Pflegefinanzierung, CURATA

Pflegefinanzierung: CURATA digitalisiert Hilfe-zur-Pflege-AntrÀge

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CURATA testet Software zur digitalen Antragsbearbeitung der Hilfe zur Pflege. Ziel ist eine viermal schnellere Bewilligung und effizientere Verwaltung.

CURATA Gruppe digitalisiert Hilfe zur Pflege: Pilotprojekt mit neuer Software
Eine Pflegekraft arbeitet an einem Laptop in einem modernen, hellen BĂŒro einer Pflegeeinrichtung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die administrativen AblĂ€ufe in der stationĂ€ren Pflege stehen vor einem technologischen Wandel. Wie aus Branchenkreisen Mitte August 2026 bekannt wurde, hat die CURATA Gruppe ein Pilotprojekt gestartet, das die Beantragung von Leistungen der „Hilfe zur Pflege“ grundlegend digitalisieren soll. Im Zentrum des Vorhabens steht der Einsatz einer spezialisierten Software, die darauf abzielt, die oft zeitaufwendigen Prozesse nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XII, §§ 61-66a) zu beschleunigen und die Verwaltungseffizienz in den Einrichtungen signifikant zu erhöhen.

Effizienzsteigerung durch digitale Antragsstellung

Das Pilotprojekt setzt auf die Anwendung „myo formfix“, eine Softwarelösung der in Berlin ansĂ€ssigen Myosotis GmbH. Das im Jahr 2017 gegrĂŒndete Unternehmen, das nach eigenen Angaben rund 500 Kunden betreut, hat das Tool zur digitalen Antragsbearbeitung seit Oktober 2025 im Portfolio. Bisher wird die Lösung von 36 Kunden eingesetzt.

Das primĂ€re Ziel der CURATA Gruppe besteht darin, die BewilligungszeitrĂ€ume fĂŒr SozialhilfeantrĂ€ge drastisch zu verkĂŒrzen. Durch die Umstellung von manuellen auf digitale Prozesse wird eine bis zu viermal schnellere Bewilligung der AntrĂ€ge angestrebt. Dies könnte nicht nur die LiquiditĂ€t der Pflegeeinrichtungen sichern, sondern auch die Angehörigen und Bewohner schneller ĂŒber die finanzielle Absicherung der Pflegeleistungen informieren. Die Software greift dabei direkt in die komplexen AblĂ€ufe der „Hilfe zur Pflege“ ein, die greifen, wenn das eigene Einkommen und Vermögen sowie die Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen, um die Kosten eines Heimplatzes zu decken.

Erprobung an ausgewÀhlten Standorten und ExpansionsplÀne

Die Implementierung der neuen Technologie erfolgt zunÀchst in einer kontrollierten Testphase. Das Pilotprojekt lÀuft an drei spezifischen Standorten der CURATA Gruppe an. Dazu gehören in Berlin das Sanatorium West sowie der Park Alterssitz City. Als dritter Teststandort wurde eine Einrichtung in Denklingen ausgewÀhlt.

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In diesen HĂ€usern werden die digitalen Workflows unter Realbedingungen getestet und evaluiert. Sollte die Testphase die Erwartungen an die Prozessbeschleunigung und Fehlerreduktion erfĂŒllen, plant die CURATA Gruppe einen umfassenden Rollout. Ziel ist es dann, die Softwarelösung in allen bundesweit 40 Einrichtungen des Unternehmens einzufĂŒhren. Damit wĂŒrde die Gruppe einen wesentlichen Teil ihrer Verwaltungsstruktur auf digitale SĂ€ulen stellen.

Wachsender Bedarf an ergÀnzender Pflegefinanzierung

Die Relevanz solcher Digitalisierungsprojekte wird durch die aktuelle statistische Entwicklung im Pflegesektor unterstrichen. Die Inanspruchnahme von „Hilfe zur Pflege“ in stationĂ€ren Einrichtungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. WĂ€hrend im Jahr 2023 rund 403.000 Menschen auf diese staatliche UnterstĂŒtzung angewiesen waren, zeigte sich fĂŒr das Jahr 2025, dass bereits ĂŒber 40 Prozent der Pflegeheimbewohner diese ergĂ€nzenden Leistungen bezogen.

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Angesichts dieser steigenden Fallzahlen stellt die Bearbeitung der AntrĂ€ge sowohl fĂŒr die Pflegeeinrichtungen als auch fĂŒr die KostentrĂ€ger eine wachsende Belastung dar. Die Automatisierung der Formularwesen und die Standardisierung der DatenĂŒbermittlung gelten daher als notwendige Schritte, um das System der Pflegefinanzierung angesichts des demografischen Wandels funktionsfĂ€hig zu halten. Die Initiative der CURATA Gruppe wird in der Branche als Indikator fĂŒr den zunehmenden Druck gewertet, administrative Kosten durch technologische Innovationen zu senken.

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