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Pflegende Angehörige: Neue Studie zeigt massive Rentenlücken

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine neue Untersuchung des DZA belegt finanzielle Nachteile für pflegende Angehörige. Geplante Gesetzesänderungen könnten die Situation weiter verschärfen.

Pflegende Angehörige: Studie zeigt erhebliche Rentenlücken auf
Eine Person sitzt an einem Tisch und prüft Unterlagen zur Pflegefinanzierung in einer häuslichen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angehörige, die zu Hause pflegen, riskieren erhebliche Einbußen bei der Altersvorsorge. Eine neue Studie zeigt die Lücken im System.

Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) hat die Geburtsjahrgänge 1946 bis 1955 unter die Lupe genommen. Die am 20. Juli veröffentlichte Untersuchung macht klar: Wer intensiv pflegt, aber keine Rentenpunkte sammelt, steht später finanziell schlecht da.

Das Problem: Der Staat schreibt zwar Anwartschaften gut – aber nur unter strengen Auflagen. Die Pflege muss mindestens zehn Stunden pro Woche umfassen, der Pflegegrad 2 vorliegen, und die pflegende Person darf nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Die Gutschriften gleichen die Nachteile oft nur teilweise aus.

Ein aktueller Referentenentwurf könnte die Lage verschärfen: Er sieht vor, die Beiträge der Pflegekassen zur Rentenversicherung unter bestimmten Bedingungen auf 70 Prozent zu kürzen.

Entlastungsbetrag: 131 Euro und was davon bleibt

Ein zentrales Instrument ist der monatliche Entlastungsbetrag von 131 Euro. Er steht Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 zu – zweckgebunden für Alltagsbegleitung oder Haushaltshilfe. Nicht genutzte Beträge lassen sich bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen.

Doch ein geplantes Pflegeneuordnungsgesetz will hier kräftig umbauen. Für Pflegegrad 1 soll der Betrag komplett gestrichen werden. Für die Grade 2 bis 5 ist ein flexibleres „Sozialraumbudget“ geplant.

Forschung vernetzt, was zusammengehört

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Die HFH und die FH Dresden haben im Juli ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet. Bis Sommer 2027 soll eine Datenbasis aus Pflege-, Tourismus- und Demografiedaten entstehen. Ziel: Angebote der Kurzzeit- und Verhinderungspflege besser mit den Bedürfnissen der Betroffenen zu verknüpfen.

Parallel dazu wächst die Infrastruktur vor Ort. Die Sozialstiftung NRW fördert ein neues Begegnungszentrum in Wuppertal mit über 220.000 Euro. Geplant sind Beratungen, Kochkurse und Angebote zur digitalen Teilhabe – gegen die soziale Isolation pflegender Angehöriger.

Regionale Hilfe: Von Urlaub bis „Tellerglück“

In Niederösterreich wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits 236 Anträge auf Zuschüsse für Erholungsaufenthalte bewilligt. Hauptpflegepersonen mit Angehörigen ab Pflegestufe 3 erhalten einmal jährlich zwischen 175 und 225 Euro. Ein organisierter Ausflug für Pflegende im Bodenseekreis Mitte Juli diente ebenfalls der kurzzeitigen Regeneration.

Bayerns Fachstellen haben im Juli den Präsenzbetrieb für Beratungen wieder aufgenommen. Ab dem 21. September sind in Frickenhausen Schulungsreihen für Angehörige von Menschen mit Demenz geplant – unter dem Titel „Hilfe beim Helfen“.

Innovative Ansätze gibt es auch beim Essen: Das Projekt „Tellerglück“ in Langen liefert Senioren seit dem 21. Juli kostenlos Wunschgerichte nach Hause. In Moers besuchte Bürgermeisterin Julia Zupancic eine Nachbarschaftshilfe, die ehrenamtlich bei Einkäufen und Arztbesuchen unterstützt.

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Der Referentenentwurf plant, die Beiträge der Pflegekassen zur Rentenversicherung auf 70 Prozent zu kürzen. Für pflegende Angehörige bedeutet das: Jetzt handeln, bevor die Gutschriften schrumpfen. Unser Leitfaden erklärt, wie Sie Ihre bestehenden Ansprüche sichern und welche Fristen Sie einhalten müssen. Renten-Gutschriften jetzt sichern

Seit Jahresbeginn etablieren sich zudem niederschwellige Treffpunkte: Frühstückscafés und Teerunden in Essen oder Bochum. Ein Gesundheitscafé in Bochum widmete sich am 21. Juli gezielt medizinischen Themen wie Hüftarthrose und bot physiotherapeutische Beratung.

Die Vielfalt der Angebote zeigt: Neben der finanziellen Absicherung braucht es vor allem soziale Integration und physische Entlastung. Die pflegenden Angehörigen – das Fundament des Systems – dürfen nicht allein gelassen werden.

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