PayPal, Druck

PayPal unter Druck: Rechtsextreme Gruppen nutzen Zahlungsdienst

29.06.2026 - 08:20:55 | boerse-global.de

Ein Bericht belastet PayPal wegen Zahlungen an rechtsextreme Gruppen. Die FATF warnt vor neuen Risiken durch Streaming und Trinkgelder.

PayPal unter Druck: Vorwürfe zu Transaktionen für Extremisten
PayPal - Eine Schattenfigur nutzt ein Laptop, umgeben von verschwommenen digitalen Zahlungssymbolen, die den Missbrauch von Online-Finanzplattformen symbolisieren. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das legt ein am Montag veröffentlichter Untersuchungsbericht nahe. Parallel warnt die internationale Finanzaufsicht FATF vor systematischen Sicherheitslücken in sozialen Netzwerken.

Extremistische Gruppen nutzen digitale Zahlungswege

Die Rechercheplattform Follow the Money enthüllte am heutigen Montag, dass rechtsextreme Organisationen PayPal für ihre Geldgeschäfte nutzen. Die Gruppen verbreiten nationalistische und fremdenfeindliche Ideologien – teilweise getarnt als feministische Bewegungen, um Moderations- und Finanzkontrollen zu umgehen. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Frage, wie effektiv PayPal seine eigenen Regeln gegen Extremismus durchsetzt.

Nicht nur PayPal steht in der Kritik. Bereits am Sonntag leitete die Plattform Buy Me A Coffee eine interne Untersuchung ein. Hintergrund: Auch dort hatten rechtsextreme Aktivisten ein Netzwerk aufgebaut. Darunter der Remigrations-Aktivist Steve Laws mit über 100 Unterstützern sowie Personen aus der Restore-Bewegung.

Parallel dazu beschäftigen sich die Justizbehörden in Australien und Neuseeland mit der Verbreitung extremistischer Inhalte. Am Freitag erschien ein 24-jähriger Mann vor einem Gericht in Perth. Die Anklage: Verbreitung gewalttätiger extremistischer und anstößiger Materialien im Internet.

FATF schlägt Alarm: Neue Risiken durch Streaming und Trinkgelder

Die Financial Action Task Force (FATF) veröffentlichte am Samstag einen Bericht, der die wachsende Gefahr der Terrorismusfinanzierung über soziale Medien, Messenger und Streaming-Plattformen beschreibt. Die Methoden sind vielfältig: Live-Streams, Trinkgeld-Funktionen, virtuelle Vermögenswerte und QR-Codes. Besonders alarmierend: Weniger als 30 Prozent der Staaten weltweit bewerten derzeit die spezifischen Risiken dieser digitalen Werkzeuge.

Die US-Behörden schlugen bereits zu. Am Sonntag verhängte das Office of Foreign Assets Control (OFAC) Sanktionen gegen einen nigerianischen Geschäftsmann. Er soll über ein Netzwerk von Wechselstuben Gelder für den IS-Westafrika transferiert haben. Die Sanktionen betreffen drei Geldtransferdienste in Nigeria – ihre US-Vermögenswerte wurden eingefroren.

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Auch im Bildungssektor gibt es Alarmzeichen. Berichte vom Samstag zeigen: Die konservative Organisation Turning Point USA ließ eine Firma für Studienkredite auf ihren Campus-Veranstaltungen werben. Das Unternehmen war zuvor wegen irreführender Marketingpraktiken und falscher Investmentversprechen sanktioniert worden.

Wirtschaftliche Gründe treiben Nutzer zu Krypto-Lösungen

Während die Sicherheitsbedenken wachsen, treiben andere Faktoren die Nutzer von traditionellen Zahlungsdiensten weg. Aktuelle Daten vom Montag zeigen eine Abwanderung von PayPal hin zu On-Chain-Finanzlösungen. Der Grund: hohe Wechselkursaufschläge. Nutzer berichten von Spannen von drei bis vier Prozent über dem Marktkurs – etwa bei der Umrechnung von kanadischen in US-Dollar.

Diese Kostenunterschiede treiben die Nachfrage nach Stablecoins wie USDC und USDT, die über Self-Custody-Wallets verwaltet werden. Die Marktkapitalisierung aller Stablecoins lag am Samstag bei rund 313 Milliarden Euro – ein leichter Rückgang zum Vormonat. Dennoch bauen große Finanzinstitute die Infrastruktur weiter aus. Visa meldete für seinen Settlement-Pilot einen annualisierten Durchsatz von sieben Milliarden Euro. Stripe has seine USDC-Treasury-Dienste auf über 100 Länder ausgeweitet.

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Im dezentralen Finanzsektor kündigte Gnosis am Sonntag den Start eines neuen Zahlungsnetzwerks für Visa-Händler an – begleitet von einem 40 Millionen Euro schweren Risikokapitalfonds. Ein klares Signal für das Wachstum von Bank-Alternativen auf Blockchain-Basis.

Weniger stabil zeigt sich der Markt für spekulative digitale Assets. Token, die mit der US-Behörde für Regierungseffizienz (D.O.G.E.) in Verbindung stehen, legten am Sonntag nach politischen Personalentscheidungen in den USA deutlich zu.

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