PayPal-Aktie: Kurs steigt 2,87% nach EU-Ratsbeitritt
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 04:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Auslöser sind der kürzliche Beitritt zum European Payments Council sowie technische Käufe im Zuge von Index-Umstellungen.
Die Aktie schloss bei 47,65 Euro und legte damit um 2,87 Prozent zu. Besonders auffällig: Das Handelsvolumen an den Derivatemärkten schoss in die Höhe. Mit knapp 110.000 gehandelten Call-Optionen lag das Volumen rund 37 Prozent über dem üblichen Tagesdurchschnitt von gut 80.000 Kontrakten.
Europa rĂĽckt in den Fokus
PayPal war Anfang Juli dem European Payments Council beigetreten – ein strategischer Schritt, um die europäischen Zahlungsstandards aktiv mitzugestalten. Die Präsenz in der EU soll ausgebaut werden, was Analysten als positives Signal werten. Hinzu kamen technische Käufe im Zuge der Neugewichtung des Russell-Index, die den Kurs zusätzlich stützten.
Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Aktie unter Druck. Auf fünf Jahre gerechnet verlor das Papier rund 85 Prozent an Wert, allein seit Jahresbeginn 2026 beträgt das Minus etwa 20 Prozent.
Starke Quartalszahlen, aber Vorsicht bei den Instituten
Das erste Quartal 2026 lief operativ solide: Der Umsatz stieg auf 8,35 Milliarden Euro – ein Plus von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,34 Euro über den Analystenerwartungen von 1,27 Euro. Das gesamte Zahlungsvolumen erreichte 464 Milliarden Euro, ein Anstieg von elf Prozent. Die Plattform Venmo verzeichnete zudem das sechste Quartal in Folge zweistellige Zuwächse.
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Doch institutionelle Anleger zeigen sich uneins. Während International Assets Investment Management sein PayPal-Engagement im ersten Quartal um 76 Prozent aufstockte, reduzierte Kornitzer Capital Management seine Position um mehr als 70 Prozent. Auch die Insider-Aktivität spricht Bände: In den vergangenen sechs Monaten gab es 19 Verkäufe, aber nur einen einzigen Kauf.
KI-Sparprogramm und Stablecoin-RĂĽckgang
Unter CEO Enrique Lores treibt PayPal ein milliardenschweres Sparprogramm voran. Rund 1,5 Milliarden Euro jährlich sollen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz eingespart werden. Ein wichtiger Wachstumstreiber bleibt der Fastlane-Checkout-Dienst. Daten vom Juni 2026 zeigen: Bei wiederkehrenden Nutzern verbessert Fastlane die Konversionsrate um 32 bis 41 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Gast-Checkouts auf Plattformen wie BigCommerce.
Im Bereich digitaler Währungen integrierte PayPal kürzlich seinen PYUSD-Stablecoin in das Polygon-Netzwerk – ein Schritt zur Erleichterung grenzüberschreitender Zahlungen. Allerdings schrumpft das Angebot: Nach einem Allzeithoch von 4,2 Milliarden Euro im März 2026 sank die umlaufende Menge bis Mitte Juli auf rund 2,92 Milliarden Euro – ein Rückgang von 31 Prozent.
Ausblick: Quartalszahlen Ende Juli
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Am 27. Juli 2026 legt PayPal die Zahlen für das zweite Quartal vor. Erste Schätzungen deuten auf einen Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie um etwa neun Prozent im Jahresvergleich hin. Um die Aktionäre bei Laune zu halten, hat das Unternehmen bereits sechs Milliarden Euro für Aktienrückkäufe eingesetzt und erstmals eine Dividende eingeführt – die Rendite liegt derzeit bei rund 1,27 Prozent.
Die freie Cashflow-Rendite bleibt mit rund 15 Prozent stark. Dennoch sind die Analysten gespalten. Von 45 beobachteten Experten lautet der Konsens „Halten", das mittlere Kursziel liegt bei 48,00 Euro. Die größten Risiken: der Wettbewerb im Markt für Marken-Checkouts und die unsichere regulatorische Lage bei Stablecoins.
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