PayPal vor Übernahme: Stripe bietet 53 Milliarden Dollar
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
PayPal übertrifft die Erwartungen und stellt die Weichen für einen Umbau – während ein 53-Milliarden-Dollar-Angebot von Stripe und Advent International die Zukunft des Zahlungsdienstleisters neu schreiben könnte.
Der amerikanische Zahlungsdienstleister PayPal hat nach einem starken zweiten Quartal seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Das Unternehmen treibt parallel einen beschleunigten Sanierungskurs voran und prüft derweil ein milliardenschweres Übernahmeangebot. Für den deutschen Markt ist die Entwicklung relevant: PayPal ist auch hierzulande einer der meistgenutzten Bezahldienste im Online-Handel.
Starke Zahlen trotz rückläufiger Gewinne
Im zweiten Quartal 2026 setzte PayPal 8,68 Milliarden US-Dollar um – ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die mit 8,47 Milliarden gerechnet hatten. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,38 US-Dollar ebenfalls deutlich über den prognostizierten 1,28 US-Dollar.
Das Transaktionsvolumen wuchs um zehn Prozent auf 486,4 Milliarden US-Dollar. Insgesamt verarbeitete die Plattform 6,75 Milliarden Zahlungen – ein Anstieg um acht Prozent. Doch nicht alle Kennzahlen entwickelten sich positiv: Der Nettogewinn fiel um zwölf Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar, das operative Ergebnis sank um fünf Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow hingegen legte kräftig zu und stieg um mehr als 170 Prozent auf 1,78 Milliarden US-Dollar.
Umbau mit Sparkurs
Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,38 US-Dollar. Zudem peilt PayPal eine Transaktionsmarge von 15,6 Milliarden US-Dollar an.
Der Sanierungskurs unter CEO Enrique Lores setzt vor allem auf operative Effizienz. Bis Jahresende sollen rund 400 Millionen US-Dollar eingespart werden. In internen Planungen ist sogar von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar die Rede, die der Umbau insgesamt einsparen könnte. Lores betont, der Fokus liege auf langfristiger Wertschöpfung und der erfolgreichen Umsetzung der strukturellen Veränderungen.
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Übernahmeangebot: Stripe und Advent greifen an
Für zusätzliche Spannung sorgt ein Bericht über ein Übernahmeangebot des Konkurrenten Stripe und des Finanzinvestors Advent International. Das Angebot soll bei rund 53 Milliarden US-Dollar liegen, was einem Preis von 60,50 US-Dollar je Aktie entspricht. Der Verwaltungsrat hält die Offerte Insidern zufolge für zu niedrig – als „Low-Ball-Angebot“. CEO Lores signalisierte jedoch Offenheit: Man werde strategische Optionen prüfen, die den Aktionären nutzen könnten.
Die Börse reagierte verhalten optimistisch. Am 28. Juli 2026 legte die Aktie um rund vier Prozent zu und notierte zuletzt bei etwa 58 US-Dollar. Das ist immer noch ein historisch niedriges Niveau: Gemessen am Allzeithoch liegt der Kurs rund 80 Prozent darunter.
Analysten uneins über Kursziel
Die Finanzhäuser reagierten unterschiedlich auf die angehobene Prognose. Mizuho erhöhte das Kursziel auf 60 US-Dollar, bleibt aber neutral. KBW zeigt sich mit einem Ziel von 70 US-Dollar deutlich optimistischer. Canaccord Genuity hingegen belässt es bei „Halten“ und einem Kursziel von 55 US-Dollar.
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Anleger dürfen sich derweil über eine Dividende freuen: PayPal zahlt 0,14 US-Dollar je Aktie zum 25. September 2026. Zwar haben einige institutionelle Investoren wie Gabelli Funds ihre Anteile reduziert, doch die Mehrheit der Analysten rät weiterhin zum Halten. Beobachter verweisen auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch Apple und Google – und die Frage, wie der Stripe-Advent-Vorstoß ausgeht.
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