Peer-Beratung in ZĂŒrich: 21-JĂ€hrige begleitet Jugendliche nach Krisen
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der psychiatrischen Versorgung gewinnen AnsĂ€tze an Bedeutung, bei denen Menschen mit eigener Krisenerfahrung Betroffene auf Augenhöhe begleiten. Wie ein Bericht des Schweizer Portals 20min.ch vom 27. September 2026 am Beispiel der Psychiatrischen UniversitĂ€tsklinik ZĂŒrich veranschaulicht, etabliert sich die sogenannte Peer-Beratung zunehmend als unterstĂŒtzendes Element im Behandlungsalltag.
In der ZĂŒrcher Einrichtung ist die 21-jĂ€hrige L. tĂ€tig, um Jugendliche und junge Erwachsene in seelischen Ausnahmesituationen zu begleiten â und zwar als gezielte ErgĂ€nzung zu einer ambulanten Therapie.
Eigene Krisenerfahrung als BrĂŒcke zu Betroffenen
Der Kern der Peer-Beratung beruht auf der geteilten Erfahrungswelt zwischen Ratsuchenden und Beratenden. Bei der Beraterin L. ging der TĂ€tigkeit eine schwere persönliche Krise voraus: Nach einem Suizidversuch absolvierte sie einen stationĂ€ren Klinikaufenthalt. Dieser ĂŒberstandene Lebensabschnitt dient ihr heute als praktische Grundlage, um das Erleben von Patientinnen und Patienten nachzuvollziehen.
Die Arbeit findet vor allem in vertraulichen 1:1-GesprĂ€chen statt. Das zentrale Ziel dieses Austauschs liegt darin, den Hilfesuchenden neue Hoffnung zu vermitteln und Wege aus der Isolation aufzuzeigen. Neben den individuellen GesprĂ€chen engagiert sich L. bereits seit dem Jahr 2024 gemeinsam mit einem Team in der Entwicklung spezifischer Projekte rund um das Thema psychische Gesundheit, um prĂ€ventive und aufklĂ€rende MaĂnahmen zu fördern.
Peer-Beratung funktioniert nicht als Ersatz fĂŒr Therapie, sondern als ErgĂ€nzung â das zeigt der Blick auf die Praxis an einer ZĂŒrcher UniversitĂ€tsklinik, wo eine Peer-Beraterin junge Menschen in Krisen begleitet. Damit das Modell trĂ€gt, braucht es klare Rollen, eine fundierte Weiterbildung und eine saubere Abgrenzung der eigenen Geschichte. In 3 Schritten zur Peer-Beratung, die Klinik und Alltag verbindet â kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Professionelle Grenzen und notwendige Qualifikation
Trotz des intensiven Austauschs und des hohen Grades an persönlicher Identifikation unterscheidet sich die Peer-Arbeit grundlegend von einer heilkundlichen Behandlung. Peer-Berater sind ausdrĂŒcklich keine Therapeuten. Ihre Aufgabe besteht nicht in der Diagnostik oder der DurchfĂŒhrung psychotherapeutischer Interventionen, sondern in der empathischen Lebensbegleitung auf Augenhöhe wĂ€hrend laufender BehandlungsmaĂnahmen.
Wer Peer-Berater ohne belastbare Weiterbildung einsetzt, riskiert, dass die eigene Krisenerfahrung zur Last wird â statt zur BrĂŒcke. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie GesprĂ€chssituationen professionell steuern, frĂŒhere Erlebnisse abgrenzen und SelbstĂŒberlastung vorbeugen, bevor Ihr Team ausfĂ€llt. Abgrenzungs-Checkliste fĂŒr Peer-Berater jetzt sichern
Aus diesem Grund erfordert der Einsatz im institutionellen Rahmen eine fundierte Weiterbildung. Diese soll sicherstellen, dass die Beraterinnen und Berater das nötige Handwerkszeug besitzen, um GesprĂ€chssituationen professionell zu steuern, die eigenen frĂŒheren Erlebnisse ausreichend abzugrenzen und einer erneuten SelbstĂŒberlastung vorzubeugen.
In Kombination mit der regulĂ€ren ambulanten Therapie bildet das Peer-Modell so eine flankierende StĂŒtze, um Betroffenen in akuten Krisen zusĂ€tzliche Orientierung zu geben.
