PayPal-Übernahme, Stripe

PayPal-Übernahme: Stripe und Advent bieten 53 Milliarden Euro

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 04:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein Konsortium aus Stripe und Advent International will PayPal für 53 Milliarden Euro übernehmen. Der PayPal-Aktienkurs reagiert mit einem deutlichen Plus.

PayPal-Übernahme: Stripe und Advent bieten 53 Milliarden Euro
Stilisierte Darstellung einer Fusion: zwei abstrakte Unternehmenssymbole verschmelzen vor einer Stadtsilhouette. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister PayPal steht vor einer möglichen Übernahme durch ein Konsortium aus dem Fintech-Unternehmen Stripe und der Beteiligungsgesellschaft Advent International. Das Angebot bewertet den Konkurrenten mit umgerechnet rund 53 Milliarden Euro.

Milliardenangebot mit Aufschlag

Das Konsortium bietet 60,50 Euro pro PayPal-Aktie – ein Aufschlag von 28 Prozent auf den Schlusskurs vom 14. Juli. Finanziert wird der Deal durch zugesagte Bankkredite in Höhe von rund 50 Milliarden Euro. Stripe und Advent International sollen dem Plan zufolge jeweils gleiche Anteile halten. Eine Zerschlagung von PayPal ist nicht vorgesehen.

Erste Sondierungen habe es bereits Anfang April gegeben, die formelle Offerte folgte Anfang Juli. Eine offizielle Reaktion des PayPal-Verwaltungsrats steht noch aus. Das Gremium soll aber noch in dieser Woche zusammenkommen, um über das Angebot zu beraten. Die Nachricht ließ die PayPal-Aktie um rund 17 Prozent nach oben schnellen. Marktbeobachter berichten, dass das Unternehmen bereits Finanzberater eingeschaltet habe, um eine Abwehrstrategie zu entwickeln.

PayPal in der Krise – Neustart unter neuer Führung

Die Übernahmeofferte trifft PayPal in einer Phase des Umbruchs. Nach einem Höchststand der Marktkapitalisierung von rund 360 Milliarden Euro im Jahr 2021 war der Börsenwert Anfang 2026 auf etwa 36 Milliarden Euro eingebrochen. Seit März versucht der neue CEO Enrique Lores die Wende.

Sein Sanierungsplan sieht eine Aufspaltung in drei Geschäftsbereiche vor sowie Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro – unter anderem durch den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz. Bereits angekündigt: ein Personalabbau von rund 20 Prozent. Im ersten Quartal 2026 erzielte PayPal dennoch einen Umsatz von 8,35 Milliarden Euro, ein Plus von sieben Prozent. Das gesamte Zahlungsvolumen lag bei 464 Milliarden Euro.

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Ein Schwergewicht für den Zahlungsverkehr

Ein Zusammenschluss würde den globalen Markt für digitale Zahlungen massiv verändern. Stripe wickelte 2025 ein Volumen von 1,9 Billionen Euro ab – ein Wachstum von 34 Prozent. PayPal kam auf 1,8 Billionen Euro bei 440 Millionen aktiven Konten. Gemeinsam käme der neue Riese auf rund 3,7 Billionen Euro jährliches Transaktionsvolumen.

Beide Unternehmen sind zudem im Bereich digitaler Währungen aktiv. PayPal betreibt den eigenen Stablecoin PYUSD mit einer Marktkapitalisierung von 185 Millionen Euro. Stripe arbeitet an eigener Stablecoin-Infrastruktur und Blockchain-Technologie.

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Kartellrechtliche Fragen bleiben offen

Branchenkenner weisen darauf hin, dass Stripe mit einer aktuellen Bewertung von 159 Milliarden Euro deutlich höher bewertet ist als PayPal. Der Deal würde Stripe vor allem Zugang zu PayPals etablierter Verbrauchermarke und der beliebten Plattform Venmo verschaffen. Allerdings gelten die kartellrechtlichen Hürden als hoch – ein gemeinsames Unternehmen hätte immense Marktmacht im Zahlungsverkehr.

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