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Pflegeplattformen: Markt wächst bis 2036 auf 3,05 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Markt für digitale Pflegeplattformen soll sich bis 2036 auf über drei Milliarden Euro verdreifachen. KI und Robotik treiben die Entwicklung.

Digitaler Pflegemarkt: Milliardenwachstum und Tech-Innovationen bis 2036
Schlankes digitales Tablet-Interface an einer Wohnzimmerwand, moderne assistive Pflegetechnologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Markt für digitale Pflegeplattformen steht vor einem massiven Wachstumsschub. Branchenexperten prognostizieren eine Verdreifachung des Marktvolumens innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Aktuelle Daten von Fact.MR zeigen: Der Sektor soll von 640 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 3,05 Milliarden Euro bis 2036 wachsen – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 16,9 Prozent. Treiber sind die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen und neue Hardware-Lösungen für pflegende Angehörige.

Allein in den USA kümmern sich schätzungsweise 59 Millionen Familienmitglieder unbezahlt um ihre Liebsten. Der Wert dieser Pflegeleistung übersteigt eine Billion Euro jährlich.

Tech-Experten entern die Pflegebranche

Am heutigen Samstag hat der KI-gestützte Pflegeanbieter Roost Roy Taylor zum Executive Chairman ernannt. Der frühere Manager von NVIDIA und AMD bringt High-End-Computing-Expertise in einen Sektor, in dem die jährlichen Kosten für die Pflege eines Elternteils zwischen 80.000 und 100.000 Euro liegen können.

Die Personalie zeigt: Die Pflegebranche wird zunehmend zum Tech-Spielplatz. Kein Wunder also, dass immer mehr Unternehmen auf smarte Lösungen setzen.

Erst am Mittwoch dieser Woche brachte Domus Next den Nori Family Hub auf den Markt. Der KI-gesteuerte Bildschirm mit 15,6-Zoll-Touchdisplay und Sprachsteuerung verzichtet bewusst auf eine Kamera – aus Datenschutzgründen. Die Vorbestellungen starten Ende Juli. Erste Nutzerdaten der zugehörigen App belegen hohe Engagement-Raten: Im Schnitt 9,4 Interaktionen und 23,2 geteilte Aufgaben pro Haushalt täglich.

Digitale Überwachung und emotionale Unterstützung

MK Care erweiterte am Donnerstag seine digitalen Angebote in Puerto Rico. Neue Funktionen ermöglichen Echtzeit-Überwachung und gemeinsamen Familienzugriff auf Pflegeberichte. Das Unternehmen verzeichnet ein jährliches Wachstum von 70 Prozent und eine Pflegekräfte-Bindungsrate von 98 Prozent.

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt Guiding Forward: Die am Freitag veröffentlichte Plattform kombiniert geführte Video-Erzählungen mit einem digitalen Tresor für wichtige Familienunterlagen. Ein Mix aus emotionaler Bindung und praktischer Organisation.

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Marktstruktur: Wer zahlt, wer profitiert?

Die Marktforscher haben klare Trends identifiziert. Die Pflegekoordination und Terminplanung dominieren mit 38,1 Prozent die Funktionspalette der Plattformen. Die Betreuung älterer Menschen und Demenzkranker macht mit 37,4 Prozent den größten Anwendungsbereich aus.

Überraschend: Arbeitgeber werden zur treibenden Kraft. Fast die Hälfte aller Plattformen (49,5 Prozent) wird über betriebliche Zusatzleistungen financed. Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie ihre Mitarbeiter mit Pflegeverantwortung unterstützen müssen – 45 Prozent der Endnutzer kommen direkt aus dem Arbeitsumfeld.

Geografisch betrachtet liegt Frankreich mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 18,6 Prozent vorn. Die USA (16,2 Prozent) und Japan (15,9 Prozent) folgen dichtauf. Nordamerika hält zwar mit 38 Prozent den größten Marktanteil bei Seniorenpflege-Dienstleistungen, doch der asiatisch-pazifische Raum gilt als Wachstumsregion Nummer eins für Telemedizin.

Roboter als Pflegehelfer

Die Hardware-Integration beschleunigt sich rasant. Der Markt für Pflege- und Begleitroboter soll 2026 bei 563 Millionen Euro liegen. Besonders gefragt: Tischroboter für soziale Interaktion und Therapie-Anwendungen bei Demenz. Bis 2036 könnte dieses Segment auf über 5,2 Milliarden Euro anwachsen.

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Die Wirksamkeit digitaler Interventionen ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Eine Studie im Fachjournal Alzheimer's & Dementia untersuchte die WECARE 2.0-Plattform – eine digitale Intervention per Messaging-App. Das Ergebnis: Deutlich weniger Burnout und gesteigertes Wohlbefinden bei pflegenden Angehörigen von Alzheimer-Patienten. Auch die Pflegekompetenzen und die soziale Unterstützung verbesserten sich.

Der gesamte Telemedizin-Markt erreicht 2026 voraussichtlich 285 Milliarden Euro. Software für das Bevölkerungsgesundheits-Management wächst auf knapp 47 Milliarden Euro. Branchengrößen wie Teladoc Health, Amwell, Oracle und Philips integrieren zunehmend Fernüberwachung und Künstliche Intelligenz – getrieben durch die steigende Zahl chronisch Kranker.

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