Pflanzenkost senkt biologisches Alter – Behörde warnt vor Longevity-Infusionen
14.05.2026 - 02:31:15 | boerse-global.de
Das zeigt eine neue Studie aus Australien.
Forscher der Universität Sydney untersuchten 104 ältere Probanden. Die Gruppe aß fettärmere, kohlenhydratreichere Kost mit viel Gemüse. Ergebnis: Cholesterin, Blutzucker und Entzündungwerte verbesserten sich deutlich. Das rechnerische biologische Alter sank. Bei einer fettreichen Mischkost blieben diese Effekte aus.
Die Studie erschien im Mai 2026 im Fachjournal Aging Cell.
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Hülsenfrüchte senken Bluthochdruck um bis zu 30 Prozent
Eine zweite Analyse untermauert den Trend. Das BMJ Nutrition Prevention & Health wertete Daten von über 300.000 Teilnehmern aus. Ergebnis: Hoher Verzehr von Hülsenfrüchten senkt das Bluthochdruck-Risiko um 16 Prozent. Bei Sojaprodukten liegt die Reduktion bei 19 Prozent.
Die stärkste Wirkung zeigte sich bei täglich rund 170 Gramm Hülsenfrüchten – das Risiko sank um fast 30 Prozent. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich.
BfArM warnt vor Longevity-Infusionen
Doch nicht jeder Trend ist gesund. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnte Mitte Mai vor sogenannten Longevity-Infusionen in „Drip-Spas“. Die hochdosierten Vitamin-Mischungen haben in Deutschland keine Arzneimittelzulassung.
Wissenschaftliche Belege für die beworbenen Wirkungen fehlen. Stattdessen drohen Elektrolytstörungen, allergische Reaktionen, Luftembolien oder ein anaphylaktischer Schock.
Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) sieht die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin Probleme. Rund 75 Prozent der Deutschen nehmen regelmäßig NEM – doch es gibt keine behördliche Prüfung vor dem Markteintritt. Gesetzliche Höchstmengen fehlen. Selbst wasserlösliche B-Vitamine sind überdosierbar. Wechselwirkungen mit Medikamenten sind kaum erforscht.
Bestseller-Autor Bas Kast präzisiert in seinem neuen Buch seine Position: Einzelne Wirkstoffe können wirken – aber nur bei präziser Dosierung und unter Berücksichtigung individueller Risiken.
Intervallfasten wirkt – aber nicht für jeden gleich
Eine Studie in Nature Medicine (12. Mai 2026) untersuchte zeitbeschränktes Essen bei Frauen mit PCOS. Ein Essensfenster zwischen 13 und 19 Uhr führte über sechs Monate zu 4,32 Prozent Gewichtsverlust. Der Langzeitblutzucker (HbA1c) sank nur in der Fastengruppe – nicht bei reiner Kalorienrestriktion.
Forscher der Universität Maastricht fanden zudem: Das Bakterium Akkermansia muciniphila bremst die Gewichtszunahme nach einer Diät. In einer doppelblinden Studie nahm die Probiotikum-Gruppe weniger zu als die Placebo-Gruppe.
Adipositas-Spezialistin Rima Chakaroun ordnet ein: Die Effekte sind vielversprechend, aber moderat. Das Mikrobiom erklärt nur einen einstelligen Prozentbereich des Körpergewichts.
Ernährungsmythen auf dem Prüfstand
Auf einer Podiumsdiskussion in Berlin räumten Fachleute mit Mythen auf: Rezepte mit Datteln oder Agavendicksaft sind nicht zuckerfrei. Spezielle Darmreinigungen sind überflüssig – bei ballaststoffreicher Ernährung regeneriert sich der Darm selbst.
Stille Entzündungen als neuer Fokus
Der Paradigmenwechsel in der Ernährungsmedizin ist klar: Weg von der Kalorienzählung, hin zur Steuerung von Entzündungsprozessen. „Silent inflammation“ gilt als Treiber für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.
Pflanzliche Kost und bestimmte Fastenprotokolle senken die Entzündungslast – noch bevor Symptome auftreten.
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Ernährungswissenschaftler Uwe Knop warnt jedoch: Die Kalorienbilanz bleibt entscheidend. Eine Cochrane-Analyse vom Februar 2026 zeigt: Frühstücksverzicht führt nicht automatisch zu mehr Gewichtsverlust als eine normale Reduktionsdiät – wenn die Gesamtenergie gleich ist.
Ausblick: Personalisierte Ernährung als nächster Schritt
Die WHO-Empfehlung von maximal 50 Gramm freiem Zucker pro Tag bleibt gültig. Doch Forscher fordern zunehmend individuelle Ansätze: abgestimmt auf Stoffwechseltyp und Mikrobiom.
In der Präventivmedizin gewinnen Biomarker für beschleunigte Alterung an Bedeutung. Das dürfte den Druck auf den Gesetzgeber erhöhen, strengere Standards für Longevity-Produkte zu schaffen.
Die Evidenz spricht klar für eine pflanzenbetonte Basisernährung mit Hülsenfrüchten und Vollkorn. Hochdosierte invasive Verfahren bleiben kritisch zu bewerten.
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