PayPal, Stripe-Konsortium

PayPal lehnt 49,5-Milliarden-Übernahme ab: Stripe-Konsortium zu niedrig

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal übertrifft Analystenschätzungen im zweiten Quartal, hebt die Jahresprognose an und lehnt ein 49,5-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot ab.

PayPal übertrifft Erwartungen und weist Milliarden-Übernahme zurück
Digitales Tablet mit Finanzwachstumsdiagrammen in einem modernen Firmenkonferenzraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister PayPal hat im zweiten Quartal 2026 die Analystenerwartungen übertroffen und die Jahresprognose angehoben. Zugleich wies der Konzern eine milliardenschwere Übernahmeofferte zurück.

Starkes Quartal trotz Gewinnrückgang

Im Zeitraum April bis Juni 2026 setzte PayPal 8,68 Milliarden Euro um – ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das gesamte Zahlungsvolumen (TPV) kletterte um zehn Prozent auf umgerechnet rund 454 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte betrug das Wachstum neun Prozent.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,29 Euro deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,19 Euro. Der Nettogewinn fiel dagegen um zwölf Prozent auf etwa eine Milliarde Euro. Grund dafür sind höhere Investitionen in den laufenden Umbau des Konzerns.

Positiv entwickelte sich der angepasste freie Cashflow: Er schnellte um 179 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro nach oben. Die bereinigte operative Marge gab dagegen um 2,48 Prozentpunkte auf 17,4 Prozent nach.

Übernahmeangebot abgelehnt

Die starken Zahlen kommen nur wenige Tage nach einem spektakulären Übernahmeversuch. Ein Konsortium um den Rivalen Stripe und die Beteiligungsgesellschaft Advent International hatte rund 49,5 Milliarden Euro (60,50 Dollar je Aktie) geboten. Der PayPal-Verwaltungsrat lehnte ab – das Angebot sei zu niedrig.

Branchenanalysten sehen den fairen Wert eher bei umgerechnet 65 Euro je Aktie. PayPal-Chef Enrique Lores, der das Ruder erst Anfang des Jahres übernommen hatte, betonte in der Telefonkonferenz: „Wir bleiben fokussiert auf unseren eigenständigen Sanierungskurs – sind aber offen für Angebote, die echten Mehrwert für unsere Aktionäre schaffen."

Die Börse reagierte positiv: Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen zogen die PayPal-Aktien im vorbörslichen Handel deutlich an.

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Dreistufiger Umbauplan

PayPal befindet sich mitten in einer mehrjährigen Wendestrategie. Der Plan läuft in drei Phasen: Zunächst steht die Stabilisierung des Kerngeschäfts bis Ende 2027 im Fokus. Danach soll bis 2028 Schwung aufgebaut werden, um schließlich in ein beschleunigtes Wachstum zu starten.

Ein zentraler Hebel ist der radikale Kostenabbau. PayPal will binnen zwei bis drei Jahren 1,4 Milliarden Euro einsparen – 373 Millionen Euro davon bereits bis Ende 2026. Dafür streicht der Konzern drei Führungsebenen und setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz in der Softwareentwicklung. Die Umstrukturierung wird voraussichtlich zwischen 112 und 130 Millionen Euro kosten.

Wachstum bei Finanzdienstleistungen

Immer stärker setzt PayPal auf das Geschäft mit Finanzprodukten. Der Bereich macht inzwischen rund 20 Prozent der Transaktionsmarge aus und wächst zweistellig. Besonders gefragt sind „Kauf auf Rechnung“-Angebote (BNPL) – hier legte das Volumen um 26 Prozent zu. Auch die hauseigene Plattform Venmo wächst kräftig: Das Zahlungsvolumen stieg um 14 Prozent.

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Die Venmo-Debitkarte verzeichnet einen regelrechten Boom: Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg um 50 Prozent. Kunden, die sowohl die Karte als auch die „Bezahlen mit Venmo“-Funktion nutzen, generieren laut Unternehmensangaben den neunfachen Umsatz reiner Peer-to-Peer-Nutzer.

Für das Gesamtjahr hebt PayPal die Prognose an: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun bei rund 5,02 Euro liegen. Die erwartete Transaktionsmarge beziffert das Management auf etwa 14,6 Milliarden Euro. Zudem kündigte PayPal eine Dividende von 0,13 Euro je Aktie an, die am 25. September 2026 ausgezahlt werden soll.

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