Passkeys, Job

Passkeys im Job: 43 Prozent der Sicherheitsexperten nutzen weiter Passwörter

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine internationale Befragung zeigt: Viele Sicherheitsexperten nutzen weiterhin Passwörter, während Phishing und KI-Angriffe zunehmen.

Passkeys bleiben trotz wachsender KI-Angriffe im Arbeitsalltag selten
Ein minimalistischer Flur mit einer schweren, verschlossenen Metalltür und langen Schatten auf dem Boden. Illustration mit AI erstellt.

Obwohl moderne Alternativen wie Passkeys in der Branche weitgehend bekannt sind, setzt ein beträchtlicher Teil der IT- und Cybersicherheitsexperten im Berufsalltag weiterhin auf traditionelle Passwörter. Dies geht aus der weltweiten Erhebung „2026 Global State of Authentication“ hervor, die von Talker Research im Auftrag von Yubico und Okta durchgeführt wurde.

Für die Erhebung wurden zwischen dem 2. und 16. Juli 2026 insgesamt 1.890 IT- und Sicherheitsexperten aus Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern in neun Ländern befragt, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien, Frankreich, Schweden, Indien, Singapur, Japan und Australien.

Demnach verwenden 43 Prozent der befragten Sicherheitsprofis an ihrem Arbeitsplatz nach wie vor Passwörter. Für Arbeitskonten nutzen 43 Prozent die Kombination aus Benutzername und Passwort, während dieser Anteil bei privaten Zugängen bei 48 Prozent liegt. Bereits beim Einstieg in ein Unternehmen dominieren veraltete Verfahren: 52 Prozent der Befragten gaben an, an ihrem ersten Arbeitstag reguläre Passwörter erhalten zu haben.

Hohe Bekanntheit von Passkeys steht geringer Nutzung gegenüber

Die Zurückhaltung bei der Einführung moderner Anmeldeverfahren beruht nicht auf fehlendem Wissen. Laut den Studienergebnissen kennen 87 Prozent der befragten Sicherheitsexperten passwortlose Logins. Zudem stufen 31 Prozent hardwaregestützte Passkeys als sicherste Authentifizierungsmethode ein, gefolgt von synchronisierten Passkeys mit 27 Prozent und gerätegebundenen Passkeys über ein Mobilgerät mit 23 Prozent.

Dennoch setzen lediglich 25 Prozent der Fachkräfte hardwarebasierte Passkeys für die Arbeit ein; im privaten Bereich liegt der Anteil bei 20 Prozent. Passwortmanager werden von 24 Prozent beruflich und von 30 Prozent privat genutzt. Gleichzeitig lassen 28 Prozent der Experten ihr privates E-Mail-Postfach gänzlich ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).

Anzeige

Während viele Experten noch zögern, ist die Technologie hinter Passkeys bereits einsatzbereit, um die Sicherheit Ihrer Konten massiv zu erhöhen. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Passkeys bei Diensten wie Amazon, Microsoft und WhatsApp sofort einrichten. Was hinter der neuen Technologie steckt, die Passwörter ablöst

Auch auf organisatorischer Ebene bestehen erhebliche Sicherheitslücken: 76 Prozent der Unternehmen nutzen eine fragmentierte Authentifizierungsinfrastruktur. Zudem erzwingen 23 Prozent der Organisationen keine Multifaktor-Authentifizierung (MFA) über alle geschäftlichen Anwendungen hinweg.

Zunehmende Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe

Das Festhalten an anfälligen Anmeldedaten fällt in eine Phase wachsender Bedrohungen. 70 Prozent der Befragten verzeichneten im vergangenen Jahr einen Anstieg von Phishing-Angriffen, wobei 55 Prozent gezielt personalisiert waren.

Zudem erlebten 44 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten KI-gestützte Angriffe. Regional variiert dieser Wert: In Singapur berichteten 58 Prozent von solchen Vorfällen, in Deutschland 38 Prozent und in Japan 30 Prozent.

Anzeige

Angesichts der Zunahme von KI-gestützten Phishing-Angriffen wird es für Nutzer immer wichtiger, ihre digitalen Zugänge proaktiv zu schützen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie die neue Methode der Passkeys nutzen können, um sich per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung sicher und stressfrei anzumelden. Nie wieder Passwörter merken: Jetzt kostenlosen Ratgeber herunterladen

Darüber hinaus meldeten 43 Prozent der Organisationen verdächtige Täuschungsversuche mittels manipulierter Videos, Stimmen oder Anrufe; 29 Prozent der Fachleute wurden direkt Ziel von Deepfake-Kommunikation.

Die Erkennung fällt vielen Experten schwer: 39 Prozent konnten KI-generierte Texte nicht von menschlichen Inhalten unterscheiden. Lediglich 36 Prozent erkannten eine von Menschen geschriebene Nachricht korrekt, während 54 Prozent diese fälschlicherweise für KI-generiert hielten.

Regionale Unterschiede und Kooperation

Bei der Vertrautheit mit Passkeys zeigen sich deutliche geografische Unterschiede. In Indien gaben 68 Prozent der Fachleute an, mit der Technologie sehr vertraut zu sein, gefolgt von Australien mit 60 Prozent und den USA mit 56 Prozent.

Zugleich weisen die USA mit 50 Prozent den höchsten Anteil an Passwortnutzung am Arbeitsplatz auf. Angesichts dieser Entwicklungen kooperieren Yubico und Okta im Bereich hardwaregestützter Anmeldeinformationen, um die Implementierung moderner Verfahren voranzutreiben.

Beim Einsatz automatisierter Systeme pochen die Sicherheitsexperten derweil auf Kontrollinstanzen: 91 Prozent fordern eine verbindliche Freigabe durch den Menschen, bevor autonome KI-Agenten agieren dürfen. Während 68 Prozent der Angehörigen der Generation Z KI-Agenten in der Kundenkommunikation befürworten, liegt dieser Wert bei den Babyboomern bei lediglich 27 Prozent.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70258620 |