PayPal expandiert: 30+ lokale Zahlungsarten für Europa
26.06.2026 - 09:13:54 | boerse-global.de
Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Ermöglicht wird die Expansion durch eine Partnerschaft mit dem Zahlungsinfrastruktur-Anbieter PPRO. Der grenzüberschreitende Online-Handel in Europa hat mittlerweile ein Volumen von rund 359 Milliarden Euro erreicht.
Neue Optionen von Schweden bis Brasilien
Händler können künftig eine Vielzahl regionaler Zahlungsdienste anbieten. Dazu gehören Swish aus Schweden, MB WAY aus Portugal und BLIK Pay Later aus Polen. Auch Pix, das in Brasilien dominierende Echtzeit-Zahlungssystem, ist nun integriert. „Das reduziert Reibungsverluste bei internationalen Transaktionen erheblich“, erklärte Senior Vice President Samba Natarajan. PPRO-CEO Motie Bring betonte die strategische Bedeutung des Schritts für den globalen Zahlungsverkehr.
Stablecoin PYUSD: Vom Experiment zum internen Werkzeug
Parallel dazu gewinnt PayPals eigener Stablecoin PYUSD an Bedeutung. Die Marktkapitalisierung der Digitalwährung liegt Ende Juni 2026 bei umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro. Zwar fließen nach Branchenangaben weniger als ein Prozent der insgesamt 325 Milliarden Euro an Stablecoin-Transaktionen in echte kommerzielle Zahlungen. Dennoch setzt PayPal den digitalen Dollar intern bereits ein: Das Unternehmen wickelte kürzlich Dividenden-Zahlungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar über PYUSD ab.
„Die Interoperabilität bleibt unser Hauptfokus“, erklärte Larry Wade von PayPal. Der Stablecoin ist mittlerweile in 70 Märkten verfügbar. Die interne Nutzung spiegelt einen breiteren Trend wider: Eine aktuelle PayPal-Umfrage ergab, dass 40 Prozent der US-Händler inzwischen Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren.
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Werbegeschäft: Daten als Goldgrube
PayPal nutzt zunehmend seine Transaktionsdaten für das Werbegeschäft. Die Plattform verarbeitet über 25 Milliarden Transaktionen von mehr als 400 Millionen Konten. Erste Kampagnenergebnisse vom Juni zeigen beachtliche Erfolge: Der Elektronikhändler Adorama erzielte eine 7,3-fache Rendite auf seine Werbeausgaben und einen Umsatzanstieg von 14,9 Prozent. Mehr als die Hälfte der Kunden waren Neukunden.
Best Buy verbuchte eine 6,25-fache Rendite über PayPal Ads. Der Marktplatz Etsy testet derweil eine neue Conversion-Schnittstelle. Die Strategie wird durch Verbraucherforschung gestützt: In Irland gaben 59 Prozent der Befragten an, dass fehlende Zahlungsoptionen ein Hauptproblem darstellen. 92 Prozent der kleinen Unternehmen, die moderne Zahlungssysteme nutzen, berichteten von Umsatzsteigerungen.
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Wettbewerb verschärft sich
Die Konkurrenz schläft nicht. Stripe launchte im Juni 2026 eine Adaptive Pricing Engine, die per Geolokalisierung automatisch lokale Währungen und Steuern anzeigt. Worldline führt ab dem 30. Juli 2026 die Option „Click to Pay“ für wiederkehrende Zahlungen ein. Das soll Abo-Kündigungen durch abgelaufene Karten verhindern – nach Worldline-Schätzungen die Ursache für bis zu 40 Prozent aller Stornierungen.
Im schnell wachsenden Wallet-Sektor sammelte Airwallex 320 Millionen Euro in einer Serie-H-Finanzierungsrunde ein. Die Bewertung des Unternehmens liegt bei umgerechnet rund zehn Milliarden Euro. Der Jahresumsatz belief sich im März 2026 auf 1,2 Milliarden Euro. Mit der neuen Airi Wallet will Airwallex schnelle Konsumentenkäufe ermöglichen.
Auch KuCoin Pay und Tether drängen in lokale Bankensysteme in Bangladesch, Mexiko und Sambia – ein weiterer Schritt zur Verschmelzung von digitalen Assets und traditionellem Finanzwesen.
