Performing, Arts

Performing Arts Physiotherapy: Erste Professur schützt Musiker vor Burnout

28.06.2026 - 05:30:29 | boerse-global.de

Hertha BSC erstellt psychologische Profile, Wimbledon-Star meidet Spielerhotel. Die Belastungssteuerung wird zur Chefsache im Leistungssport.

Mentale Gesundheit im Profisport: Neue Strategien gegen Erschöpfung
Performing - Ein Tennisspieler sitzt nachdenklich auf einer Bank in einer ruhigen Umkleidekabine, den Kopf gesenkt, ein Tennisschläger haltend. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vereine und Athleten setzen zunehmend auf wissenschaftliche Analysen und individuelle Rückzugsstrategien, um der Erschöpfung im verdichteten Terminkalender entgegenzuwirken.

Psychologische Profile beim Fußball-Bundesligisten

Hertha BSC geht neue Wege. Seit Sommer 2022 erstellt Sportpsychologin Paula Isringhausen dort Persönlichkeits-, Motivations- und Stressprofile der Spieler. Zum Einsatz kommt das Wiener Testsystem – eine Methode, die auch der DFB und die TSG Hoffenheim nutzen.

Trainer Stefan Leitl betont: „Sportpsychologie ist im Profibereich keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.“ Ziel ist es, Überlastung frühzeitig zu erkennen und die Stressresistenz gezielt zu fördern.

Isolation als Taktik bei Wimbledon

Jessica Pegula setzt auf Abstand. Die US-Tennisspielerin, aktuell Nummer vier der Weltrangliste, verzichtet bei den Meisterschaften in Wimbledon bewusst auf das offizielle Spielerhotel. Stattdessen wählte die 32-Jährige eine Unterkunft außerhalb des WTA-Umfelds.

Ihre Strategie: Den ständigen Druck durch die Konkurrenz minimieren und mentale Kapazitäten für die Wettkämpfe schonen. Die ehemalige Profispielerin Kim Clijsters bewertet solche Maßnahmen positiv. Auch Aryna Sabalenka steht nach deutlichen Niederlagen unter besonderer Beobachtung.

Revolte gegen Trainer Bielsa

Die Debatte um die richtige Belastungssteuerung sorgt für Konflikte. Bei der uruguayischen Nationalmannschaft kam es zu einer Revolte gegen Trainer Marcelo Bielsa. Führungsspieler wie Federico Valverde und Ronald Araujo kritisierten die zu hohe Trainingsintensität. Die Belastung sei kaum noch zu bewältigen, so die Spieler.

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Der langjährige DFB-Athletiktrainer Ulf Sobek betont: „Regeneration muss denselben Stellenwert haben wie das Training selbst.“ Individuelle Pläne seien essenziell für die langfristige Leistungsfähigkeit.

Training bei 41 Grad

Auch äußere Bedingungen fordern Anpassungen. Der Hallesche FC verlegt Trainingseinheiten bei Temperaturen bis zu 41 Grad in die frühen Morgenstunden. Zusätzliche Pausen und erhöhte Elektrolyt-Zufuhr sollen physische und mentale Einbrüche verhindern.

International wird über feste Trinkpausen debattiert. Während Trainer wie Julian Nagelsmann sie für taktische Instruktionen nutzen, befürchten Kritiker einen Verlust des Spielflusses. FIFA-Präsident Gianni Infantino stellt klar: Die Unterbrechungen dienen der Sicherheit, nicht kommerziellen Interessen.

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Erkenntnisse für andere Berufsgruppen

Die Forschung zur Prävention von Erschöpfung weitet sich aus. An der Hochschule Osnabrück wird seit rund zwei Jahrzehnten zur Physiotherapie für Profimusiker geforscht. Anfang 2026 wurde dort die weltweit erste Professur für „Performing Arts Physiotherapy“ eingerichtet.

Mittels Elektromyographie analysieren Forscher Bewegungsabläufe. Das Ziel: Musiker vor chronischen Beschwerden schützen, die ähnlich extremen Belastungen ausgesetzt sind wie Leistungssportler.

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