekte unterstützen.

Sein Einsatz fällt in eine Zeit des Umbruchs. Die Wissenschaft entfernt sich zunehmend von pauschalen Behandlungen. Parkinson gilt nicht länger als einheitliche Krankheit, sondern als Geflecht verschiedener biologischer Phänotypen – jeder braucht seine eigene Therapie.

Michael J. Fox Foundation setzt auf Präzision

Anfang Mai 2026 markiert eine strategische Neuausrichtung der Michael J. Fox Foundation (MJFF) einen Wendepunkt. Am 8. Mai benannte die Organisation ihre PPMI-Studie in „Parkinson's Precision Medicine Initiative“ um. Der neue Name spiegelt den Fokus auf personalisierte Behandlungswege wider.

Die Initiative kann bereits Erfolge vorweisen: einen validierten Alpha-Synuclein-Test zur Früherkennung sowie die Bestätigung von Geruchsverlust und REM-Schlafstörungen als frühe Warnsignale. Mehr als 75 krankheitsmodifizierende Therapien befinden sich derzeit in der Entwicklung.

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Neue Forschungsergebnisse der VIB und der KU Leuven unterstreichen die Notwendigkeit dieser Differenzierung. Mittels maschinellen Lernens identifizierten Forscher in Modellen mit 24 Genmutationen zwei Hauptgruppen und fünf Untergruppen der Erkrankung. Entscheidend: Behandlungen, die bei einer Gruppe wirkten, zeigten bei einer anderen keine Effekte.

Milliardenschwere Investitionen in die Forschung

Auch wirtschaftlich schlägt sich der Trend nieder. Das Biotechnologieunternehmen Prothena legte am 7. Mai seine Quartalszahlen vor: 32,7 Millionen US-Dollar Nettoeinkommen – eine deutliche Steigerung. Ein wesentlicher Treiber war ein Meilenstein von Novo Nordisk im Bereich der Coramitug-Entwicklung.

Roche präsentierte zudem Daten zum Wirkstoff Prasinezumab. Sie deuten darauf hin, dass der kognitive und motorische Verfall über fünf Jahre um etwa zwei Jahre verzögert werden könnte.

Gentherapie und drahtlose Hirnstimulation

Die Technologie treibt die Behandlungsmöglichkeiten über die klassische Pharmakotherapie hinaus. In Polen unterstützt die EU die Entwicklung einer Gentherapie am Mazowiecki Szpital Bródnowski in Warschau mit 46,1 Millionen Euro. Virale Vektoren bringen genetisches Material direkt ins Gehirn, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Europaweit sind rund 1,2 Millionen Menschen von Parkinson betroffen.

Einen weiteren innovativen Ansatz verfolgt die Forschung zur drahtlosen Tiefenhirnstimulation. Wissenschaftler stellten in Science Advances ein System auf Nanopartikel-Basis vor. Die sogenannten ATB NPs bestehen aus Gold-Nanoshells und speziellen Peptiden. Sie werden per Injektion in die Substantia Nigra eingebracht und durch Nahinfrarot-Licht aktiviert. In Versuchen baute das System Alpha-Synuclein-Aggregate ab und stellte die Funktion von Dopamin-Neuronen wieder her.

Ergänzt werden diese invasiven Ansätze durch Fortschritte in der Kartierung neuronaler Verbindungen. Mit der Methode „Connectome-seq“, im März 2026 in Nature Methods vorgestellt, können Forscher der University of Illinois tausenden Neuronen individuelle RNA-Barcodes zuweisen. Das erlaubt die Kartierung komplexer Schaltkreise bis auf die Ebene einzelner Synapsen.

Schlafapnoe als Risikofaktor

Neben der Behandlung rückt die Prävention durch Lebensstilfaktoren in den Fokus. Eine im Mai 2026 veröffentlichte Studie in Neurobiology of Aging zeigt den Zusammenhang zwischen unbehandelter Schlafapnoe und physischen Veränderungen im Gehirn. Bei Patienten mit Schlafapnoe fanden sich höhere Amyloid-Plaque-Werte und ein verringerter Gehirnenergiestoffwechsel in Regionen wie dem Precuneus. Schlafapnoe gilt zunehmend als modifizierbarer Risikofaktor.

Weitere Studien liefern Hinweise auf schützende Faktoren:

  • Kaffee: Eine Analyse in JAMA mit über 130.000 Teilnehmern zeigte, dass zwei bis drei Tassen pro Tag mit einem niedrigeren Demenzrisiko verbunden sind.
  • Darm-Hirn-Achse: Untersuchungen in Scientific Reports deuten darauf hin, dass Präbiotika das Mikrobiom von Parkinson-Patienten stabilisieren können.
  • Mikro-Training: Das Center for BrainHealth der UT Dallas belegte in einer Studie mit 4.000 Teilnehmern: Schon fünf bis 15 Minuten tägliches Training verbessert die Gehirngesundheit in jedem Alter.
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Kognitive Reserve – ein zweischneidiges Schwert

Eine Studie von Forschern aus Birmingham und Oxford, am 7. Mai in BMJ Mental Health erschienen, zeigt die Komplexität kognitiver Marker. Bei Patienten mit überstandener Depression korrelierte eine höhere kognitive Leistungsfähigkeit überraschenderweise mit einem höheren Rückfallrisiko. Bei gesunden Kontrollgruppen war schlechtere Kognition dagegen ein Risikofaktor für die Ersterkrankung.

Milliardenmarkt für Gehirngesundheit

US-Verbraucher investieren Milliarden in Nahrungsergänzungsmittel – Experten mahnen zur Vorsicht. Kreatin zeigt laut aktuellen Reviews eine nachweisbare Wirkung auf die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei älteren Erwachsenen. Die mediterrane Diät übertrifft in ihrer Wirksamkeit jedoch meist isolierte Präparate. Für Mittel wie Ginkgo Biloba gibt es bei gesunden Menschen weiterhin keine konsistenten Belege.

Parallel entwickelt sich ein trend zum „Hobby-Maxxing“: Passive Bildschirmzeit wird durch handwerkliche Aktivitäten wie Töpfern oder Gartenarbeit ersetzt. Psychologische Umfragen zeigen, dass Menschen mit kreativen Hobbys häufiger eine sehr gute psychische Gesundheit angeben.

Ausblick: Entscheidendes Jahr für die Neurologie

2026 gilt als entscheidend für die Neurologie. Mehrere klinische Studien der Phase 3 stehen vor ihrem Abschluss. Besonders im Fokus: die FDA-Entscheidung über neue Verabreichungsformen von Antikörper-Therapien. Für Lecanemab wurde der PDUFA-Termin zur Prüfung einer subkutanen Startdosis auf den 24. August festgesetzt. Bei Zulassung könnte die Behandlung wöchentlich zu Hause durchgeführt werden.

Die Forschung zur Rolle von Acetylcholin-Rezeptoren, beschrieben in aktuellen Arbeiten von Texas A&M, wird weiterverfolgt. Die Stärkung dieser Rezeptoren kann Dopamin-Neuronen schützen – ein Effekt, der besonders bei weiblichen Modellen stark ausgeprägt war. Die Branche erwartet bis Ende 2026 zudem wegweisende Daten zu neuen Wirkstoffkandidaten wie PRX019 von Bristol Myers Squibb.

Während Patienten wie Dr. Larry Grogin durch ihre sportlichen Leistungen die physischen Grenzen der Erkrankung austesten, liefert die Wissenschaft die Werkzeuge, um diese Grenzen für alle Betroffenen zu verschieben.

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