PC-Markt, Speicherpreise

PC-Markt bricht ein: Speicherpreise explodieren um bis zu 126%

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erstmals seit über einem Jahr sinken die PC-Auslieferungen. Während HP und Dell Verluste melden, wachsen Apple und Asus dank neuer Modelle.

PC-Markt schrumpft: Apple und Asus trotzen dem Abwärtstrend
Ein moderner Laptop auf einem sauberen Schreibtisch in einem professionellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der weltweite PC-Markt verzeichnet im zweiten Quartal 2026 einen Rückgang – die erste Absatzdelle seit über einem Jahr. Rund 65 Millionen Geräte wurden ausgeliefert, etwa vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Während Branchenriesen wie HP und Dell Federn lassen müssen, können Apple und Asus zulegen.

Explodierende Speicherpreise setzen Hersteller unter Druck

Hauptverantwortlich für die Marktflaute ist eine beispiellose Preisexplosion bei Speicherchips. Die Preise für DRAM-Bausteine schossen im ersten Quartal um 110 Prozent in die Höhe, gefolgt von einem weiteren Anstieg um 35 Prozent im zweiten Quartal. Noch heftiger traf es NAND-Flash-Speicher: plus 126 Prozent im ersten, plus 44 Prozent im zweiten Quartal.

Die Folgen sind dramatisch: Die Materialkosten (Bill of Materials) haben sich bei vielen Herstellern mehr als verdoppelt. „Günstige Einsteiger-Laptops unter 1.000 Euro werden zunehmend zur Seltenheit“, fassen Marktbeobachter die Lage zusammen. Immer mehr Hersteller reagieren mit Preiserhöhungen oder reduzieren die Ausstattung ihrer Einstiegsmodelle.

Lenovo bleibt vorn – Apple überrascht mit Wachstum

Die Verlierer des Quartals heißen HP und Dell. Der US-Konzern HP musste einen Absatzrückgang von rund acht Prozent hinnehmen, Dell verlor etwa sechs Prozent. Marktführer Lenovo kam mit einem Minus von zwei Prozent vergleichsweise glimpflich davon und hält weiterhin einen Anteil von 25,6 Prozent.

Ganz anders die Entwicklung bei Apple: Der iPhone-Konzern verzeichnete ein zweistelliges Wachstum. Je nach Analystenhaus legte Apple zwischen 13 und 15,9 Prozent zu und erreichte einen Marktanteil von 11,1 Prozent. Auch Asus konnte sich mit einem Plus von vier Prozent vom Abwärtstrend abkoppeln.

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MacBook Neo als Apples Trumpfkarte

Der Erfolg des kalifornischen Konzerns hat einen Namen: MacBook Neo. Das günstige Einstiegsmodell startete bei 599 Euro (später auf 699 Euro angehoben) und half Apple, in einem schwachen Markt Marktanteile zu gewinnen.

Schon jetzt arbeitet Apple offenbar an einer überarbeiteten Version. Das neue Modell soll einen A19 Pro-Prozessor und 12 Gigabyte Arbeitsspeicher erhalten – ein deutliches Upgrade gegenüber den aktuellen acht Gigabyte. Allerdings könnten die anhaltenden Komponentenengpässe dazu führen, dass die 256-GB-Variante eingestellt wird. Erst im vergangenen Monat hatte Apple die Preise für nahezu das gesamte Produktportfolio angehoben.

Geschäftskunden stabilisieren den Markt – aber nur bedingt

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Während Privatkunden aufgrund der gestiegenen Preise zurückhaltend agieren, zeigt sich der Geschäftskundenbereich vergleichsweise robust. Das nahende Ende des Supports für ältere Windows-Versionen und der Hype um sogenannte „KI-PCs“ treiben viele Unternehmen zu notwendigen Hardware-Upgrades.

Doch der Ausblick bleibt düster. Branchenexperten rechnen damit, dass die durchschnittlichen PC-Verkaufspreise im Laufe des Jahres 2026 um mehr als 18 Prozent steigen könnten. Da die Speicherknappheit voraussichtlich bis 2027 anhalten wird, denken immer mehr Unternehmen laut über längere Austauschzyklen oder den Umstieg auf generalüberholte Geräte nach.

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