PC-Preise: Acer erwartet 20% Anstieg bis Mitte 2027
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 03:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Chairman und CEO von Acer, Chen Chun-sheng, rechnet mit einer deutlichen Entspannung am PC-Markt ab Mitte 2027. WĂ€hrend Verbraucher kurzfristig mit weiteren Preiserhöhungen rechnen mĂŒssen, widerspricht der Konzernchef den Prognosen groĂer Speicherhersteller ĂŒber eine lang anhaltende Knappheit. Demnach sorge vor allem die wachsende HalbleiterkapazitĂ€t in China fĂŒr einen Gegentrend zur aktuellen Teuerung.
Kurzfristige Preissteigerungen im vierten Quartal 2026
Laut aktuellen EinschĂ€tzungen des Acer-Managements vom 19. September 2026 steht dem PC-Markt zunĂ€chst eine weitere Teuerungsphase bevor. Chen Chun-sheng erwartet, dass die Preise fĂŒr Computer insgesamt um etwa 20 Prozent steigen werden, bevor in der zweiten HĂ€lfte des Jahres 2027 mit einem RĂŒckgang zu rechnen sei.
FĂŒr das vierte Quartal 2026 prognostiziert der Manager bereits durchschnittliche Preiserhöhungen zwischen 5 und 20 Prozent, wobei die genaue Höhe vom jeweiligen Ausbau des Arbeitsspeichers und der SSD abhĂ€nge.
Diese Entwicklung begrĂŒndet das Unternehmen mit einer anhaltenden Tech-Inflation, die verschiedene Komponenten wie SSDs, Leiterplatten (PCB), Foundry-Dienstleistungen und sogar Glasfasergewebe betreffe. Besonders die Preissteigerungen bei TSMC könnten laut Chen die Kosten fĂŒr Prozessoren weiter nach oben treiben.
Auch Hochleistungs-Grafikspeicher verteuere sich kontinuierlich, was die Preise fĂŒr Endkunden-Grafikkarten zusĂ€tzlich belaste. Aufgrund von Fertigungs- und Versandzeiten sowie Handelszyklen wĂŒrden diese KostenĂ€nderungen jedoch erst mit einer Verzögerung von mehreren Monaten bei den Verbrauchern ankommen.
Widerspruch zur angeblichen Speicherknappheit
Entschieden widersprach der Acer-Chef den Warnungen namhafter Speicherproduzenten. Er halte eine Knappheit bei Speichermodulen bis zum Jahr 2030 fĂŒr unmöglich. Chen Chun-sheng betonte, dass das Angebot durchgehend verfĂŒgbar gewesen sei. Er warf den Speicherlieferanten vor, ein Narrativ der Verknappung zu pflegen, um hohe Margen zu rechtfertigen. Viele Anbieter wĂŒrden Preiserhöhungen fordern, die aus Sicht von Acer nicht gerechtfertigt seien.
WĂ€hrend Standardkomponenten wie DDR4 und normales DDR5 laut Acer reichlich vorhanden sind â bei DDR4 gebe es teilweise sogar bereits PreisrĂŒckgĂ€nge â, bleibe die Versorgung nur bei speziellen High-End-Komponenten fĂŒr neueste KI-Plattformen sowie in einigen Low-End-Segmenten angespannt.
Der Acer-Chef rechnet damit, dass PC-Preise im vierten Quartal 2026 um durchschnittlich 5 bis 20 Prozent steigen â je nachdem, wie viel Arbeitsspeicher und SSD verbaut sind. Wer jetzt kauft oder aufrĂŒstet, kann sich einen Teil der Teuerung sparen. Unser kostenloser Guide zeigt Ihnen, wann Kaufen und wann Warten wirklich gĂŒnstiger ist. Kauf-Timing-Guide jetzt kostenlos anfordern
Chen verwies darauf, dass Acer derzeit einen historisch hohen Lagerbestand halte und auf eine dynamische Beschaffungsstrategie setze, um Schwankungen auszugleichen.
Markteintritt chinesischer Hersteller verÀndert die Angebotslage
Ein wesentlicher Faktor fĂŒr die erwartete Preisstabilisierung ab Mitte 2027 ist die expandierende HalbleiterkapazitĂ€t, insbesondere durch Hersteller aus China. Neue Fabriken, deren Bau Ende 2025 begann, sollen ab Mitte 2027 einsatzbereit sein. Unternehmen wie CXMT haben laut Marktbeobachtern bereits einen Marktanteil von 7 Prozent erreicht und planen eine Expansion im Bereich NAND-Flash.
In der Branche ist der Einsatz dieser Alternativen bereits gĂ€ngige Praxis. Neben Acer nutzen demnach auch HP und Asus Chips von CXMT. Lenovo setzt in Modellen fĂŒr den deutschen Markt SSDs von YMTC ein. Diese steigende VerfĂŒgbarkeit von reifen KapazitĂ€ten aus China dĂŒrfte den Druck auf die etablierten Speicherhersteller erhöhen und die Preise fĂŒr Verbraucher in der zweiten JahreshĂ€lfte 2027 drĂŒcken.
Divergierende Prognosen der Branchenteilnehmer
Die EinschÀtzung von Acer steht im krassen Gegensatz zu den Aussagen anderer Marktteilnehmer. Am 19. September 2026 bekrÀftigten Vertreter von SK hynix und Micron ihre Erwartungen einer anhaltenden Knappheit.
Der CEO von SK hynix, Kwak Noh-Jung, geht davon aus, dass sich die Situation 2027 sogar noch zuspitzen werde und das Angebot bis 2030 knapp bleibe. Micron gab an, dass die Nachfrage das eigene Angebot auf absehbare Zeit ĂŒbersteigen werde. Der Chairman von Adata, Chen Li-bai, stellte sogar erhöhte Preise fĂŒr die kommenden zehn Jahre in Aussicht.
Speicherhersteller warnen vor Knappheit bis 2030, Acer hĂ€lt das fĂŒr unmöglich â und verweist auf reichlich verfĂŒgbares DDR4 und DDR5 sowie neue KapazitĂ€ten aus China. Diese widersprĂŒchlichen Signale verunsichern viele KĂ€ufer. Unser kostenloser Leitfaden ordnet die Prognosen ein und gibt Ihnen eine klare Checkliste fĂŒr Speicher- und SSD-AufrĂŒstung. Leitfaden zur Speicher-Lage jetzt sichern
Hintergrund dieser unterschiedlichen Sichtweisen ist unter anderem die enorme Nachfrage nach Speicher fĂŒr KI-Rechenzentren. Diese hat dazu gefĂŒhrt, dass sich die DRAM-Preise innerhalb von zwölf Monaten verfĂŒnffacht haben. Marktforscher von TrendForce prognostizierten fĂŒr das dritte Quartal 2026 einen weiteren Anstieg der DRAM-Vertragspreise um 13 bis 18 Prozent.
Dennoch rechnet Acer fĂŒr das Jahr 2027 mit einem weltweit rĂŒcklĂ€ufigen PC-Absatz im zweistelligen Prozentbereich, wobei die UmsĂ€tze aufgrund der höheren Durchschnittspreise stabil bleiben könnten. Eine Erholung des Marktes durch sinkende Kosten hĂ€lt Chen Chun-sheng bereits im dritten Quartal 2027 fĂŒr möglich.
