Pflegeneuordnungsgesetz, Alltagsleistungen

Pflegeneuordnungsgesetz: Änderungen bei Alltagsleistungen ab Januar 2027 erwartet

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regionale Stellen informieren Angehörige über Pflegeleistungen, Rentenansprüche und Versicherungen; ab Januar 2027 werden Änderungen erwartet.
Ein heller, freundlicher Gemeinschaftsraum mit Holzstühlen in einer ruhigen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die häusliche Pflege stellt Angehörige vor komplexe organisatorische und juristische Aufgaben. Um über gesetzliche Absicherungen aufzuklären, lädt die Kirchliche Sozialstation Walldorf–St. Leon-Rot e.V. am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 16:30 Uhr zu einem kostenlosen Informationsvortrag unter dem Titel „Angehörige in der Pflege – sozialrechtliche Aspekte“ ein.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem VdK Baden-Württemberg, Ortsverband St. Leon-Rot, statt. Im Mittelpunkt stehen zentrale Themen wie gesetzliche Pflegezeiten, Rentenansprüche für Pflegende sowie der Schutz in der Unfall- und Krankenversicherung. Anmeldungen nimmt Bernadette Schmitt telefonisch oder per E-Mail entgegen.

Sozialrechtliche Absicherung und regionale Aufklärung

Rechtliche Rahmenbedingungen wie Rentenbeitragszahlungen oder Freistellungsansprüche bleiben im Pflegealltag häufig ungenutzt. Das Informationsangebot in Walldorf und St. Leon-Rot spiegelt eine breitere Initiative kommunaler und sozialer Träger wider, die Aufklärungsarbeit intensivieren.

Zeitgleich am Mittwoch, 28. Oktober, bietet der Pflegestützpunkt des Landkreises Main-Tauber von 14 bis 18 Uhr eine kostenlose Beratung im Mehrgenerationenhaus Lauda an.

Dort stehen Fragen zu Leistungsansprüchen, Anträgen auf Pflegegrade sowie die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst auf dem Programm. Ergänzend unterhält der Pflegestützpunkt regelmäßige Sprechzeiten an seinem Standort in Tauberbischofsheim.

Ebenfalls am 28. Oktober lädt der Pflegestützpunkt des Landkreises Tübingen am Standort Mössingen von 10:00 bis 11:30 Uhr zu einem Gesprächskreis in die Pausa-Tonnenhalle ein, der sich an Angehörige aus Mössingen, Ofterdingen, Bodelshausen, Dußlingen, Gomaringen, Nehren und dem Umland richtet.

In den Folgetagen setzen weitere Institutionen auf thematische Schwerpunkte:
- Die Kolping-Bildungs-gGmbH in der Diözese Augsburg veranstaltet am Montag, 2. November, in Landsberg am Lech ein Informationstreffen zu haushaltsnahen Dienstleistungen und Alltagsbegleitung für Angehörige von Personen ab Pflegegrad zwei.
- Die Fachstelle für pflegende Angehörige des BRK-Kreisverbandes Ostallgäu organisiert am Dienstag, 3. November 2026, in Kaufbeuren-Neugablonz einen Angehörigentreff zu Leistungen der Pflegeversicherung mit Manuela Jäger von der AOK Bayern.
- Der Seniorenbeirat der Gemeinde Rott plant für Dienstag, 10. November, einen Vortrag im Rathaus-Sitzungssaal mit Frau Geisler-Kriesch vom Pflegestützpunkt Rosenheim über Unterstützungsangebote und Entlastungsleistungen.

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Niedrigschwellige Zugangswege und neutrale Beratung

Um Hemmschwellen abzubauen, nutzen Beratungsträger zunehmend auch öffentliche Räume. So informiert der Pflegestützpunkt des Landkreises Tuttlingen am 30. Oktober 2026 mit einem Stand auf dem Wochenmarkt in Geisingen neutral zur Organisation häuslicher Versorgung. Die Kirchliche Sozialstation Stutensee-Weingarten startet zudem ab dem 16. November 2026 ein Austauschformat für Angehörige, die demenziell erkrankte Familienmitglieder betreuen.

Lokale Stützpunkte betonen die Bedeutung kostenfreier Anlaufstellen. Der Pflegestützpunkt Landkreis Konstanz weist darauf hin, dass neutrale Unterstützung bei Anträgen und Begutachtungen eine verlässliche Alternative zu kostenpflichtigen privaten Online-Diensten bildet.

Ähnlich strukturiert ist die Hilfe im Landkreis Emmendingen, wo neben der Hauptstelle Außensprechstunden in Endingen, Herbolzheim, Kenzingen und Waldkirch angeboten werden. Im Rhein-Neckar-Kreis steht der Pflegestützpunkt gesetzlich Versicherten zur Seite, unter anderem mit wöchentlichen Sprechstunden durch Frau Thomas im Rathaus Nußloch.

Beratungsbedarf und künftige Reformen

Wie stark die Nachfrage nach Orientierung zunimmt, verdeutlicht die Bilanz des Pflegestützpunkts Odenwaldkreis, der kürzlich auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblickte: Im Jahr 2025 verzeichnete die Einrichtung 1.035 Ratsuchende und absolvierte 78 Hausbesuche.

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Der dortige Kreisbeigeordnete Michael Vetter verwies in diesem Zusammenhang auf das Pflegeneuordnungsgesetz, durch das ab voraussichtlich Januar 2027 Änderungen bei den Alltagsleistungen sowie ein Wegfall der Verhinderungspflege erwartet werden. Die frühzeitige Information über sozialrechtliche Ansprüche bleibt daher für pflegende Angehörige ein entscheidender Faktor.

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