Pegasus-Angriff, EU-Parlamentarier

Pegasus-Angriff auf EU-Parlamentarier: Zero-Click-Exploit über HomeKit

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 09:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Erneute Pegasus-Angriffe auf EU-Abgeordnete belegt. Bürgerrechtler fordern Konsequenzen, während Griechenland und Deutschland kritisierte Entscheidungen treffen.

Pegasus-Spionage: Neue Attacken auf EU-Parlamentarier erschüttern Brüssel
Pegasus-Angriff - Eine dunkle, schattenhafte Figur sitzt vor mehreren leuchtenden Computermonitoren, die digitalen Code anzeigen. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der frühere Europaabgeordnete Stelios Kouloglou wurde gleich zweimal Opfer der Spionagesoftware Pegasus.

Die Infektionen erfolgten im Oktober 2022 und März 2023. Das kanadische Forschungsinstitut Citizen Lab bestätigte die Angriffe. Die Hacker nutzten einen sogenannten Zero-Click-Exploit mit dem Namen „PWNYOURHOME“. Er machte sich eine Sicherheitslücke in Apples HomeKit-Funktion zunutze.

Betroffen war ein Gerät mit iOS 15.5. Da die Opfer keinerlei Interaktion ausführen mussten, blieben die Angriffe lange unbemerkt. Die Täter erlangten so Zugriff auf vertrauliche Dokumente des PEGA-Untersuchungsausschusses. Kouloglou war Mitglied dieses Gremiums.

Ein direkter Zusammenhang mit der griechischen Regierung ließ sich bislang nicht nachweisen.

Menschenrechtsorganisationen fordern Konsequenzen

Die Vorfälle lösen scharfe Reaktionen aus. Organisationen wie Bits of Freedom und die Europäische Journalisten-Föderation (EFJ) fordern ein entschlossenes Vorgehen der EU. In einer gemeinsamen Stellungnahme präsentierten sie fünf Kernforderungen.

Dazu gehören eine unabhängige Untersuchung sowie eine umfassende Umsetzung der PEGA-Empfehlungen. Die Experten verlangen zudem schärfere Regeln für Dual-Use-Güter, also Technologien mit doppeltem Verwendungszweck. Unternehmen, die Spyware entwickeln, sollen keine EU-Fördermittel mehr erhalten. Auch Entschädigungsmechanismen für Betroffene sind gefordert.

Anzeige

Der Fall Pegasus zeigt drastisch, wie verwundbar mobile Geräte durch unbemerkte Sicherheitslücken werden können. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie Ihr eigenes Gerät mit gezielten Maßnahmen vor Spionage und Datenklau schützen. 5 Sicherheitsmaßnahmen für Ihr Smartphone jetzt kostenlos entdecken

Griechenland blockiert Aufklärung

Während in Brüssel über strengere Regeln diskutiert wird, zeigt sich in Griechenland ein gegenteiliges Bild. Die Regierungspartei Nea Dimokratia nutzte ihre Mehrheit im zuständigen Ausschuss. Sie verhinderte die Vorladung zentraler Zeugen im sogenannten Predator-Skandal.

Betroffen sind unter anderem Tal Dilian, Gründer des Spyware-Unternehmens Intellexa, sowie weitere politische Akteure. Die Opposition spricht von einer gezielten Blockade der Aufklärung.

Deutschland schränkt Informationsfreiheit ein

Auch in Deutschland gibt es Entwicklungen, die Kritiker auf den Plan rufen. Geplante Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz (IFG) sehen vor, Auskünfte künftig nur noch an natürliche Personen mit berechtigtem Interesse zu erteilen.

Die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten warnte vor einer Rückkehr zur „Kultur des verschlossenen Verwaltungswissens“. Eine Petition gegen die Pläne sammelte bereits über 300.000 Unterschriften.

Anzeige

Neben politischer Überwachung nehmen auch kriminelle Hackerangriffe auf private Konten massiv zu, wobei oft veraltete Software als Einfallstor dient. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt Ihnen einfach und verständlich, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Gerät dauerhaft gegen Malware absichern. Gratis-Ratgeber: Android-Smartphone effektiv vor Hackern schützen

Erfolge im Kampf gegen Cyberkriminalität

Trotz der politischen Hürden melden Sicherheitsbehörden Erfolge. In einer koordinierten Aktion zerschlugen FBI, Google und Lumen das Residential-Proxy-Netzwerk NetNut. Es umfasste weltweit mindestens zwei Millionen infizierte Geräte.

In Finnland gelang zudem die Festnahme eines mutmaßlichen Mitglieds der Hackergruppe Scattered Spider. Die Ermittler identifizierten den Verdächtigen im April 2026 über eine Windows-11-Gerätekennung. Der Gruppe werden Erpressungen in Millionenhöhe zur Last gelegt.

de | wissenschaft | 69711694 |