Pflegeversicherung: Defizit wächst auf 15,4 Milliarden Euro bis 2028
09.06.2026 - 00:30:11 | boerse-global.de
Ziel: Senioren länger ein selbstständiges Leben ermöglichen und gleichzeitig die Kostenexplosion in der Pflege abfedern. Aktuelle Projekte und Studien aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigen, wohin die Reise geht.
Neubau mit Pflege-Konzept
In Bielefeld-Milse wurde im Frühjahr Richtfest gefeiert: Ein 4,1-Millionen-Euro-Projekt schafft auf rund 1.000 Quadratmetern Platz für 40 pflegebedürftige Senioren. Geplant sind zwei Wohngruppen und mehrere barrierefreie Wohnungen – manche zum Mietpreis von nur 7,45 Euro pro Quadratmeter. Eine Photovoltaik-Anlage soll die Energiekosten drücken.
Anzeige: Die Pflegekosten steigen rasant – bis 2028 droht ein Defizit von 15,4 Milliarden Euro. Doch mit den richtigen Maßnahmen können Sie gegensteuern: barrierefreies Wohnen, smarte Technik und staatliche Förderung entlasten Sie und Ihre Angehörigen. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Auch im Westerwald entsteht Neues: In Nentershausen plant man einen dreigeschossigen Bau mit 19 barrierefreien Wohnungen. Besonders clever: Eine Hausarztpraxis im Erdgeschoss macht medizinische Versorgung und Wohnen zur Einheit. Der Bedarf ist riesig – rund 86 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause versorgt.
Smarte Technik für mehr Sicherheit
Intelligente Haustechnik übernimmt längst mehr als nur Komfortfunktionen. Funkbasierte Systeme lassen sich nachrüsten, kabelgebundene Standards wie KNX ermöglichen eine herstellerunabhängige Gebäudeautomation. Die Kosten? Rund 7 Prozent der gesamten Bausumme.
Für die Nachrüstung gibt es Starter-Sets zur Sprachsteuerung und Lichtkontrolle schon für wenige hundert Euro. Die Systeme automatisieren Rollläden, Heizung und Beleuchtung. Im Vordergrund steht aber die Sicherheit: vernetzte Rauchmelder, Fenster- und Türkontakte sowie Alarmanlagen geben ein gutes Gefühl.
Finanzierung: Staatliche Förderung gefragt
Die KfW unterstützt mit Krediten wie „Altersgerecht Umbauen“ oder Zuschüssen für Barrierefreiheit. Auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) springt ein – etwa bei smarter Heizungssteuerung, die Energie spart.
Doch die wirtschaftliche Lage in der Pflege bleibt angespannt. Eine Studie der Uni Bremen im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums zeigt: Die Löhne in der Langzeitpflege sind seit 2022 um 17 bis 22 Prozent gestiegen. Die Folge: höhere Pflegesätze. Der durchschnittliche Eigenanteil der Heimbewohner liegt inzwischen bei rund 2.870 Euro pro Monat.
Streit ums Pflegeneuordnungsgesetz
Der Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sorgt für Diskussionen. Geplant sind unter anderem eine Deckelung der Tariflohn-Refinanzierung und Kürzungen bei Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige. Verbände warnen: Der wirtschaftliche Druck auf Pflegeeinrichtungen könnte steigen, die Heimkosten könnten weiter klettern – besonders wenn die ambulante Unterstützung gekürzt wird.
Die Prognosen sind düster: Das Defizit der Pflegeversicherung soll 2027 bei 7,6 Milliarden Euro liegen, 2028 sogar bei 15,4 Milliarden Euro.
Anzeige: Bereits heute zahlen Heimbewohner durchschnittlich 2.870 Euro Eigenanteil pro Monat. Mit unserer Checkliste für barrierefreies Wohnen und smarten Helfern ab 200 Euro können Sie die Kosten senken und länger selbstständig leben. Checkliste und Tipps jetzt sichern
Digitale Helfer in der Pflege
Gegen Fachkräftemangel und Dokumentationsdruck setzen immer mehr Einrichtungen auf digitale Prozesse. Über 200 Pflegeeinrichtungen sind bereits an digitale Anfragen-Manager angebunden – Klinikanfragen landen ohne Medienbruch direkt im CRM-System.
In der Wundversorgung kommt spezielle Software zum Einsatz. Laut Anwenderberichten sinkt der Dokumentationsaufwand um bis zu 25 Prozent. Die Systeme bilden den gesamten Versorgungs- und Abrechnungsprozess digital ab. Im Außendienst spart das fast eine Stunde pro Tag.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
