PC-Markt, Speicherkrise

PC-Markt bricht ein: Speicherkrise durch KI-Boom verschÀrft sich

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 10:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Globale PC-Lieferungen fallen im Q2 2026 um vier Prozent. KI-Rechenzentren verknappen Speicherchips, was Preise treibt und Hersteller umdenken lÀsst.

PC-Markt schrumpft: KI-Boom verursacht Speichermangel und sinkende Auslieferungen
Nahaufnahme von Computer-Motherboards und Speichermodulen auf einer industriellen Montagelinie. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die globale PC-Nachfrage sinkt: Im zweiten Quartal 2026 gingen die Auslieferungen um vier Prozent zurĂŒck. Hauptursache ist die anhaltende Speicherkrise, ausgelöst durch den KI-Boom.

Der weltweite PC-Markt steckt in der Krise. Wie aktuelle Zahlen aus dem August 2026 zeigen, fielen die Auslieferungen im zweiten Quartal um vier Prozent – der erste RĂŒckgang seit rund zwei Jahren. Die Branche kĂ€mpft mit einer dramatischen Verknappung von Speicherchips, die durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren ausgelöst wurde.

KI-Boom verschÀrft Speicherknappheit

Die Nachfrage nach kĂŒnstlicher Intelligenz hat die Halbleiterindustrie grundlegend verĂ€ndert. Analysten von IDC sehen den explosionsartigen Ausbau von KI-Infrastruktur als Haupttreiber der aktuellen EngpĂ€sse: DRAM- und NAND-Komponenten werden zunehmend in Rechenzentren verbaut, wĂ€hrend PC- und Smartphone-Hersteller leer ausgehen. Die Preise fĂŒr Speicherbausteine sind entsprechend stark gestiegen.

Die Marktdaten zeigen ein Ungleichgewicht: Zwar generierte die KI-Branche im Juli 2026 einen Umsatz von 769 Milliarden Euro, doch die Investitionen in Infrastruktur ĂŒbertreffen diese Einnahmen deutlich. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 prognostizieren die IDC-Experten einen RĂŒckgang der PC-Auslieferungen um 11,3 Prozent – im vierten Quartal könnte das Minus sogar 20 Prozent erreichen.

Die Hersteller reagieren bereits: Microsoft hat offenbar seine Empfehlung fĂŒr 32-Gigabyte-Arbeitsspeicher bei bestimmten GerĂ€ten zurĂŒckgezogen und stattet einige Surface-Modelle wieder mit acht Gigabyte aus. Auch Apple kĂ€mpft mit Lieferschwierigkeiten, da die Speicherhersteller margenstarke AuftrĂ€ge aus dem Rechenzentrumsbereich bevorzugen.

Chinesischer Hersteller drÀngt in den Markt

Die angespannte Lage verĂ€ndert auch die globale Lieferkette. Da etablierte Speicherproduzenten KI-AuftrĂ€ge priorisieren, zertifizieren große PC-Hersteller wie HP, Asus und Acer zunehmend Komponenten des chinesischen Anbieters CXMT fĂŒr EinstiegsgerĂ€te. Dessen Marktanteil bei DRAM-Speichern wuchs im zweiten Quartal auf sieben Prozent – im Vorjahreszeitraum waren es noch vier Prozent.

Die MarktfĂŒhrer Samsung, SK hynix und Micron dominieren weiterhin mit Anteilen von 39, 26 und 25 Prozent. Doch CXMT expandiert aggressiv: Die ProduktionskapazitĂ€t soll bis 2028 von 300.000 auf 550.000 Wafer pro Monat steigen. PreisnachlĂ€sse fĂŒr Großkunden lehnt das Unternehmen dem Vernehmen nach ab – man orientiere sich am Preisniveau der Wettbewerber.

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Tablet-Markt unter Druck

Auch Tablets sind von der Krise betroffen. Laut Marktforschern von Omdia gingen die Auslieferungen im zweiten Quartal im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 36 Millionen GerĂ€te zurĂŒck. Apple verteidigte seine MarktfĂŒhrung mit einem Anteil von 37,8 Prozent und 13,5 Millionen ausgelieferten iPads – ein Minus von 7,5 Prozent.

Lenovo trotzt dem Trend: Der Hersteller steigerte seine Auslieferungen um 27,1 Prozent auf 3,9 Millionen GerĂ€te. Der Chromebook-Markt hingegen schrumpfte um 8,6 Prozent auf 5,4 Millionen Einheiten. Besonders hart traf es Dell mit einem RĂŒckgang von 47 Prozent, wĂ€hrend Asus sein Volumen um 66,2 Prozent ausbauen konnte. Branchenbeobachter erwarten, dass die Hersteller angesichts knapper Komponenten kĂŒnftig auf margenstarke Premium-Modelle setzen.

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Börse reagiert nervös

Die Krise hinterlĂ€sst auch an den FinanzmĂ€rkten Spuren. Der Speicherhersteller Western Digital verlor nach seinem jĂŒngsten Quartalsbericht mehr als 15 Prozent an Börsenwert. Die Aktie liegt inzwischen ĂŒber 45 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 799,87 Euro aus dem Juni.

Im Start-up-Sektor sorgt der KI-Chipentwickler Hailo fĂŒr Schlagzeilen: Nach dem Scheitern einer geplanten Börsenfusion streicht das Unternehmen die HĂ€lfte seiner Stellen – 110 Mitarbeiter mĂŒssen gehen. Gleichzeitig suchen Tech-Giganten wie Intel, IBM und Apple offenbar UnterstĂŒtzung bei der israelischen Regierung, um gestiegene Lohnkosten abzufedern. Die GehĂ€lter in der Region sind seit 2021 um rund 30 Prozent gestiegen, verstĂ€rkt durch die Aufwertung der lokalen WĂ€hrung.

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