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Pay Later im Visier: Agoda zahlt 1,8 Millionen Euro Strafe

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 08:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de

PayPal verzeichnet sieben Prozent Umsatzwachstum und forciert mit Ratenzahlungsmodellen das Geschäft mit Reisebuchungen.

PayPal: Umsatzplus und Expansion im Reisesektor
Pay - Eine Hand hält eine stilisierte 'Pay Later'-Kreditkarte vor einem unscharfen Flughafen-Abflugbereich, symbolisiert flexible Reisezahlungen. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister PayPal verzeichnet im ersten Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von sieben Prozent und positioniert sich verstärkt im Reisesektor. Mit 439 Millionen aktiven Konten und 6,48 Milliarden Transaktionen zeigt sich der Konzern auf Expansionskurs.

Flexible Ratenzahlung für Urlauber

PayPals spezialisierte Finanzierungsprodukte gewinnen bei Reisenden an Bedeutung. Die Option „Pay in 4" erlaubt es Kunden, Einkäufe zwischen 30 und 1.500 Euro in vier zinsfreien Raten über sechs Wochen zu begleichen. Für größere Ausgaben wie internationale Urlaubsreisen bietet „Pay Monthly" Finanzierungen von 199 bis über 10.000 Euro an – mit Laufzeiten zwischen sechs und 24 Monaten.

Der Wettbewerb mit branchenspezifischen Anbietern wie Uplift oder klassischen „Buy Now, Pay Later"-Diensten wie Klarna und Affirm bleibt intensiv. Während große Fluggesellschaften Ratenzahlungen oft nicht direkt anbieten, ermöglichen Drittanbieter-Plattformen die Finanzierung über PayPal oder Afterpay. Branchenkenner sehen darin besonders bei Flash-Sales Vorteile, warnen jedoch vor komplizierten Rückabwicklungen bei Stornierungen.

Regulierungsdruck nimmt zu

Die wachsende Beliebtheit von Ratenzahlungsmodellen im Tourismus ruft Aufseher auf den Plan. Anfang Juli 2026 verhängte die südkoreanische Rundfunkkommission eine Geldstrafe von umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro gegen die Buchungsplattform Agoda. Grund waren unzureichende Informationen zu Rückerstattungsregeln und Stornogebühren. Die Ermittler deckten zudem versteckte Zuschläge von bis zu fünf Prozent bei bestimmten „Pay Later"-Buchungen auf.

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Finanzexpertin Holly Andrews von KIS Finance warnt vor den Risiken: „Ratenzahlungen für Last-Minute-Reisen verleiten zu Impulskäufen und können Schuldenfallen auslösen."

Digitale Geldbörsen auf dem Vormarsch

Besonders im asiatisch-pazifischen Raum gewinnen mobile Bezahllösungen an Boden. Eine aktuelle Visa-Studie zeigt: 78 Prozent der malaysischen Reisenden bevorzugen Ziele in der Region und nutzen dabei überwiegend mobile Wallets. Naver Pay und das Singapore Tourism Board starteten daher eine bis Ende Juli laufende Aktion mit Cashback und Bonuspunkten für Flugbuchungen.

PayPal reagiert auf diesen Trend: US-Kunden können nun über WeChat Pay QR-Codes in China bezahlen – ein wichtiger Schritt für Geschäftsreisende.

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Kostenfaktor für Reiseveranstalter

Für Reiseanbieter bleibt die Wahl des Zahlungsanbieters eine Kostenfrage. PayPal verlangt derzeit 3,49 Prozent plus 0,49 Euro pro Transaktion – vergleichsweise hoch im Branchenvergleich. Stripe und Square berechnen 2,9 Prozent plus 0,30 Euro, während Anbieter wie Adyen auf ein Interchange-Plus-Modell setzen.

Die Digitalisierung der Geldbörsen schreitet indes voran: Google Wallet integriert für 2026 Live-Flugverfolgung und organisiert Vielfliegerausweise automatisch. Ein Trend, der zeigt: Mobile Bezahllösungen entwickeln sich längst zum Reisebegleiter.

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