Pentagon-VertrÀge: OpenAI und Oracle sichern sich Milliarden
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 22:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Berichte ĂŒber geleakte Dokumente haben bisher nicht öffentlich bekannte Vertragsvereinbarungen zwischen dem US-Verteidigungsministerium und bedeutenden Unternehmen der KĂŒnstlichen Intelligenz (KI) ans Licht gebracht. Die Unterlagen geben Einblick in die zunehmende technologische Verflechtung des Pentagons mit der Privatwirtschaft, wobei insbesondere die Rolle von OpenAI und Oracle im Fokus steht.
OpenAI-Modelle fĂŒr nationale Sicherheitszwecke
Aus einer per Klage auf Basis des Informationsfreiheitsgesetzes (FOIA) veröffentlichten Pentagon-Ănderung mit der Bezeichnung P00003 geht hervor, dass sogenannte OpenAI Mission Models spezifisch fĂŒr AnwendungsfĂ€lle der nationalen Sicherheit konzipiert wurden. Diese Modelle zeichnen sich laut den Unterlagen durch minimale Verweigerungsraten aus, was auf eine Anpassung der Sicherheitsfilter fĂŒr militĂ€rische Belange hindeutet.
Der entsprechende Vertrag umfasst einen Projektzeitraum vom 13. Juni 2025 bis zum 12. Juni 2027. WÀhrend die Obergrenze des Abkommens auf 200 Millionen US-Dollar festgesetzt wurde, wurde der bereits verpflichtete Betrag zuletzt um einen US-Dollar auf insgesamt 1.999.999 US-Dollar erhöht.
In einer spÀteren Version des Dokuments vom 27. Februar 2026 wurde die Bezeichnung in ChatGPT Mission Models geÀndert, wobei die dazugehörige Beschreibung geschwÀrzt blieb. Sowohl OpenAI als auch das Pentagon bestreiten Berichten zufolge den aktuellen Status der Dokumente.
Milliardenauftrag fĂŒr Oracle und innovative Finanzierungsmodelle
Neben OpenAI festigt Oracle seine Position als strategischer Partner des US-MilitĂ€rs. Das Unternehmen sicherte sich einen wegweisenden Direktauftrag ĂŒber 7 Milliarden US-Dollar fĂŒr Cloud-Infrastruktur. Dies stellt die erste direkte Vergabe des Pentagons in diesem Bereich dar, bei der eine wettbewerbliche Ausschreibung umgangen wurde, um die Modernisierung der militĂ€rischen Systeme durch die Oracle Cloud zu beschleunigen.
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Parallel dazu nutzt das Verteidigungsministerium neue Wege der Zusammenarbeit mit kleineren Akteuren. Red Cell Partners schloss eine einjÀhrige Vereinbarung mit dem Chief Digital and Artificial Intelligence Office (CDAO) ab, die eine Obergrenze von 100 Millionen US-Dollar vorsieht.
Das Abkommen basiert auf einem Shared-Savings-Modell: Red Cell trĂ€gt die Vorabkosten und erhĂ€lt eine VergĂŒtung nur dann, wenn tatsĂ€chlich Kosten eingespart oder definierte Ergebnisse erzielt werden.
Ăhnliche Modelle fĂŒhrten in der Vergangenheit bereits zu Einsparungen von 19,3 Milliarden US-Dollar im Bereich der bundesstaatlichen Energieversorgung sowie 2,5 Milliarden US-Dollar bei Medicare innerhalb eines Jahres.
Ausbau der globalen Infrastruktur und Rohstoffabsicherung
Die Expansion der KI-KapazitĂ€ten erstreckt sich auch auf die physische Infrastruktur und Rohstoffversorgung. OpenAI hat einen mehrjĂ€hrigen Vertrag ĂŒber RechenkapazitĂ€ten in zwei Rechenzentren des Unternehmens Firmus in Malaysia abgeschlossen. Firmus, das von Nvidia unterstĂŒtzt wird und einen Marktwert von ĂŒber 10,5 Milliarden US-Dollar aufweist, verfĂŒgt ĂŒber eine vertraglich gebundene GesamtkapazitĂ€t von mehr als 900 Megawatt.
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Im Bereich der Software-Infrastruktur kooperieren Palantir Technologies und die Nebius Group. Nebius fungiert dabei kĂŒnftig als bevorzugter Partner fĂŒr Sovereign-AI-Infrastruktur. Die Vereinbarung sieht vor, die RechenkapazitĂ€ten von Nebius in die Sicherheitsumgebungen von Palantir zu integrieren. Finanzielle Einzelheiten der Partnerschaft zwischen den beiden an der Nasdaq notierten Unternehmen wurden nicht bekannt gegeben.
Zudem sichert sich das Pentagon strategische Ressourcen fĂŒr die Verteidigungstechnik. Sunrise Energy Metals erhielt vom Office of Strategic Capital eine Kreditzusage in Höhe von 400 Millionen US-Dollar fĂŒr das Syerston-Scandium-Projekt in New South Wales.
Infolge dieser Nachricht stieg der Aktienkurs des Unternehmens um 20,25 Prozent auf 19,24 AUD. Lockheed Martin verfĂŒgt im Rahmen des Projekts bereits ĂŒber eine Option auf den Bezug von jĂ€hrlich 15 Tonnen Scandiumoxid. Eine finale Investitionsentscheidung wird fĂŒr das im September endende Quartal erwartet.
