Patch-Tuesday, Microsoft

Patch-Tuesday Juli: Microsoft schließt 622 Lücken, zwei Zero-Days aktiv

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 04:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft veröffentlicht umfangreiche Sicherheitsupdates und neue Tools für Remote-Umgebungen, während die Bedrohung durch KI-Angriffe steigt.

Microsoft Juli-Updates: Neue Sicherheitsfeatures für Remote-Arbeit
Modernes Homeoffice-Setup mit High-End-Laptop, der eine sichere Remote-Desktop-Oberfläche anzeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der IT-Konzern hat im Juli 2026 eine Reihe von Updates und neuen Funktionen für Remote-Arbeitsumgebungen vorgestellt. Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe stehen Sicherheit und schnellere Reaktionszeiten im Fokus.

Kritische Sicherheitsupdates und neue Patch-Richtlinien

Am 14. Juli 2026 veröffentlichte Microsoft das kumulative Update KB5101650 für Windows 11. Es bringt grundlegende Änderungen für die Remote-Desktop-Sicherheit: Die SHA-2-Zertifikatsunterstützung für RDP wurde eingeführt, was die Überprüfung der Herausgebervertrauenswürdigkeit verbessert. Zudem aktualisierte Microsoft das curl-Tool auf Version 8.21.0.

Der Patch-Tuesday im Juli 2026 war einer der umfangreichsten der Unternehmensgeschichte. Insgesamt wurden 622 Sicherheitslücken geschlossen, davon 416 in Windows-Systemen. Besonders brisant: zwei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken. CVE-2026-56155 betrifft Active Directory Federation Services (AD FS) und erlaubt eine Rechteausweitung. CVE-2026-56164 weist denselben Schwachstellentyp in SharePoint auf.

Für Administratoren von Remote-Umgebungen besonders relevant ist CVE-2026-56190. Diese Schwachstelle im Remote-Desktop-Protokoll erreicht einen CVSS-Score von 9,8 – die zweithöchste Gefahrenstufe.

Die Zeitspanne zwischen Patch-Veröffentlichung und Ausnutzung durch Angreifer schrumpft rapide. Microsoft reagierte am 20. Juli 2026 mit einer klaren Empfehlung: Unternehmen sollen Qualitätsupdates innerhalb von drei Tagen ausrollen. Der vorgeschlagene Zeitplan sieht eine Aufschubfrist von weniger als drei Tagen vor, eine Frist von null bis einem Tag und eine Gnadenfrist von maximal zwei Tagen.

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Verbesserte Verwaltungswerkzeuge und Synchronisation

Microsoft Intune arbeitet an einem großen Upgrade der Synchronisationsfunktionen. Die Ankündigung vom 20. Juli 2026 verspricht eine umfassende On-Demand-Synchronisation von Richtlinien, Compliance-Prüfungen, Anwendungen und Skripten. Das Ziel: deutlich kürzere Reaktionszeiten für Administratoren. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest. Für Geräte, die offline sind, müssen Admins weiterhin manuell prüfen.

Parallel dazu vereinfacht Microsoft die Update-Prozesse für Microsoft 365 Apps. Ab Juli 2026 mit Version 2606 verschmilzt der Semi-Annual Enterprise Channel mit dem Monthly Enterprise Channel. Unternehmen, die noch den halbjährlichen Kanal nutzen, werden automatisch auf den monatlichen Kanal umgestellt – sofern sie nicht bis zum 8. September 2026 auf Version 2508 bleiben möchten.

Ein Kompatibilitätsproblem, das zuvor Dell-PCs mit Intel-Prozessoren betraf, ist behoben. Der Fix kommt über KB5121767 und ermöglicht diesen Geräten wieder reguläre Updates.

Virtuelle Arbeitsplätze: Neue Speicher- und Plattformoptionen

Cloud-basierte Desktop-Dienste erweitern ihre Unterstützung für persistenten Speicher und plattformübergreifende Integration. Amazon Web Services (AWS) gab am 20. Juli 2026 bekannt, dass Amazon WorkSpaces Applications jetzt Microsoft OneDrive for Business und Google Drive auf Multi-Session-Fleets unterstützt. Nutzer können Cloud-Dateien direkt in Streaming-Sitzungen synchronisieren und darauf zugreifen – in allen AWS-Regionen.

Im Linux-Desktop-Sektor gingen 10ZiG und Cendio eine Partnerschaft ein. Sie integrieren ThinLinc-Server-basiertes Computing in 10ZiG-Endpunkte. Mit PeakOS und RepurpOS zielt die Zusammenarbeit auf Bildung, Verwaltung und Fertigung. Zentralisierte Linux-Desktops inklusive 10ZiG Manager sind das Ergebnis.

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Die Branche durchläuft zudem einen Wandel bei der Client-Software. Der MSI Remote Desktop Client (MSRDC) erreichte im März 2026 das Ende des Supports für öffentliche Clouds. Der Support für Azure Government endet am 28. September 2026. Microsoft positioniert die Windows App als einheitlichen Nachfolger für Azure Virtual Desktop, Windows 365 und Dev Box.

Verbesserungen bei Benutzererfahrung und Zuverlässigkeit

Die Windows-11-Release-Preview-Builds vom Juli 2026 brachten mehrere Verfeinerungen. Build 28000.2597 für Windows 11 26H1 verbesserte die Sprachsteuerung für mehrere Sprachen – darunter Deutsch, Französisch und Spanisch – und fügte anpassbare Touchpad-Rechtsklick-Zonen hinzu.

Die Builds 26100.8942 und 26200.8942 konzentrierten sich auf Stabilität. Sie beheben Probleme mit der Zwischenablage-Zuverlässigkeit in RDP- und Azure-Virtual-Desktop-Umgebungen. Zudem unterstützen sie jetzt externe Fingerabdruckleser unter Enhanced Sign-in Security für Windows Hello. Auch die Speicherverwaltung für Systeme mit mehr als 32 GB RAM, die lokale KI-Modelle ausführen, wurde verbessert.

Für spezialisierte Umgebungen wie Point-of-Sale-Systeme (POS) bleiben Herausforderungen bestehen. Die native RDP-Umleitung für Thermodrucker und Etikettendrucker funktioniert oft nicht zuverlässig. Da der RDP Easy Print häufig Rohbefehle für spezielle Hardware nicht korrekt überträgt, setzen Administratoren zunehmend auf clientseitige Tools.

Der ISG Provider Lens Report vom 20. Juli 2026 sieht Microsoft, ServiceNow und Tanium als führend im Markt für digitale Arbeitsplatzplattformen. Der Trend geht klar zu proaktiven, KI-gestützten Plattformen, die das digitale Mitarbeitererlebnis verbessern sollen.

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