PayPal-Phishing, Betrüger

PayPal-Phishing: Betrüger nutzen Profilkonfiguration gezielt

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 17:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor Phishing-Angriffen, die die Kontoeinrichtung von PayPal imitieren. Die Technologiebranche bleibt Hauptziel von Markenimitationen.

PayPal-Nutzer: Neue Betrugswelle bei der Profilkonfiguration
Laptop-Bildschirm mit digitalen Cybersicherheits-Warnsymbolen und Sicherheitssoftware-Oberfläche in einem schwach beleuchteten Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Cyberkriminelle nutzen die Profilkonfiguration von PayPal für raffinierte Betrugsversuche.

Sicherheitsforscher haben eine neue Welle von Phishing-Kampagnen identifiziert, die gezielt PayPal-Nutzer während der Einrichtung ihres Kontoprofils ins Visier nehmen. Die betrügerischen Aktivitäten sind Teil eines wachsenden Trends, bei dem Kriminelle Markenidentitäten missbrauchen – und Technologieunternehmen stehen dabei ganz oben auf der Liste.

Angriff auf die Kontoverwaltung

Aktuelle Bedrohungsberichte zeigen, dass Angreifer verstärkt den Moment nutzen, in dem Nutzer ihre Profile konfigurieren oder aktualisieren. Die Täuscher imitieren dabei legitime PayPal-Verwaltungsprozesse, um an vertrauliche Daten zu gelangen.

Die Entwicklung fällt mit neuen Erkenntnissen von Check Point Research zur Markenimitation im zweiten Quartal 2026 zusammen. Zwar bleibt Microsoft mit 23 Prozent aller Phishing-Versuche die am häufigsten nachgeahmte Marke – doch PayPal zählt weiterhin zu den Hauptzielen für betrügerische Login-Seiten, die Zugangsdaten und Finanzinformationen abgreifen wollen.

Technologiebranche im Visier der Hacker

Die Technologiebranche ist weltweit der am stärksten betroffene Sektor. Die Analyse für das zweite Quartal 2026 zeigt folgende Verteilung der Markenimitationen:

  • Microsoft: 23 Prozent
  • LinkedIn: 11,6 Prozent
  • Google: 6,7 Prozent
  • Apple: 5,8 Prozent
  • Amazon: 5,2 Prozent

Erstmals hat es auch ChatGPT in die Top Ten der meistimitierten Marken geschafft – mit 1,1 Prozent aller Phishing-Versuche. Dieser Wandel spiegelt den zunehmenden Einsatz generativer KI durch Cyberkriminelle wider, die damit überzeugendere und skalierbare Phishing-Inhalte erstellen.

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Die wachsende Bedrohungslage

Der Anstieg raffinierter PayPal-Betrugsmaschen fügt sich in eine allgemeine Zunahme von E-Mail-Bedrohungen ein. Daten des BSI zufolge handelt es sich bei jeder dritten unerwünschten E-Mail um einen Phishing-Versuch. Rund 62 Prozent der Menschen haben bereits solche Nachrichten erhalten – per E-Mail, SMS oder in sozialen Netzwerken.

Die finanziellen Schäden sind enorm. Geschäftliche E-Mail-Kompromittierungen (BEC) verursachten 2025 laut FBI Verluste von rund 3,04 Milliarden US-Dollar. IBM-Analysten schätzen die durchschnittlichen Kosten einer Datenpanne auf 4,44 Millionen US-Dollar.

Sicherheitsexperten beobachten zudem, dass Angreifer zunehmend auf fortschrittliche Techniken wie „Adversary-in-the-Middle“-Attacken (AitM) setzen. Diese umgehen Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), indem sie Sitzungscookies abfangen. Erst kürzlich wurde das Kratos-Phishing-as-a-Service-Netzwerk zerschlagen, das seit Ende 2024 monatlich tausende Kampagnen unterstützt hatte.

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So schützen Sie sich

Behörden und Sicherheitsforscher betonen: Finanzinstitute und Dienstleister fordern niemals per E-Mail zur Eingabe von Passwörtern, Einmalcodes oder zur Fernsteuerung von Geräten auf. Nutzer sollten folgende Regeln beachten:

  • Absender-Domain prüfen: Achten Sie auf Unregelmäßigkeiten – etwa verdächtige oder nicht zur Marke gehörende Webadressen.
  • Keine übereilten Klicks: Ignorieren Sie Nachrichten, die mit sofortiger Kontosperrung drohen, falls Sie keine „dringenden Sicherheitsupdates“ durchführen.
  • Moderne Authentifizierung nutzen: Setzen Sie auf FIDO2- oder WebAuthn-basierte Multi-Faktor-Authentifizierung – sie schützt besser vor Sitzungsdiebstahl.
  • Verdacht melden: Leiten Sie verdächtige Kommunikation direkt an den betroffenen Dienstleister und die örtliche Polizei weiter.

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