Pentagon-Deal, SpaceX

Pentagon-Deal: SpaceX liefert KI-Chips für 29,5-Milliarden-Initiative

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 16:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

SpaceX will Pentagon mit KI-Rechenzentren beliefern und tritt gegen CoreWeave an. Die Aktie fiel nach Bekanntwerden der Gespräche um 4,4 Prozent.

SpaceX verhandelt mit Pentagon über Milliarden-Cloud-Deals für KI
Futuristischer Server-Rack mit blauen Leuchten, symbolisiert KI-Rechenleistung und Militärtechnologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX verhandelt mit dem US-Verteidigungsministerium über milliardenschwere Cloud-Verträge für Künstliche Intelligenz.

Der Deal würde die Partnerschaft zwischen SpaceX und dem Pentagon massiv ausweiten. Bislang lieferte das Unternehmen vor allem Raketenstarts, Satellitenkommunikation und Raketenfrüherkennung. Nun strebt SpaceX offenbar an, auch die Hochleistungsrechner für militrische KI-Anwendungen bereitzustellen.

Vom Raketenbauer zum Cloud-Riesen

Die Verhandlungen drehen sich um den Zugang zu gewaltigen Rechenkapazitäten – darunter das Rechenzentrum in Memphis mit dem Supercomputer Colossus. Dieser arbeitet mit mehr als 275.000 Nvidia H100-Grafikprozessoren. SpaceX würde damit in direkte Konkurrenz zu spezialisierten Anbietern wie CoreWeave treten und verspricht günstigere Preise.

Das Pentagon treibt den Einsatz von KI massiv voran. Erst im Mai 2026 schloss die Behörde Verträge mit sieben Technologiefirmen zur Nutzung Künstlicher Intelligenz in Geheimnetzwerken. SpaceX gehört zu den acht Unternehmen, die dafür freigegeben sind. Die „AI Arsenal“-Initiative des Pentagons ist für das Haushaltsjahr 2027 mit 29,5 Milliarden Dollar (rund 27 Milliarden Euro) veranschlagt.

Die Nachfrage ist enorm: Die Plattform GenAI.mil wuchs von rund 80.000 Nutzern im Dezember auf aktuell 1,5 Millionen.

Anzeige

Während Großmächte und Tech-Giganten massiv in KI-Kapazitäten investieren, müssen Unternehmen die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen des EU AI Acts im Blick behalten. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Milliardendeals mit Tech-Giganten

SpaceX hat bereits mehrere Großverträge mit kommerziellen Partnern abgeschlossen:

  • Google: Im Juni unterzeichnete SpaceX einen 30-Milliarden-Dollar-Vertrag über die Lieferung von 110.000 Nvidia-Chips. Die Zahlungen belaufen sich zwischen Oktober 2026 und Mitte 2029 auf rund 920 Millionen Dollar pro Monat.
  • Anthropic: Seit Mai 2026 liefert SpaceX die volle Kapazität von 300 Megawatt aus dem Colossus-1-Rechenzentrum – für 1,25 Milliarden Dollar monatlich bis Mai 2029.
  • Reflection AI: Ein Vertrag über Kapazitäten im Colossus-2-Rechenzentrum, der bis 2029 potenziell 6,3 Milliarden Dollar wert ist.

Die Konkurrenz schläft nicht: Amazon investiert bis zu 50 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Kapazitäten für Regierungsbehörden. Nach Bekanntwerden der Pentagon-Verhandlungen fiel die SpaceX-Aktie um 4,4 Prozent – während CoreWeave wegen der aggressiven Preisstrategie von SpaceX ebenfalls Verluste hinnehmen musste.

Anzeige

Die rasante Entwicklung von KI-Systemen stellt Unternehmen vor komplexe regulatorische Herausforderungen hinsichtlich Risikodokumentation und Kennzeichnungspflichten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer durch die neue EU-KI-Verordnung jetzt kennen müssen. Kostenlosen Report zur KI-Verordnung herunterladen

Politische und rechtliche Hürden

Der Deal steht unter besonderer Beobachtung. Elon Musk berät die US-Regierung als Sonderberater für die „Behörde für Regierungseffizienz“ (DOGE) . Senatorin Jeanne Shaheen brachte daraufhin einen Gesetzesentwurf ein, der Regierungsaufträge für Personen in solchen Beraterrollen einschränken soll.

Gleichzeitig gibt es Umweltbedenken: Die NAACP hat Klage gegen das Rechenzentrum in Memphis eingereicht – wegen des enormen Energie- und Wasserverbrauchs. SpaceX investierte rund eine Milliarde Dollar in mobile Turbinen, um mehr als ein Gigawatt Strom bereitzustellen. Das US-Justizministerium griff in den Rechtsstreit ein und verwies auf die nationale Bedeutung der Anlage.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69796709 |