Pflanzenvielfalt, Arten

Pflanzenvielfalt: 30 Arten pro Woche senken Entzündungsrisiko um 31%

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Risikokapital fließt massiv in Langlebigkeits-Start-ups, während Mediziner die fehlende Evidenz vieler Methoden kritisieren.

Longevity-Investments: Milliarden für Anti-Aging und Supplement-Firmen
Eine vielfältige Anordnung von frischem Obst, Gemüse, Nüssen und Samen auf einer hellen Oberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mediziner warnen vor ungeprüften Methoden.

Risikokapital jagt der Unsterblichkeit hinterher

Der Markt für Langlebigkeit (Longevity) zieht massives Kapital an – oft bevor überhaupt ein Produkt marktreif ist. Retro Biosciences erreichte laut Branchenberichten eine Bewertung von rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Gestützt wird das durch Investoren wie Sam Altman, der rund 180 Millionen US-Dollar in das Unternehmen steckte. Derzeit testet Retro Biosciences ein Alzheimer-Medikament in klinischen Studien in Adelaide.

Parallel dazu wächst die Infrastruktur für Biohacking-Dienstleistungen. In West Hollywood bieten Anbieter wie Next Health NAD+-Infusionen, hyperbare Sauerstofftherapie und Kryotherapie an. Kritiker aus der Endokrinologie warnen: Für viele dieser Anwendungen fehlt die wissenschaftliche Evidenz beim Menschen. Ohne randomisierte kontrollierte Studien sei die Wirksamkeit der oft kostspieligen Methoden nicht belegt.

Börsengang in Wien: Biogena will 25 Millionen Euro einsammeln

Der österreichische Mikronährstoff-Hersteller Biogena strebt über die Biogena Good Vibes AG eine Kapitalerhöhung von bis zu 25 Millionen Euro an. Die Bewertung des Unternehmens liegt bei rund 475 Millionen Euro – etwa das Dreifache des Jahresumsatzes von rund 150 Millionen Euro. Die Zeichnungsfrist für die Aktien läuft bis zum 22. Juli 2026.

Dem kommerziellen Erfolg der Supplement-Branche stehen aktualisierte wissenschaftliche Empfehlungen gegenüber. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont in ihren im Juli 2026 erneuerten Leitlinien zur Demenzprävention: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sind durch beeinflussbare Lebensstilfaktoren vermeidbar. Die WHO empfiehlt körperliche Aktivität, Verzicht auf Tabak und Alkohol sowie eine gesunde Ernährung. Von Vitamin-B-, Vitamin-E- oder Omega-3-Präparaten zur Prävention rät sie ab – sofern kein klinisch nachgewiesener Mangel vorliegt.

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30 Pflanzen pro Woche senken Entzündungsrisiko

Die Forschung konkretisiert zunehmend, welche Ernährungsmuster messbare Vorteile bringen. Eine 2026 veröffentlichte Studie der Tufts University deutet darauf hin: Wer 30 verschiedene Pflanzenarten pro Woche isst, senkt das Risiko für Krankenhausaufenthalte aufgrund entzündlicher Erkrankungen um 31 Prozent. Häufig wird in diesem Kontext die Mittelmeerkost als präventives Ernährungsmuster angeführt.

Wissenschaftler der Universität Graz identifizierten zudem spezifische Stoffwechselprodukte des Vitamin E – sogenannte langkettige Metabolite (LCM). In Laboruntersuchungen zeigten sie eine doppelte Wirkung: entzündungshemmend und auflösend auf bestehende Entzündungsprozesse. Die Ergebnisse wurden in Acta Pharmaceutica Sinica B publiziert und könnten die Grundlage für neue Therapien gegen chronische Entzündungen bilden.

Bei populären Ernährungstrends wie der „Glukose-Diät“ bleiben Wissenschaftler skeptisch. Es mangelt an belastbaren Belegen für einen langfristigen Nutzen der Methode, die eine bestimmte Reihenfolge beim Verzehr von Nahrungsmitteln propagiert.

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Wearables und Apps: Die Vermessung des Körpers

Die Digitalisierung der Gesundheitsdaten schreitet durch neue Wearables und Apps voran.

  • Glukose-Monitoring: Für Deutschland wurde der Dexcom Flex Sensor für Juli 2026 angekündigt. Das System richtet sich an Erwachsene mit Typ-2-Diabetes ohne intensivierte Insulintherapie und ermöglicht eine kontinuierliche Echtzeit-Überwachung über 15 Tage.
  • Hormon-Analysen: Das Interesse an Hormontherapien steigt signifikant. In den USA stieg die Zahl der Testosteron-Rezepte von 7,3 Millionen im Jahr 2019 auf etwa 11 Millionen im Jahr 2024. Die FDA hielt im April 2026 fest: Eine Therapie kommt bei bestimmten Formen des Hypogonadismus in Betracht. Apps wie der im Juni 2026 veröffentlichte Blutwert-Analyzer der My TRT App bereiten komplexe Labordaten für Anwender auf.
  • Biohacking-Hardware: Der Ultrahuman Ring Pro integriert Funktionen für Kältetherapie und Peptid-Referenzen direkt in seine Software. Das soll Nutzern eine datengestützte Steuerung ihrer Biohacking-Aktivitäten ermöglichen.

Der Sektor oszilliert zwischen hochpreisigen Lifestyle-Angeboten und fundierter medizinischer Forschung. Während technologische Hilfsmittel die Datenerfassung im Alltag erleichtern, bleibt die klinische Validierung vieler Methoden die zentrale Hürde für eine breite medizinische Anerkennung.

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