Passkeys, Milliarden

Passkeys: 5 Milliarden GerÀte nutzen bereits biometrische Login

31.05.2026 - 04:12:17 | boerse-global.de

Biometrische Verfahren und Kryptografie ersetzen zunehmend Passwörter. Google fĂŒhrt DBSC gegen Session-Diebstahl ein.

Passkeys: 5 Milliarden GerĂ€te nutzen bereits biometrische Login - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Passkeys: 5 Milliarden GerĂ€te nutzen bereits biometrische Login - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Weltweit sind bereits rund 5 Milliarden Passkeys im Einsatz – eine Technologie, die herkömmliche Login-Daten durch biometrische Verfahren und kryptografische SchlĂŒssel ersetzt.

Der Siegeszug der Passkeys

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 90 Prozent der Internetnutzer kennen inzwischen die Passkey-Technologie. Seit Mai 2025 gibt es sogar einen eigenen World Passkey Day, der jeweils am ersten Donnerstag im Mai stattfindet. Anders als traditionelle Passwörter arbeiten Passkeys mit Public-Key-Kryptografie und sind fest an ein GerÀt gebunden. Die Freigabe erfolgt per Face ID, Touch ID oder anderen biometrischen Verfahren.

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Am 24. April 2026 empfahl das britische National Cyber Security Centre (NCSC) offiziell die Umstellung auf Passkeys. Die Behörde bezeichnete sie als „deutlich widerstandsfĂ€higer und nutzerfreundlicher" als die jahrzehntealten Passwort-Praktiken. Branchenexperten wie Niall McConachie von Yubico und Eric Sachs von Microsoft bestĂ€tigen: Passkeys eliminieren das Risiko von Remote-Phishing-Angriffen auf Login-Daten zwar nicht vollstĂ€ndig, senken es aber drastisch.

Hardware-Schutz gegen Session-Hijacking

Doch die Sicherheitsexperten ruhen sich nicht auf den Passkeys aus. Ein neues Problem rĂŒckt in den Fokus: der Diebstahl von Sitzungstoken. Google reagierte am 25. Mai 2026 mit der EinfĂŒhrung von Device Bound Session Credentials (DBSC) im Chrome-Browser. Diese Technologie bindet Session-Cookies kryptografisch an die Hardware eines GerĂ€ts – etwa an einen Trusted Platform Module (TPM) oder eine Secure Enclave.

Der Rollout soll bis zu 60 Tage dauern. FĂŒr Google-Workspace-Nutzer ist die Funktion bereits standardmĂ€ĂŸig aktiviert, private Konten unter Windows und macOS folgen schrittweise. Der entscheidende Vorteil: Selbst wenn Angreifer einen Cookie stehlen, nĂŒtzt er ihnen nichts – die Session lĂ€sst sich nicht auf einen anderen Rechner ĂŒbertragen. DBSC ergĂ€nzt damit bestehende Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), indem es die Sitzung auch nach dem Login schĂŒtzt.

Angreifer setzen auf KI und Industrialisierung

Der Druck zur Modernisierung wĂ€chst. Der Verizon Data Breach Investigations Report 2026 zeigt: Software-SicherheitslĂŒcken haben gestohlene Zugangsdaten als hĂ€ufigste Einfallstore abgelöst und sind fĂŒr 31 Prozent aller Angriffe verantwortlich. Gleichzeitig setzen bereits 15 Prozent der Angreifer auf KĂŒnstliche Intelligenz – von KI-gestĂŒtztem Phishing bis hin zu kompromittierten Entwickler-Tools.

Eine Analyse von iSECTECH offenbarte, dass moderne Credential-Stuffing-Angriffe industrielle Ausmaße angenommen haben. Die TĂ€ter nutzen Plattformen mit Millionen gestohlener Login-Kombinationen und Residential-Proxys, um menschliches Verhalten zu imitieren. In einem dokumentierten Fall blieb ein Angriff auf eine Einzelhandelsplattform 19 Tage lang unentdeckt – mit verheerenden Folgen: 13.000 kompromittierte Konten und ein Schaden von ĂŒber 540.000 Euro. Selbst MFA-Systeme ohne Phishing-Resistenz konnten die automatisierten Angriffe nur um etwa 25 Prozent verlangsamen.

Grundlegende SicherheitsmÀngel bleiben bestehen

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Trotz aller technologischen Fortschritte offenbaren Audits immer wieder eklatante SicherheitslĂŒcken. Eine aktuelle PrĂŒfung des US-Innenministeriums ergab: Über 20 Prozent der Netzwerk-Passwörter ließen sich problemlos knacken. Noch alarmierender: 89 Prozent der risikoreichen Systeme der Behörde verfĂŒgten ĂŒber keinerlei Multi-Faktor-Authentifizierung.

FĂŒr Unternehmen, die weiterhin auf traditionelle Systeme setzen, gelten strenge Richtlinien. Amazon Web Services empfahl fĂŒr seinen inzwischen eingestellten Inspector-Classic-Dienst Mindest-PasswortlĂ€ngen von 14 Zeichen. Sicherheitstester von PCMag raten sogar zu 20 Zeichen oder mehr.

Besonders der Mittelstand steht vor Herausforderungen. Industriedienstleister verwalten hĂ€ufig 30 bis 80 verschiedene Lieferanten-Logins. Experten empfehlen BĂŒromanagern, regelmĂ€ĂŸige 30-minĂŒtige Audits durchzufĂŒhren, um den Reifegrad ihres Passwort-Managements zu ermitteln. Der Druck kommt nicht zuletzt von Versicherungen: Cyber-Policen prĂŒfen zunehmend, ob gemeinsame ZugĂ€nge und MFA-Lösungen implementiert sind.

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