Pflanzenstoffe, Krebs

Pflanzenstoffe gegen Krebs: Neue Studien zu Pfeffer und TCM-Extrakten

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Pfefferextrakt verlängerte bei AML-Mäusen das mediane Überleben. Die kleine präklinische Studie erlaubt jedoch keine Rückschlüsse auf Patienten.

Schwarzer Pfeffer zeigt Effekte bei Leukämie-Mäusen
Schwarze Pfefferkörner auf einer dunklen Laboroberfläche Illustration mit AI erstellt.

Pflanzliche Naturstoffe stehen seit Langem im Fokus der onkologischen Grundlagenforschung. Im August 2026 veröffentlichte ein Forschungsteam um Natalia Murillo von der Pontificia Universidad Javeriana in Kolumbien neue Untersuchungsergebnisse in der Fachzeitschrift Phytotherapy Research.

Die Wissenschaftler untersuchten die Wirkung eines Extrakts aus schwarzem Pfeffer (Piper nigrum) auf Modelle der akuten myeloischen Leukämie (AML). Die Daten aus Labor- und Tierversuchen weisen auf hemmende Effekte auf das Wachstum von Leukämiezellen hin.

Ergebnisse aus Zell- und Tierversuchen bei akuter myeloischer Leukämie

In den präklinischen Experimenten kam ein 96-prozentiger Ethanol-Extrakt aus schwarzem Pfeffer zum Einsatz. In Zellkulturen verringerte die Substanz sowohl die Proliferation als auch das Überleben der Krebszellen. Die Autoren führen diesen Effekt auf eine mögliche Modulation des PI3K/AKT/mTOR-Signalwegs zurück, der für das Überleben und Wachstum von Tumorzellen eine zentrale Rolle spielt.

In Versuchen an Mäusen mit AML führte die Verabreichung des Extrakts zu einer Verringerung der zirkulierenden Blasten sowie zu einer Verbesserung verschiedener hämatologischer Parameter. Am zwölften Tag nach der Injektion zeigte sich eine Reduktion der Blasten.

Zudem beobachtete das Team eine Abnahme entzündlicher Zytokine und einen Anstieg sogenannter Effektor-Memory-CD8+-T-Zellen, was auf eine Beteiligung des Immunsystems hindeutet. Hinsichtlich der Lebensdauer verzeichnete die Untersuchung eine Verlängerung: Das mediane Überleben der behandelten Mäuse lag bei 35 Tagen, verglichen mit 25 Tagen in der unbehandelten Kontrollgruppe.

Begrenzte Datenbasis und offene Fragen zur Übertragbarkeit

Trotz der festgestellten Effekte mahnen die Studienautoren zur Vorsicht bei der Interpretation der Resultate. Die Daten stammen aus frühen präklinischen Phasen und weisen methodische Einschränkungen auf.

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Ein Extrakt aus schwarzem Pfeffer verlängerte in einer präklinischen Untersuchung das mediane Überleben von Mäusen mit akuter myeloischer Leukämie von 25 auf 35 Tage — bei nur acht Tieren pro Gruppe. Was solche frühen Daten für Patienten bedeuten und was sie ausdrücklich nicht belegen, erklärt unser kostenloser Leitfaden. Leitfaden zur Einordnung von Naturstoff-Studien anfordern

So umfasste die Gruppe für die Überlebensanalyse lediglich acht Mäuse pro Gruppe; bei bestimmten Blutindikatoren wurden lediglich fünf Tiere untersucht. Eine Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den menschlichen Organismus ist durch diese Daten nicht belegt, weshalb der Extrakt keinesfalls als gesicherte Therapie verstanden werden kann.

Parallele Erkenntnisse zu Schisandrin C bei Darmkrebs

Neben den Untersuchungen zu Piper nigrum rückten zuletzt weitere Pflanzenstoffe in den Fokus ähnlicher experimenteller Studien. Am 10. September 2026 veröffentlichte eine Arbeitsgruppe um Xiao Wei, ebenfalls im Fachjournal Phytotherapy Research, Erkenntnisse zu Schisandrin C, einer Verbindung aus der Pflanze Schisandra chinensis (chinesisches Spaltkörbchen).

In Zellversuchen hemmte dieser Wirkstoff die Vermehrung, Migration sowie Koloniebildung von Darmkrebszellen. Nach Angaben der Forscher bindet Schisandrin C direkt an den Rezeptor PPAR? und fördert die sogenannte Ferroptose, eine spezifische Form des programmierten Zelltods.

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Zugleich stieg der Anteil an M1-Makrophagen. In anschließenden Tests an Mäusen mit Darmkrebs bremste die Substanz das Tumorwachstum, linderte die Kolonpathologie und verbesserte ebenfalls die Überlebenszeit der Tiere.

Beide Forschungsarbeiten verdeutlichen das Interesse an pflanzlichen Wirkmechanismen in der Tumorbiologie, verdeutlichen jedoch gleichermaßen, dass umfangreiche klinische Folgestudien erforderlich sind, bevor therapeutische Schlüsse für Patienten gezogen werden können.

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de | wissenschaft | 70156097 |