Pegasus und NoviSpy: 14 Aktivisten in Serbien ausspioniert
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 23:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die serbische Nichtregierungsorganisation SHARE Foundation hat weitreichende Spionageangriffe auf Vertreter der heimischen Zivilgesellschaft öffentlich gemacht. Einer Untersuchung der Organisation zufolge wurden im Vorfeld der Kommunalwahlen am 29. März mindestens 14 Personen zum Ziel digitaler Überwachungsversuche. Dabei kamen hochentwickelte Spähprogramme zum Einsatz, die darauf ausgelegt sind, Mobilgeräte nahezu vollständig zu kompromittieren.
Einsatz von Pegasus und NoviSpy identifiziert
In den technischen Analysen der betroffenen Geräte konnten spezifische Spionage-Tools nachgewiesen werden. Laut den Erkenntnissen der SHARE Foundation wurde auf einem der untersuchten Mobilgeräte die Software Pegasus identifiziert. Diese hochkomplexe Spyware wird von der israelischen NSO Group entwickelt und steht bereits seit längerer Zeit international in der Kritik, da sie wiederholt gegen Journalisten, Menschenrechtler und politische Akteure eingesetzt worden sein soll.
Zusätzlich zur Nutzung von Pegasus stießen die Experten bei zwei weiteren Geräten auf eine Software namens NoviSpy. Während Pegasus oft mit staatlichen Akteuren und hochpreisigen Lizenzmodellen assoziiert wird, deutet der Einsatz verschiedener Tools auf ein breiter gefächertes Arsenal hin, das gegen die serbische Zivilgesellschaft mobilisiert wurde.
Insgesamt beläuft sich die Zahl der identifizierten Zielpersonen auf mindestens 14 Personen, wobei die Dunkelziffer bei derartigen Überwachungskampagnen oft höher eingeschätzt wird.
Entdeckung durch globale Sicherheitswarnungen
Die Aufdeckung dieser gezielten Angriffe erfolgte im August. Den Ausschlag gaben automatisierte Sicherheitswarnungen des Technologiekonzerns Apple. Das Unternehmen hatte Nutzer in insgesamt 110 Ländern darüber informiert, dass ihre Geräte potenziell Ziel staatlich gesponserter Söldner-Spyware-Angriffe geworden seien.
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Diese Benachrichtigungen dienten den Betroffenen in Serbien als Anlass, ihre Geräte durch Fachorganisationen wie die SHARE Foundation technisch prüfen zu lassen.
Die Warnungen von Apple sind Teil einer Strategie des Herstellers, Nutzer vor hochgradig spezialisierten Cyberangriffen zu schützen, die Sicherheitslücken in mobilen Betriebssystemen ausnutzen.
Dass die Angriffe in Serbien zeitlich in den Kontext der Kommunalwahlen vom 29. März fielen, unterstreicht nach Ansicht von Beobachtern die politische Dimension der digitalen Überwachung. Die SHARE Foundation betonte in diesem Zusammenhang die Bedrohung für demokratische Prozesse und die Integrität zivilgesellschaftlicher Arbeit.
Bedeutung für die digitale Sicherheit
Der Vorfall verdeutlicht erneut die Verwundbarkeit von Mobilgeräten gegenüber professionell entwickelter Spionagesoftware. Die betroffenen Programme sind in der Lage, ohne Interaktion der Nutzer installiert zu werden und Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten, Standortdaten, Mikrofone und Kameras zu erhalten.
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Für Organisationen, die im Bereich der digitalen Rechte tätig sind, stellt die Entdeckung in Serbien ein wichtiges Beweisstück für die fortlaufende Nutzung solcher Technologien gegen nicht-staatliche Akteure dar.
Die Ermittlungen der SHARE Foundation zeigen zudem, wie entscheidend die Zusammenarbeit zwischen Technologieunternehmen und zivilgesellschaftlichen Prüfstellen ist, um verdeckte Überwachungskampagnen ans Licht zu bringen.
Während die technische Analyse die Infektionen bestätigte, bleibt die Identität der Hintermänner der Angriffe oft im Verborgenen, da die Anbieter solcher Software-Lösungen ihre Kundenbeziehungen in der Regel streng geheim halten.
