PayPal am 27. Juli: Geschäftszahlen zeigen KI-Umbau unter Druck
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 08:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Am 27. Juli 2026 legt das Unternehmen seine nächsten Geschäftszahlen vor – und das mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Konzernchef Enrique Lores setzt auf Künstliche Intelligenz, radikale Kostensenkungen und eine neue Konzernstruktur. Kann das die Wende bringen?
KI-Offensive und Milliardeneinsparungen
PayPal will die Zukunft entschlossen angehen. CEO Enrique Lores hat ein mehrjähriges Programm gestartet, das Künstliche Intelligenz in sämtliche Unternehmensbereiche integrieren soll. Das Ziel: Innerhalb von zwei bis drei Jahren mindestens 1,5 Milliarden Euro an jährlichen Einsparungen erzielen.
Parallel dazu hat der Konzern seine Struktur komplett umgekrempelt. Drei neue Geschäftseinheiten sollen künftig für mehr Effizienz sorgen: Checkout, Venmo/Consumer und Payment Services/Crypto. Besonders Venmo läuft rund – der Dienst verzeichnet seit sechs Quartalen in Folge zweistellige Zuwächse beim Zahlungsvolumen.
Starke Zahlen, aber Margen unter Druck
Das erste Quartal 2026 lief besser als erwartet. PayPal meldete einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 1,34 Euro – die Analysten hatten nur mit 1,27 Euro gerechnet. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 7,2 Prozent auf 8,35 Milliarden Euro. Das gesamte Zahlungsvolumen legte um elf Prozent auf umgerechnet rund 464 Milliarden Euro zu.
Doch es gibt einen Wermutstropfen: Die operative Marge sank um 182 Basispunkte auf nur noch 17,8 Prozent. Das ist ein deutliches Signal, dass der Sparkurs dringend nötig ist.
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Aktionäre sollen profitieren
Um die Anleger bei Laune zu halten, hat PayPal erstmals in seiner Geschichte eine quartalsweise Dividende eingeführt – satte 14 Cent pro Aktie. Hinzu kommt ein gigantisches Aktienrückkaufprogramm über 15 Milliarden Euro, von denen allein in diesem Jahr rund sechs Milliarden Euro abfließen sollen.
Doch die Börse zeigt sich bislang unbeeindruckt. Die Aktie dümpelt Anfang Juli zwischen 45 und 46 Euro – ein Minus von 14 bis 20 Prozent seit Jahresbeginn. Ein herber Dämpfer für das Management.
Analysten zögern – Insider verkaufen
Die Experten sind gespalten. Von 45 Analysten, die PayPal beobachten, raten 32 zum Halten, nur sieben zum Kauf und sechs zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 54 Euro – immerhin rund 20 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Auffällig: Großinvestoren ziehen sich zurück. Kornitzer Capital Management reduzierte sein PayPal-Engagement um satte 70,3 Prozent. Auch die Sumitomo Mitsui Trust Group verkaufte über 402.000 Aktien und schrumpfte ihren Anteil um 13,7 Prozent. Hinzu kommen Insider-Verkäufe: Konzerninterne verkauften in den vergangenen 90 Tagen über 20.000 Anteile.
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Krypto-Kurs: PayPal setzt auf Stablecoin
Trotz aller Turbulenzen treibt PayPal sein Digitalgeschäft voran. Der konzerneigene Stablecoin PYUSD wird nun in die Polygon-Blockchain integriert. Ziel sind grenzüberschreitende Zahlungen mit eingebauten Compliance-Funktionen. Der Zeitplan ist ambitioniert: Die Integration soll noch vor dem 18. Juli 2026 abgeschlossen sein – dem Stichtag des neuen US-Regulierungsgesetzes GENIUS Act. Der Stablecoin wird weiterhin von Paxos als reguliertem Emittenten ausgegeben.
Ob all diese Maßnahmen ausreichen, um PayPal wieder auf Wachstumskurs zu bringen, wird sich am 27. Juli zeigen. Die Erwartungen sind gedämpft – die Hoffnung auf eine Trendwende bleibt.
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