Pflanzliche, Arzneimittel

Pflanzliche Arzneimittel: EMA konsultiert bis Januar 2027 zu Wechselwirkungen

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachgremien treiben gemeinsame QualitĂ€tsmaßstĂ€be voran; die EMA konsultiert bis Januar 2027 zu Wechselwirkungen pflanzlicher PrĂ€parate.
Ein hölzerner Mörser mit StĂ¶ĂŸel und getrockneten KrĂ€utern auf einer Steinplatte in einer hellen, modernen Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Im Oktober 2026 verzeichnete der Sektor der traditionellen Arzneimittel eine spĂŒrbare Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit. Regulierungsbehörden und FachverbĂ€nde nutzten mehrere Fachkonferenzen, um die evidenzbasierte Forschung zu stĂ€rken und Zulassungsverfahren grenzĂŒberschreitend anzugleichen.

Im Mittelpunkt stehen dabei verbindliche QualitĂ€tskriterien, die Vereinheitlichung von Sicherheits- und WirksamkeitsprĂŒfungen sowie die Harmonisierung technischer Standards.

Globale Standardisierung und neue Leitlinien

Auf normativer Ebene markierte die 16. Vollversammlung des technischen Komitees ISO/TC 249 an der Shanghai University of Traditional Chinese Medicine eine strategische Neuausrichtung. Das Gremium erweiterte seinen ZustÀndigkeitsbereich von der Traditionellen Chinesischen Medizin auf die globale traditionelle Medizin.

Rund 100 Delegierte aus 17 LĂ€ndern befassten sich mit Governance-Strukturen, Zukunftsstrategien und der Einrichtung einer Sondergruppe fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden 149 internationale Standards veröffentlicht, wĂ€hrend sich 69 weitere in der Entwicklung befinden.

Die Arbeiten knĂŒpfen an die Strategie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fĂŒr traditionelle Medizin 2025–2034 an, die am 30. Oktober 2025 verabschiedet worden war.

Flankierend startete das WHO-Globalzentrum fĂŒr traditionelle Medizin im Oktober 2026 eine neue Arbeitspapier-Reihe. Die erste Publikation umfasst eine systematische Synthese zur Ausbildung in der Schröpftherapie und analysiert LehrplĂ€ne, PrĂŒfungsverfahren und Akkreditierungsstandards.

Saia Ma'u Piukala, WHO-Regionaldirektor fĂŒr den Westpazifik, erklĂ€rte in diesem Zusammenhang, dass traditionelle Medizin auf wissenschaftlicher Evidenz beruhen mĂŒsse. Zwar könne KĂŒnstliche Intelligenz bei der Analyse biologischer Mechanismen helfen, doch erfordere dies strenge wissenschaftliche Kriterien und eine verlĂ€ssliche Daten-Governance.

Regionale Harmonisierungsinitiativen und Regulierungsreformen

Auch auf regionaler Ebene schreitet die Vernetzung voran. In Macau kamen rund 250 Teilnehmende aus LĂ€ndern wie Japan, SĂŒdkorea, Singapur, Indonesien, Vietnam und Australien zum Jahrestreffen des Western Pacific Regional Forum for the Harmonization of Herbal Medicine (FHH) zusammen.

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Die öffentliche Konsultation zum EMA-Reflexionspapier zu Wechselwirkungen pflanzlicher PrĂ€parate lĂ€uft bis zum 15. Januar 2027. Wer jetzt eine strukturierte Checkliste fĂŒr die Stellungnahme braucht, findet hier die wichtigsten Schritte und Studienvorgaben auf einen Blick. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

Unter dem Vorsitz von Cai Bingxiang diskutierten die Fachleute ĂŒber Marktzugangsregulierung und internationale Normen. Yang Sheng von der chinesischen Arzneimittelbehörde NMPA bezeichnete das Forum als zentrale Plattform und verwies auf vertiefte Reformen bei den Zulassungsverfahren.

Gleichzeitig konkretisieren europĂ€ische Behörden ihre Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit. Der Ausschuss fĂŒr pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EuropĂ€ischen Arzneimittel-Agentur (EMA) nahm am 24. September 2026 den Entwurf eines Reflexionspapiers zu Wechselwirkungen pflanzlicher PrĂ€parate an.

Die öffentliche Konsultation zu dem Dokument begann am 15. Oktober 2026 und lĂ€uft bis zum 15. Januar 2027. Ziel ist es, LĂŒcken in bestehenden Leitlinien zu schließen und Vorgaben fĂŒr In-vitro- sowie klinische Studien zu definieren.

Bilaterale Abstimmung und institutioneller Dialog

Die unterschiedlichen regulatorischen AnsĂ€tze standen zudem auf Fachforen in Peking im Zentrum. WĂ€hrend in China ein dreigliedriges Zulassungsmodell aus Theorie, Anwendungserfahrung und klinischer PrĂŒfung angewendet wird, waren in den USA bis 2026 lediglich vier pflanzliche verschreibungspflichtige Arzneimittel zugelassen.

Die US-Behörde FDA leitete im September 2026 ein entsprechendes Konsultationsverfahren ein. Bereits am 16. Oktober 2026 hatten Vertreter der SCO-Allianz und des COMSTECH-Komitees der 57 Mitgliedstaaten zĂ€hlenden OIC ĂŒber QualitĂ€tsstandards und Marktzugangsfragen debattiert.

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Auf bilateraler Ebene vertieften weitere LÀnder den direkten Austausch. Am 21. Oktober 2026 empfing die indonesische Aufsichtsbehörde BPOM unter der Leitung von Taruna Ikrar eine Delegation des Weltverbands WFCMS in Jakarta, um Bewertungen von QualitÀt und Wirksamkeit pflanzlicher Arzneien abzustimmen.

Am selben Tag fĂŒhrte eine Delegation der brasilianischen Gesundheitsbehörde ANVISA GesprĂ€che mit 16 Unternehmen in Macau. Hintergrund ist ein 2024 in Brasilien erlassenes Dekret, das die Anforderungen fĂŒr die Zulassung traditioneller Produkte an internationale MaßstĂ€be anlehnt.

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