Pflege in Schweden: Eigenanteil für Leistungen auf 240 Euro im Monat gedeckelt
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts des demografischen Wandels stehen Gesundheitssysteme weltweit vor wachsenden Herausforderungen. Medienberichte vom Oktober 2026 analysieren verschiedene internationale Pflegemodelle, unter anderem aus Schweden und Japan, sowie die Aufnahme kroatischer Regionen in Netzwerke der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für altersgerechte Gemeinschaften.
Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg zeigt unterschiedliche Herangehensweisen bei Finanzierung, Betreuungsformen und der Einbindung des sozialen Umfelds.
Skandinavischer Fokus auf den Verbleib im eigenen Zuhause
In Dänemark und Schweden verfolgt die Pflegepolitik das vorrangige Ziel, älteren und pflegebedürftigen Menschen ein möglichst langes Wohnen in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
Neben einer gut ausgebauten ambulanten Infrastruktur spielt in Schweden auch die Begrenzung finanzieller Belastungen für die Betroffenen eine zentrale Rolle: Für pflegerische Leistungen zahlen Pflegebedürftige dort maximal 240 Euro im Monat. Die genaue Höhe richtet sich dabei nach dem jeweiligen Einkommen sowie den individuellen Wohnkosten.
Generationenübergreifende Ansätze und Vernetzung
Andere Staaten begegnen den alternden Gesellschaften mit struktureller Integration. In Japan setzt man auf Mehrgenerationenkonzepte, bei denen die Betreuung von Kindern und Senioren unter einem gemeinsamen Dach organisiert wird. Dies soll soziale Interaktionen fördern und Betreuungsstrukturen bündeln.
Großbritannien hingegen konzentriert sich auf die Schnittstellen im Gesundheitswesen und verzahnt pflegerische Leistungen enger mit der medizinischen Versorgung. Auf kommunaler und regionaler Ebene gewinnen zudem internationale Kooperationen an Bedeutung, wie die Aufnahme kroatischer Regionen in die spezialisierten WHO-Netzwerke für altersgerechte Gemeinschaften verdeutlicht, die auf ein seniorenfreundliches Lebensumfeld abzielen.
Niederländische Modelle für Demenz und ambulante Teams
In den Niederlanden haben sich in den vergangenen Jahrzehnten spezialisierte Wohn- und Versorgungsformen etabliert. Bereits seit 2009 existiert dort das Demenzdorf De Hogeweyk, das Betroffenen einen geschützten, alltagsnahen Raum bietet. Zudem gibt es in den Niederlanden mittlerweile rund 1.300 sogenannte Pflegehöfe.
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Große Beachtung fand international auch das niederländische Buurtzorg-Modell. Dabei versorgen kleine, weitgehend eigenverantwortliche Teams aus 10 bis 12 Pflegefachkräften jeweils etwa 50 bis 60 Patientinnen und Patienten im direkten Wohnumfeld. Versuche, dieses Konzept nach Deutschland zu übertragen, stießen jedoch auf Hürden: Nach entsprechenden Erprobungsphasen scheiterte das Modell hierzulande an den meisten Standorten.
Wachsender Handlungsdruck in Deutschland
Die Debatte über alternative Modelle gewinnt vor allem vor dem Hintergrund der deutschen Versorgungsdaten an Relevanz. In Deutschland leben derzeit rund 800.000 pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen.
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Nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes wird diese Zahl im Zuge der demografischen Entwicklung weiter zunehmen und bis zum Jahr 2040 voraussichtlich auf knapp eine Million ansteigen. Vor diesem Hintergrund bleibt die Frage nach tragfähigen Betreuungs- und Finanzierungskonzepten ein zentraler Gegenstand gesundheitspolitischer Diskussionen.
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von MDR.
