Pfingstrosenwurzel: TCM-Extrakt reduziert Darmentzündungen messbar
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 06:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Entzündungsforschung macht derzeit gewaltige Sprünge. Moderne Biopharmakologie und traditionelle Heilansätze rücken näher zusammen – mit vielversprechenden Ergebnissen.
Pflanzliche Power aus der TCM
Das Korea Institute of Oriental Medicine hat im Juli 2026 spannende Daten zu einem Extrakt aus der Pfingstrosenwurzelrinde (Mokdanpi) vorgelegt. In Versuchen mit Colitis-Modellen reduzierte der Extrakt Entzündungsreaktionen im Darm und Gehirn. Konkret sanken die Entzündungsmarker TNF-? und IL-6, während der Serotoninspiegel im Hippocampus wieder anstieg.
Auch Grüner Tee liefert neue Erkenntnisse. Forscher der Yunnan Agricultural University und der East China Normal University entschlüsselten im Juli 2026 den Mechanismus von Epigallocatechingallat (EGCG). Der Hauptbestandteil wirkt wie ein molekularer Klebstoff: Er überführt Entzündungsfaktoren wie TNF-? in größere, inaktive Polymere und verhindert so deren Bindung an Rezeptoren.
Auf theoretischer Ebene brachte die 804. Xiangshan-Wissenschaftskonferenz Bewegung. Der Wissenschaftler Tông Xiaolin betonte dort die „Tai-Ba“-Theorie. Sie soll die ganzheitliche Regulation der TCM mit präzisen modernen medizinischen Zielvorgaben verknüpfen – besonders bei Begleiterkrankungen wie Diabetes.
Ein Team der Tsinghua-Universität gelang zudem ein Coup: Mittels Hochleistungs-Mikroskopie visualisierten sie in Echtzeit, wie Akupunktur am Punkt ST36 (Zusanli) die Aktivität von Immunzellen an Entzündungsherden reduziert.
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Peptide: Vom Labor in die Klinik
Neben Pflanzenstoffen rücken synthetische und tierische Peptide in den Fokus. Ein Team der Universität Bonn und des Forschungszentrums Borstel beschrieb einen neuen Mechanismus gegen Asthma. Das synthetische Peptid Pep19-2.5 hemmt das NLRP3-Inflammasom, indem es an Membranlipide bindet. In Modellen führte eine nasale Anwendung zu einer verbesserten Lungenfunktion.
Die Medizinische Universität Wien untersuchte das Gift der Kegelschnecke. Das identifizierte Peptid AoIA hemmt selektiv den Noradrenalin-Transporter. Das lindert Entzündungsschmerzen – ohne Opioid-Rezeptoren zu beeinflussen.
Vitaminderivate: Neue Hoffnung bei Darmerkrankungen
Auch bei Vitaminen gibt es Fortschritte. Forscher der Universität Graz identifizierten langkettige Metaboliten von Vitamin E, die die Anzahl entzündlicher Immunzellen reduzieren und die Beseitigung abgestorbener Zellen durch Makrophagen fördern.
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und die CAU Kiel setzen auf kontrolliert freigesetztes Nicotinamid (Vitamin B3). Nach einer klinischen Studie mit 900 Patienten im Jahr 2025, die eine verbesserte Erholung nach Infektionen zeigte, läuft nun die Phase-II/III-Studie ORNATUS-1 zur Behandlung von Colitis ulcerosa.
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Wenn das Immunsystem überschießt
Ein Team der Universitäten Saarland und Münster beschrieb im Juli 2026 einen Mechanismus, bei dem Autoantikörper gegen den Interleukin-1-Rezeptorantagonisten (IL-1Ra) zu Hyperinflammationen führen. Das spielt sowohl bei schweren COVID-19-Verläufen als auch bei Autoimmunerkrankungen wie der axialen Spondyloarthritis eine Rolle.
Beim sogenannten „Inflammaging“ – der chronischen Entzündung im Alter – gibt es neue Erkenntnisse zum Hormon Thymulin. Eine Studie der Keck School of Medicine vom Juli 2026 zeigt: Thymulin unterdrückt Entzündungssignale und stärkt die T-Zell-Immunität gegen Tumore bei älteren Probanden.
Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) in München identifizierte den Cannabinoid-Rezeptor CB1 auf Endothelzellen als möglichen Angriffspunkt gegen Arteriosklerose. Eine Blockade dieses Rezeptors im peripheren Gewebe könnte künftig Gefäßablagerungen reduzieren und den Stoffwechsel verbessern.
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